Prosit Neujahr – Der etwas andere Jahreswechsel

Ein frohes neues Jahr
Ein frohes neues Jahr

Da will man das Jahr ganz gemütlich und ohne viel Stress ausklingen lassen und erlebt fast den Schock fürs Leben.

Eigentlich wäre mein Plan auch gut gelungen, hätte mir Pille nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vorneweg: Alles ist gut.

Wie jedes Silvester seit einigen Jahren ballere ich nicht mit, sondern hüte die Katzen und fotografiere lieber, was alle anderen so in die Luft schießen. Da ich vor Kurzem umgezogen bin, hab ich gegen 22 Uhr beschlossen ein Testfoto aus dem Dachfenster zu machen, damit beim Feuerwerk alles passt.
Kaum war das Fenster offen, nutze Pille die Gelegenheit, frische Luft zu schnuppern und dann passierte es: Er hat den Halt auf dem gefrorenen Dach verloren und kam ins Rutschen. Ich hörte nur noch Krallen auf den Ziegeln und sah, war Pille in Schwung kam. Da ein Poltern an der Regenrinne und Pille war weg … Vom Dach gefallen. 2 Etagen.

Ich barfuß in Hauslatschen und nur mit Jogginghose und T-Shirt bekleidet raus, Treppe runter und zum vermuteten Landeplatz. Keine Katze.

Erster Gedanke: er hat es überlebt und ist nicht schwer verletzt. Somit ist er vermutlich im gefrorenen Rasen und nicht auf dem steinigen Kellerabgang geladnet. Aber weit und breit nichts zu finden. Meine Nachbarin hat mitbekommen, wie ich losgestürzt bin und kam mir sogleich mit Taschenlampe zur Hilfe, Pille zu suchen.
Eine halbe Stunde lang haben wir gesucht und ich war schier verzweifelt nicht zuletzt, weil die Ballerei schon langsam losging und ich befürchtete, Pille könnte sich aus Angst sonstwo verkriechen, wo wir ihn nicht finden. Direkt am Haus ist eine Straße und unweit des Grundstücks verlaufen die Bahngleise. Auf Leckerli-Rascheln und meine Ruferei kam keine Reaktion. Keine reflektierenden Augen im Licht der Taschenlampe. Aufgeben war keine Option, aber wie viel Sinn macht es im Dunkeln in der Silvesternacht eine womöglich verletzte Katze im Wohngebiet zu suchen?

Pille steckte heute noch der Schreck in den Knochen
Pille steckte heute noch der Schreck in den Knochen

Bevor ich diese Frage mir beantworten musste, kam die Erleichterung. Pille saß zusammengekauert ganz in der Nähe seiner Absturzstelle. Er ließ sich problemlos einsammeln und der erste Eindruck: unverletzt aber unter Schock. Schnell in die sichere Wohnung. Da hat er sich erstmal zurückgezogen, aber der erste Eindruck bestätigte sich: Er ist unverletzt. Noch ist er etwas zurückhaltend und bewegt sich sehr vorsichtig. Ich vermute, er hat leichte Prellungen und Stauchungen von der Landung, aber er reagiert nirgends am Körpern (Knochen, Gelenke, Bauch) mit Schmerz – er ist einfach nur geschafft und liegt gerade vor mir, halb auf der Tastatur.

So einen Start ins neue Jahr haben wir uns beide nicht vorgestellt.

Die anderen StarTrekKater nehmen es gelassen: Spocky hat sich um mein Nervenkostüm gekümmert und bei mir gekuschelt, Scotty hat sich um Pille gekümmert und den großen Bruder gespielt. Für die Fotos vom Feuerwerk hab ich die StarTrekKater dann sicherheitshalber im Schlafzimmer eingesperrt, obwohl sie sich für gewöhnlich auch so dorthin zurückgezogen hätten.

Und bei Frost und Rauhreif werden keine Dachfenster mehr geöffnet. Es war mir eine Lehre.

Was seitdem im Bücherregal geschah …

Neuer Begleiter: Die Leseratte
Neuer Begleiter: Die Leseratte

Zunächst: Es ist ein Bücherregal hinzugekommen. Der Platz hat schlicht nicht mehr gereicht.

In den Genre bin ich mir treu geblieben, muss aber auch zugeben, dass ich nicht sehr experimentierfreudig bin und derzeit lieber auf bewährtes zurückgreife. Ich weiß nicht, ob dass immer die richtige Taktik ist, denn viel zu häufig musste ich feststellen, dass die Qualität der Geschichten mit der Anzahl der Bücher eines Autors zu sinken scheint. Ganz schlimm hab ich das bei Jussi Adler-Olsen feststellen müssen. Carl Morck ermittelte in nunmehr sechs Büchern. Jedes Buch war dicker und umfangreicher als das vorherige und nahm irgendwie auch in der Komplexität ab. Vermutlich stecken da aber auch die Verlage dahinter, die möglichst schnell eine Fortsetzung sehen wollen, damit die Kasse klingelt. Bei Jussi Adler-Olsen führte das in der deutschen Erstauflage dazu, dass zahlreiche Rechtschreib- und Textsetzungsfehler enthalten waren. Viel Geld für ein schlecht verlegtes Buch.

Fachliteratur fürs Pferd

Im Bereich der Fachliteratur „Reiten“ habe ich in letzter Zeit vermehrt auf alte Klassiker zurückgegriffen. Seunig, Bürger, … Manche Dinge sind einfach zeitlos und oft auch lehrreicher als die 25. Interpretation des Ohrenspiels eines Pferdes beim Wasserlassen.

Sachbücher

Ja, sowas hat mittlerweile auch Einzug gefunden in mein Bücherregal. Noch nicht in Massen aber in Maßen. Dazu zählt beispielsweise „Untenrum frei“ von Margarete Stokowski.

Glücksgriff in der Krabbelkiste

Von einem Glücksgriff möchte ich allerdings noch erzählen. Von deutschen Autoren halte ich für gewöhnlich ja Abstand, aber neulich fiel mir in der Krabbelkiste beim Rewe mit den Mangelexemplaren ein norddeutscher Krimi in die Hand, der mich tatsächlich gefesselt hat: Das gute Kind von Helge Thielking. Ein bodenständiger und spannender Krimi, der bis zum Ende Spaß macht zum lesen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich auch den vollen Preis gezahlt. So waren es nur 3 Euro, weil auf der Rückseite vom Buch ein Kratzer war.

Die Leseratte

Ein neues HAustier hab ich auch: Die Leseratte. Schnell und einfach gehäkelt und nicht zu verwechseln mit der Leseschlange, dem Bücherfrosch oder anderen artverwandten 😉

So kann das Wochenende starten

Ich bin ja gerade furchtbar im Umzugsstress und für jeden Punkt, den ich von der ToDo-Liste streiche, scheinen zwei neue hinzuzukommen. Das Grundrauschen ist irgendwie furchtbar laut und ich hab das Gefühl, dass der Tag 48 Stunden braucht zur Zeit. Ich sehne mich fast jeden Abend nach der Couch und ärgere mich, dass ich keinen Elan aufbringen konnte, zum Pferd zu fahren.

Da kommt mir eine kleine Kaffee-Pause und das Lesen der ein oder anderen Kolumne ganz recht.

So auch heute mittag. Da stolperte ich nämlich über eine Kolumne von Frederike Haupt in der FAZ über die Abkehr von Hasskommentaren hin zu Liebeskommentaren bzw. den negativen Kommentaren in sozialen Netzwerken positive entgegenzusetzen. Also nicht nur positiv denken, sondern auch positiv handeln, was angesichts unserer immer schräger werdenden Welt, ein kleiner, aber doch guter Ansatz ist.

Inspiriert von der Kolumne und freudig auf den Feierabend schielend, bekam ich eine Email, die so wunderbar in all das hineinpasst, dass ich das unbedingt schildern möchte:

Mein Stricklicht (abgedunkelt fürs Foto
Mein Stricklicht (abgedunkelt fürs Foto)

Also … Vor geraumer Zeit hatte ich bei Poco eine LED-Leiste gekauft, die fortan abends mein Strickwerk erleuchten sollte. Das tat sie auch wunderbar, bis eine meiner Katzen meinte, dass das Knäuel aus Kabel doch viel toller ist, als  das Knäuel aus Wolle. Nur blöd, das vorn und hinten am Kabel-Knäuel die Wand bzw. die LED-Leiste hängt. Die Katze – es war Pille – kam nicht weit, aber der Ruck am Kabel lockerte die Steckverbindung zur LED-Leiste und nachdem das Spiel zwei-, dreimal gespielt war und ich selbst auch noch einmal angeeckt bin, war das Kabel ab. Am Stecker waren die Pins irreparabel abgebrochen und ohne Kabel, kein Strom, kein Licht, … .
Mein Weg führte mich zu Poco, wo man mir sagte, dass es leider kein Ersatzteile gibt. Ich müsste quasi eine neue Leiste kaufen. Das hab ich schließlich auch getan, denn ich wollte nicht auf mein Stricklicht verzichten.
Nun hatte ich zwei LED-Leisten und ein funktionierendes Kabel – andersrum wäre besser gewesen, aber es wie es ist. Beim Auspacken der neuen Leiste fiel mir dann auf, dass die Leiste nicht etwa ein Produkt aus Übersee ist, sondern von einer deutschen Firma stammt und so hab ich mich im Internet auf Recherche begeben, in der Hoffnung irgendwo Ersatzteile zu finden. Hab ich nicht. Stattdessen kam ich irgendwann natürlich auf die Webseite von Hölscher Leuchten begeben, dort rumgeklickt und schließlich einfach das Kontaktformular ausgefüllt, denn: Fragen kostet nix und sprechenden Menschen kann geholfen werden.
Ich bekam recht bald eine Antwort, dass man für mein Problem ein Foto oder die Artikelnummer bräuchte und so hab ich schließlich den Produkt-Link von Poco für die Leiste verschickte. Und dann? Dann war es erstmal still.
Diese Woche kamen dann reichlich Pakete bei mir an (ist ja immerhin Cyber-Monday-Week*), aber ein Paket wollte da nicht so recht rein passen. Das was über und passte nicht in meine Bestellorgie rein. Nachdem ich es abgeholt hatte, sah ich schon den Absender und konnte es kaum erwarten, es zu öffnen. Meine vermutung bestätigte sich. Es war ein neues Netzteil für meine LED-Leiste.
Heute morgen schrieb ich dann nochmal eine Email an Frau H., die meine Anfrage bei Hölscher Leisten bearbeitet hatte und bedankte mich für die Überraschung und den Service.

Daraufhin kam die Mail, die so wunderbar in all das hinein passt, wie eingangs geschrieben:

Hallo Frau Raabe,

sehr gerne !

Glückliche Kunden machen uns auch glücklich

Ein schönes Wochenende Ihnen auch !

So kann das Wochenende starten.

 

*grauenhafte Vorstellung: Jeden Tag ist Montag

Freitagstexter: Alea iacta est!

Die Würfel werden geworfen und das meine ich wörtlich.

freitagstexterpokal

Zugegeben, mein Bildbeitrag war leicht provokant und sicher nicht jedermanns Ding, aber dennoch haben sich ein paar Bildunterschriften gefunden, die allesamt preisverdächtig sind. Leider liefen 50% der Teilnehmer außer Konkurrenz, so dass ich die Qual der Wahl zwischen den hervorragenden Beiträgen von Zynästhesie und Lamiacucina hatte. Ich hab das Würfelglück entscheiden lassen.
Obwohl ich gestern noch beim Pen & Paper war, hatte ich keine Würfel zur Hand und mal schnell was programmieren war mir zu aufwändig, also hab ich den erst besten Online-Würfel genommen, der mir über den Weg lief. Zynästhesie (Bee) bekam die ungeraden und Lamiacucina (ich hab das mal eben mit Lumi abgekürzt – fragt nicht) bekam die geraden Ziffern und das Ergebnis seht ihr hier:

Ohne den Rubicon überschritten zu haben.
Ohne den Rubicon überschritten zu haben.

Somit obliegt Lumi … äh … Lamiacucina die Austragung des nächsten Freitagstexter, denn du bist

Der nächste, bitte!
Der nächste, bitte!

Herzlichen Glückwunsch und Glück auf!

Auf die Plätze, Fertig, Freitagstexter!

Die tun nix, die wollen nur schreiben!
Die tun nix, die wollen nur schreiben!

Dann lassen wir die Vergangenheit sein, was sie ist und konzentrieren uns auf das hier und jetzt: Ich präsentiere des Bild des Freitags. Jetzt seid ihr dran!

[Hier könnte Ihr Text stehen]
[Hier könnte Ihr Text stehen]
Wie immer geht der Wettbewerb bis einschließlich Dienstag und am Mittwoch – wenn ich mich wieder beruhigt habe und der Muskelkater vom lachen einsetzt – verkünde ich das nächste Regal, in dem der Pokal stehen wird.

Freitagstexter: Die letzten werden die ersten sein.

Eigentlich war ich ja nur der erste Verlierer, also Zweiter, beim letzten Freitagstexter, aber der Wanderpokal ist diesmal anders gewandert, als sonst, weil der Herr Steppenhund, der eigentlich und mit einem grandiosen Bildtext gewonnen hat, den Pokal nicht angenommen hat, was wiederum zu Verwirrung führte, weil er das erst kundtat, nachdem der Freitag, an dem er hätte präsentieren müssen, schon verstrichen war und keiner so recht wusste, was nun eigentlich los sei bis, ja bis der Herr Steppenhund sich hierzu äußerte und der Herr Nömix in Ermangelung einer entsprechenden Regelung eine neue Regelung geschaffen hat, die hiermit in das Regelwerk aufzunehmen ist und dank derer ich nun quasi nachrücke und den nächsten Freitagstexter veranstalten darf, der dann diesen Freitag – 18.11.2016 – startet und bis zum darauf folgenden Dienstag läuft, am Mittwoch beschieden wird und dann zum nächsten Blog wandert, so dass alles wieder seine gewohnte Bahnen zieht und keiner Angst haben muss, dass die Tradition des Freitagstextens, die ja nachweislich schon mindestens seit 2005 und damit sage und schreibe rein rechnerisch schon über 572 Mal stattgefunden hat, ein jehes Ende finden sollte, was tatsächlich undenkbar ist, wenn man sich einmal an diese herrliche Tradition gewöhnt hat und traditionsbewusst, wie wir sind und ich sogar aus beruflichen Gründen zur Traditionspflege angehalten bin, wenngleich hier natürlich eine andere Tradition gemeint ist, wollen wir natürlich nicht mit eben dieser brechen und in diesem Sinne (und nach dem längsten Satz dieses Blogs) lade ich am Freitag zum fröhlichen Texten ein!

 

Abschied von Alma

Meine kleine Pflegekatze Alma, von der ich jüngst berichtet habe, hat es leider nicht geschafft. Sie ist bereits letzte Woche Dienstag gestorben, was mir furchtbar nah geht und nach wie vor Tränen kommen lässt.

Ich hab sie morgens gefüttert und als ich bereits auf dem Sprung zur Arbeit war, miaute sie in einer Art, die ich noch nie gehört hatte. Ich war sofort beunruhigt und hab mich nochmal zu ihr gesetzt, um sie zu betüddeln und eventuell zu mehr Fressen zu animieren. Kurz darauf sprang sie auf, taumelte und kippte um. Sie hat furchtbar gehechelt und nach Luft gerungen. Insgeheim war mir schon klar, dass das der Anfang von Ende sein wird, aber wirklich zulassen konnte und wollte ich den Gedanken nicht. Ich hab meinen Tierarzt versucht zu erreichen, der allerdings kein Notruftelefon betreibt. Anita Maes, die sich mit „Notfellen“ auskennt, hat mir einen weiteren Tierarzt und zur Not die Tierklinik in Kleve empfohlen. Die ist allerdings mindestens 20 Minuten entfernt und so war ich sehr erleichtert, dass ich Dr. Moosmann in Bedburg-Hau erreichen konnte, der seine Praxis quasi um die Ecke hat und sagte: „Sofort herbringen.“
Ich hab Alma, die zwischenzeitlich ein paar Mal kopflos losgestürmt war und ihre Beine gar nicht mehr sortiert bekam, in den Korb gelegt und bin los. Dr. Moosmann hat mich direkt in Empfang genommen und sich ein Bild gemacht. Almas Zustand war natürlich desaströs. Sie hat, seitdem ich sie bei mir hatte, kaum zugenommen, ihre Haut war nach wie vor kalkweiß und ihre Hydration war nur minimal besser. Im Vergleich zum Vortag, als sie tatsächlich noch Blumentöpfe vom Fensterbrett geholt hat, war sie nur noch Schatten ihrer selbst. Sie bekam sofort Aufbauspritzen und Sauerstoff über einen Nasenschlauch direkt zugeführt.

Ihr Chancen standen bei ca. 10% und sie tapfer gekämpft. Mehrmals ist sie dem Tod von der Schippe gesprungen und hat sich gegen den Tod gestämmt, aber am Ende, war ihr Körper schon zu geschwächt.

Ich bedanke mich bei den Tierarztpraxen von Dr. Hauck und Dr. Moosmann sowie der Tierheilpraxis Goch von Anita Maes und dem Tierparadies Güdden in Kleve, die mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.

Alma – Zu Gast im Standardorbit

Ich habe derzeit einen kleinen Gast bei mir zu Hause: eine kleine graue Maus, die ich mittlerweile Alma getauft habe.

Was ist passiert?

Stallkatze Alma in besseren Tagen
Stallkatze Alma in besseren Tagen

Alma ist eine Katze aus dem Stall, in dem Nevado steht. Sie ist eigentlich furchtbar scheu gegenüber Menschen und sehr vorsichtig. Sie hatte in den vergangenen zwei Jahren je einen Wurf, aus dem unter anderem mein kleines Fotoprojekt Kitty hervorgegangen ist, die seitdem unangefochtene Chefin im Stall ist und die Mäuse quasi ausgerottet hat.
Seit einigen Tagen, war Alma aber äußerst zutraulich und suchte Kontakt zu den Menschen. Dadurch fiel dann auch auf, das Alma abgemagert ist und sehr stumpfes Fell hatte. Sie hatte einen schwankenden Gang und nahm kaum Futter auf. Sie ließ sich sogar von mir im Nacken greifen, so dass ich ihr ins Maul schauen konnte. Ihrer Zähne schienen aber vollkommen in Ordnung, so dass dies scheinbar nicht die Ursache für ihr Abmagern war. Als sie dann allerdings anfing zu schnurren, war ein leichtes Röcheln zu vernehmen.

Für mich war relativ schnell klar, dass Alma zum Tierarzt muss. Die Tage werden immer kälter und die Chance, dass Alma – was immer sie hat – selbst durchkommt, stehen unter diesen Bedingungen schlecht, insbesondere, da sie angebotenes Fressen nicht aufnehmen wollte bzw. konnte.
Wie es so ist, war Alma natürlich nicht aufzufinden, als ich mit Katzenkorb im Stall stand. Sie ließ sich nicht blicken und ich befürchtete schon, dass es zu spät sei. Dienstag Abend bekam ich dann allerdings den Hinweis, dass sich die Kleine im Stroh unter einer Plane versteckt. Für sie vermutlich ein trockener und windgeschützter Ort, der nicht zu kalt ist. Also hab ich Mittwoch nochmal einen versuch gestartet und tatsächlich kam mir Alma direkt entgegen und ließ sich ohne Widerstand einfangen. Wir sind dann umgehend zum Tierarzt und schon auf dem Weg dahin, machte sie mir einen lebendigeren Eindruck, als wüsste sie, dass es aufwärts geht.

Diagnose: Bronchitis

Beim Tierarzt war das Elend das erst richtig erkennbar. Unter den hellen Leuchten konnte man nun sehr gut sehen, wie stark Alma abgemagert war: Die Waage bestätigte dies mit 1,89kg. Alma sollte bei ihrer Größe aber locker 2kg mehr wiegen. Das Abhören war leider nicht so einfach, da Alma unregelmäßig schnurrte, aber dennoch ließen sich unsaubere Atemgeräusche heraushören, so dass die Ärztin erstmal auf Bronchitis tippt. Genauere Untersuchungen haben wir nicht vorgenommen, da Alma einfach zu sehr geschwächt ist und als Wildfang dann doch stellenweise nicht sehr kooperativ ist.
Aus diesem Grund hat sie auch keine Infusion bekommen, sondern lediglich ein kleines Nährstoff-Depot (wie einst Spocky nach seinem unfreiwilligen Ausflug) gespritzt bekommen sowie Antibiotika. Auch gegen Parasiten haben wir vorerst nichts unternommen, da dies den Körper ebenso belasten würde. Alma leidet mindestens unter Flöhen, die ihr sichtbar das Blut aussagen – die Bindehaut im Auge war fast kalkweiß.

Gruppenbild mit Dame?

Mit meinen StarTrekKatern kann ich Alma aufgrund der Parasiten nicht vergesellschaften. Aus diesem Grund bewohnt sie nun vorübergehend mein Bad mit eigener Fressstation und Katzenklo. Dort hat sie es warm und ruhig und sie macht auf mich den Eindruck, dass sie das auch genießt. Sie frisst mittlerweile wieder recht gut wenngleich sie noch Durchfall hat. Ansonsten liegt sie fast ausschließlich im Katzenkorb und bewegt sich nur so viel, wie sie muss – in der Situation nicht falsch. Ich hab ihr noch etwas Kokosöl ins Fell gegeben, um wenigstens etwas gegen Flöhe unternehmen zu können, ohne die chemische Keule auspacken zu müssen.

Pille, Spocky und Scotty fanden das natürlich erstmal komisch, da sie es gewohnt sind, dass alle Türen offen sind. Sie haben selbstverständlich gemerkt, dass ein Gast da ist, aber sie machen zum Glück kein großes Ding daraus. Pille hat sich auf dem Dach vor das Bedezimmerfenster gesetzt und Alma von draußen beobachtet. Gestern Abend wollten alle drei ins Bad und den Damenbesuch begrüßen. Ich glaube die Vier könnten sich verstehen, aber ich will kein Risiko eingehen weder für meine eigenen Katzen bezüglich Parasiten noch für Alma, die einer möglichen Auseinandersetzung wenig entgegen setzen könnte.

Alma wird nun bis zum Wochenende mindestens bei mir bleiben. Am Samstag geht es nochmal zum Tierarzt.

Namensfindung

Alma hatte bisher keinen Namen und ich habe tatsächlich lange überlegt, ob ich der kleinen grauen Maus einen Namen geben soll. Ein Name lässt ein Tier ja nun doch näher an sich heranrücken. Zu nah soll das allerdings nicht passieren, da ich mit drei Katzen, die allesamt recht groß geworden sind, nun wahrlich genug Katzen habe. Abgesehen davon ist Alma ein Streuner und würde mit der Wohnungssituation kaum auf Dauer zurecht kommen.
Dass ich ihr dann doch einen Namen gegeben habe, liegt daran, dass alle Katzen im Stall einen Namen haben und ich es irgendwie unfair fand, dass sie, die am längsten da ist und schon zwei Würfe im Stall zur Welt gebracht und durchgefüttert hat, keinen Namen haben soll, nur weil sie so unscheinbar und scheu ist.

Auf Alma bin ich dann durch die Assoziation „alma mater“ (Latein) gekommen, was so viel wie „nährende Mutter“ heißt und im mir bekannten Sinne die Universität bezeichnet, die einen selbst mit Wissen genährt hat. Die kleine graue Maus hat wie gesagt schon einige Kitten genährt, wovon eine – Kitty – fester Bestandteil des Stallbilds geworden ist. So ist Alma zu ihrem Namen gekommen und ein nachträglicher Blick auf Wikipedia zeigt, dass der Name auch in anderen Bedeutungen durchaus passend ist: junge Frau (hebräisch), tapfer (gotisch) oder auch Wildmensch (mongolisch).

Was seitdem sportlich geschah …

Weiter geht es in der Reihe „Was seitdem geschah…“ mit der Kategorie „Sport“.

Letzte Teilnahme an einem 10km-Lauf und fast die Stunde geknackt.
Letzte Teilnahme an einem 10km-Lauf und fast die Stunde geknackt.

Mein letzter hier verkündete Pegelstand war die erfolgreiche Teilnahme am Steintor-Lauf über 10km  im Jahr 2013. Seitdem habe ich an zwei weiteren Läufen über 10km teilgenommen sowie an einem Volkstriathlon in der Staffel, wobei ich die 5km übernommen habe. bei meinem letzten 10km-Lauf beim Sylvesterlauf Pfalzdorf 2014 konnte ich sogar fast die 1-Stunde-Marke unterschreiten. Es fehlten nur  46 Sekunden. Im Training konnte ich auch schon Strecken von bis zu 15km verzeichnen.

Rekord und danach ging es bergab.
Rekord und danach ging es bergab.

Das war im Januar 2015 – danach war vorerst Ende der „Läufer-Karriere“. Im Februar 2015 hatte ich einen „kleinen“ Unfall im Umgang mit meinem Pferd (mein dämlicher Fehler) und hab mir dabei neben anderen Verletzungen ein Knochenödem im Knie zugezogen. Das hat mich sehr lange außer Gefecht gesetzt, sodass ich erst Mitte 2016 wieder ernsthaft angefangen habe regelmäßig zu laufen, wobei das „regelmäßig“ mir bisweilen noch schwer fällt (Schweinehund und so). Das Knie zwickt leider auch immer mal wieder, so dass ich – auch wenn ich mehr könnte – mich zurückhalte. Das aktuelle Laufpensum liegt bei soliden 5,5km und das möglichst 2 Mal in der Wochen.

Fahrradfahren ist momentan so gar nicht mein Ding. Den Drahtesel habe ich dieses Jahr nicht ein einziges Mal aus der Garage geholt. Dafür bin ich zwischenzeitlich wieder häufiger schwimmen gewesen und habe sogar das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber absolviert, aber – nächster Reitunfall – ich hab mir die Schultern lädiert und sollte das sportliche Schwimmen derzeit besser meiden. Dafür liege ich nun ab und an auf der Gymnastikmatte und arbeite mit Theraband und Hanteln – Rotatorentraining, also Krankengymnastik.

Seit kurzem trage ich noch einen Fitnesstracker mit mir herum – das UP3 von Jawbone. Eigentlich fand ich sowas bisher recht bescheiden, da ich es als überflüssiges Tech-Gadget angesehen habe. Da das UP3 aber über einen Schlafphasenwecker verfügt und ich über die Recherche dazu, darauf gestoßen bin, habe ich mich damit angefreundet. Genaueres dazu schreibe ich demnächst in einem kleinen Testbericht nieder, der hier natürlich zu sehen sein wird.

Vom Geocaching bin ich mittlerweile fast vollkommen ab. Der Reiz ist dahin und ich habe nur noch meine ausgelegten Dosen, die ich aber demnächst auch einsammeln werde.

Ansonsten hat sich sportlich nicht viel getan. Auch wenn viele Sportarten für mich interessant erscheinen (Klettern würd ich gern mal ausprobieren), halte ich mich mit neuen Sportarten zurück. Mir fehlt schlichtweg die Zeit, denn immerhin ist das Reiten nach wie vor mein Hauptsport, den ich fast tagtäglich ausüber. Aber dazu später in der Kategorie „Reiterstübchen“ mehr.

Kein Nachruf

Ich fange diesen Artikel nun zum dritten Mal an und werde es nun ohne viel Pathos auf den Punkt bringen, was ich sagen will.

Auslöser: Tamme Hanken ist mit 56 Jahren gestorben. Eine Person, die ich in jeder Hinsicht ablehne angesichts seiner Methoden. Dafür aber eine Person, die gekonnt wusste, sich zu vermarkten. Überall lese ich derzeit Nachrufe, wie traurig, schade, überraschend das ist und oftmals lese ich auch den Nebensatz „obwohl ich seine Methoden verachte.“

Warum trauert man einem Menschen hinterher, dessen Arbeit, die ihn wesentlich ausmacht, man verachtet?

Ich trauere ihm nicht hinterher. Natürlich tun mir die Angehörigen leid, aber nicht mehr und nicht weniger, wie andere Angehörige, deren Liebsten ähnlich überraschend (oder auch absehbar) aus dem Leben geschieden sind. Natürlich sind 56 Jahre kein Alter zum Sterben, aber ungewöhnlich ist es auch nicht.

Ich ärgere mich vielmehr über diese falsche Anteilnahme. Für mich grenzt es fast an Heuchelei. Ja, man soll nicht schlecht über die Toten sprechen, aber dann soll man doch einfach gar nichts sagen, statt seine eigenen Prinzipien mal eben kurz auszuhebeln.

Tamme Hanken war in meinem Augen ein Scharlatan, der sich gut vermarktet hat. Die Tier- und im Speziellen die Pferdewelt hat mit ihm nichts gewonnen und nichts verloren. Kein Nachruf.

PS: Wer Fan von ihm ist und von seiner Arbeit überzeugt war, darf das gerne sein und dessen Trauer ist natürlich berechtigt. Ich bin kein Fan und weit entfernt davon, überzeugt zu sein, und bitte diese Meinung zu akzeptieren. Mir geht es in diesem Beitrag um den Gegensatz, dass Menschen um Menschen trauern, von denen sie offenkundig nichts halten.