HdRO: Der schmale Grat zur Sucht

Twink No1

Ich hab gestern wieder viel Zeit am PC und in Mittelerde verbracht und dabei auch viel geschafft: der dritte Charakter ist 65, mehrere epische Questreihen abgeschlossen, mal eben die Nûrz-Gâshu-Spalte leer-geräumt, ein bisschen Items in Sammath Gul gefarmt. Das übliche eben.

Das Übliche …

… ist bei mir schon recht umfangreich und erschreckenderweise geht es über das des Gelegenheitsspielers hinaus. Und ich kann mich an eine Zeit vor etwa einem Jahr erinnern, als mein einziger Gedanke zum Feierabend war: Schnell nach Hause und HdRO anwerfen. Ich spürte schon eine kleine Abhängigkeit und im nachhinein betrachtet, war ich wohl nicht weit von der Sucht entfernt.
Wenn ich aber glaube, damit in die Riege der Power-Gamer zu gehören, hab ich mich wohl doch geschnitten, was mir umso bewusster wird, wenn ich ein bisschen ins TS lausche.

Der Jäger S.

S. ist erst seit kurzem (1 Woche?) wieder unter uns, nachdem er fast ein halbes Jahr lang nicht da war. S. hat auch einen Kundigen als Twink, mit dem er nun in Moria ausgeholfen hatte und sagte irgendwann, er fände den Stun nicht. Ist ja immerhin schon ein halbes Jahr her. Alles normal also. Denkste.
Halbe Stunde später ist er mit seinem Main online, der schon seit ner halben Woche 65 ist. Er hat jetzt schon den dritten Bogen aus dem 2. Zeitalter (Wert ca. 100G, was im Vergleich zu WoW richtig viel ist) und immernoch nicht die richtige Legacies drauf – kauft er sich halt noch einen.
S. hat in dem halben Jahr übrigens sein Sippenhaus verloren – nicht das seiner Sippe – seins! S. hat nicht nur ein Haus, er bewohnt eine ganze Siedlung. Dafür braucht man schon ein bisschen mehr Gold und das bekommt man, indem man ganz viel Zeit in Mittelerde verbringt.

Der Kundige E.

In HdRO kann man pro Account maximal 9 Charaktere anlegen. E. hat das ausgereizt und nicht nur Platzhalter für Namen kreiert. 7 Charaktere von E. sind bereits 65 und die anderen beiden auf dem besten Weg dorthin. Entsprechend ihres Levels haben alle Charaktere die epischen Quests abgeschlossen – alle – auch die, die einem nichts mehr bringen außer Crap. Gleiches gilt für Traits – während selbst mein Main-Charakter noch nicht alle Traits auf 10 hat (ich find nichts langweiliger als Mobs farmen), hat E. alles getraitet – am Beispiel Tapferkeit in Angmar, sind das schon allein 4320 Würmer, die das Zeitliche segnen müssen.

Der Waffenmeister T.

Es ergab sich vor einiger Zeit, dass wir nach Dar Narbugud gehen wollten, aber es fehlte der 12. Mann. Nach langem suchen, fragen, … erklärte T. sich bereit, seinen Hauptmann ins Rennen zu schicken. Wer jetzt meint, dass das unser Problem nur verschiebt, da wir immernoch nur 11 Mann/Frau waren, hat weit gefehlt. Der Hauptmann von T. liegt auf einem anderen Account. Also hat T. kurzerhand seinen zweiten Rechner angemacht, HdRO gestartet und seinen Hauptmann mit ins Rennen geschickt. Zwar hat T. ihn nur sticky mitgenommen, aber dennoch die Hauptaufgaben des Hauptmanns wahrgenommen: Buffen, Heil-Support, Mut fassen, … .
Ich finde, das ist schon eine beachtliche Leistung, aber schon so ein bisschen schräg. Das Suchtindiz seh ich übrigens darin, Geld für mehrere Accounts auszugeben oder, wie es nicht unüblich zu sein scheint, Accounts bei eBay zu kaufen.

Wenn ich mich so umsehe, bin ich wohl doch weit entfernt. Ich bin zwar nicht auf Namidhs Wörterbuch Normalsterblich <-> Progamer angewiesen und mittlerweile versteh ich auch problemlos die Online-Rollenspiel-Jingles (mp3 hier und hier) von Radio Fritz, aber angesichts solcher Beispiele bin ich glücklicherweise weit entfernt vom Progamer. Dieses RL, oder wie ihr es nennt, hat halt doch die besseren Argumente.

PS: Ähnlichkeiten mit existierenden Spielern sind rein zufällig und fast gar nicht beabsichtigt.

Winterdepression oder doch nur Stimmungstief

Dank unserer Informationsgesellschaft und allumfassenden Internets fühlt sich jedermann zu allem berufen. Schlagartig ist man umgeben von selbsternannten Ärzten, die in jedem Fachgebiet Spezialist sind. Der Erfahrungsbericht einer Person wird kurzer Hand zur Checkliste umfunktioniert und ohne dass man sich versieht, hat man Leistenbruch, Blinddarm, Herz-Rythmus-Störungen, Depressionen – und das natürlich alles gleichzeitig. Wozu da noch zum Arzt gehen und womöglich 10 Euro Praxisgebühr dalassen, wenn man die Diagnose doch selbst stellen kann. Ohne es zu merken, macht das Internet einen schnell zum Hypochonder oder die Mücke zum Elefanten.

Ich hatte vergangene Woche einen Durchhänger, der seines gleichen suchte. Ein Freund nahm das Wort ‚Winterdepression‘ in den Mund und schon war ich am googlen und tatsächlich ergab die Checkliste: Winterdepression. Man muss nur auf die richtigen Seiten gehen und irgendwo passen die Symptome dann auch.
Zwei Tage später ging es mir wieder blendend. Da ich aber schon öfter von Winterdepressionen gehört habe, wollte ich mehr darüber erfahren und hab mich gestern mit einer Bekannten auf einen Kaffee getroffen, die ihres Zeichens Psychologin ist. Allein meine Anfrage lies bei ihr schon die Alarmglocken klingeln und ich war schon unsicher, worauf ich mich da eingelassen hatte. Nicht dass ich zum Schluss durchanalysiert bin und als seelisches Frack dastehe.

Es war natürlich alles halb so schlimm. Analysiert wurde ich trotzdem.

Das man im Winter etwas unter Normal fährt, ist nichts Ungewöhnliches und liegt nicht selten daran, dass man weniger Zeit im Freien verbringt und die kurzen Tage den Hormonhaushalt beeinflussen können. Ausschläge nach oben oder unten – also Hochgefühl oder Stimmungstief – sind ganz normal. Ob daraus eine Winterdepression wird, steht ganz woanders geschrieben und das zu diagnostizieren ist Aufgabe eines Arztes. Und das sollte es auch bleiben, denn das Fallbeispiel einer Person lässt sich nie 1:1 auf eine andere übertragen. Jeder Mensch hat individuelle Erfahrungen, die ihn mehr oder weniger nachhaltig prägen. Diese und viele andere Aspekte spielen in so eine Diagnose rein und können manchmal sogar nur mit anderen Fachärzten gemeinsam abgeklärt werden.

Ähnlich ist es mit der Prokrastination. Diesen Begriff hab ich wirklich erst diesen Winter kennengelernt, aber er scheint omnipräsent zu sein und inflationär genutzt zu werden. Und ich weiß nicht wie viele Tweets ich mit #prokrastination abgesetzt habe oder es als Ausrede für meine Anflüge mangelnder Motivation angeführt habe. Prokrastination ist ein Verhaltensbild und ich wette, die meisten, die dieses anführen, sind eigentlich nur faul, motivationslos oder schlicht unzufrieden mit der derzeitigen Situation, aber leiden nicht wirklich unter Prokrastination.

Was ich in meinem Gespräch gestern gelernt habe ist u.a. die Form der Therapie. Ich finde „Therapie“ ist ein sehr starkes und hartes Wort, bei dem man dazu neigt, gleich schwerste psychische Störungen zu assoziieren. Im Winter spazieren gehen oder regelmäßig Laufen gehen, ist eine Therapie gegen Stimmungstiefs, da Licht tanken und Bewegung die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter anregt. Und niemand wird glauben, man wäre ein Fall für die psychatrische Anstalt, wenn man Laufen geht!
Viele Probleme lassen sich somit in Eigentherapie lösen. Dazu gehört, den eigenen Schweinehund zu überwinden. Das muss man sich bewusst machen und sich an manchen Stellen selbst zwingen (beispielsweise durch Terminsetzung oder Versprechungen), den Fuß vor die Tür zu setzen.

Bevor man nun aus der Mücke einen Elefanten macht, sollte man meiner Meinung nach erstmal an sich selber arbeiten. Im Zweifelsfall ist es vollkommen unverfänglich sich professionellen Rat zu holen. Dazu sind es Profis! Und im übrigen gibt es vielerorts Beratungsstellen, bei denen keinerlei Daten erhoben werden, die womöglich in Personalakten oder dergleichen auftauchen.

[ironie] Fahrschule war gestern …

… und weil man von Natur aus, gewisse Informationen aus dem Hirn streicht und durch neue, womöglich wichtigere ersetzt, hier eine kleine Auffrischung:

1. Blinken

Blinken wird prinzipiell überbewertet und ist nur noch in wenigen Teilen Deutschlands zu sehen. Die Industrie tendiert mittlerweile auch dazu, Blinker abzuschaffen, da die meisten Autofahrer die in diesen Zeiten der Überwachung zu der vollkommen richtigen Einstellung übergehen: „Ich blinke nicht, weil es dich gar nichts angeht, wo ich hin will.“
In diesem Zusammenhang ist für Anhänger des Blinkers die Verwirrungstaktik populär geworden: rechts blinken, links fahren. Auch beliebt und vollkommen legitim ist die Variante, erst nach dem Abbiegen zu blinken.

2. Tempo-Limits

Tempo-Limits werden hierzulande durch ein rundes weißes Schild, mit einem roten Rand und einer großen, meist 2- selten 3-stelligen Zahl dargestellt. Das Fahrverhalten, welches einzunehmen ist, wenn man ein solches Schild sieht, entspricht dem einer Person  im angegebenen Alter.
Tempo-30 verlangt vom Fahrer also das Fahrverhalten eines 30-Jährigen: Er trauert der Zeit nach, als er noch 20 war, indem er nochmal richtig Gas gibt.
Tempo-50 ist etwas schwieriger, da das Verhalten eines 50-Jährigen nicht immer altersgemäß ist. Die einen sind die Ruhe selbst, die anderen drehen nochmal richtig auf. Dementsprechend ist ein gelassener Fahrstil anzubringen oder der eines Junggebliebenen. Spontane Wechsel sind dabei gängig.
Tempo-80 ist für gerade junge Leute schwierig umzusetzen, da sie nicht über die physischen Voraussetzungen arthrose-geschädigter Füße verfügen und kaum in der Lage sind, ihre Reaktionsfähigkeit auf das notwendige Minimum runter zu fahren, das dieser äußerlich unsicher wirkende Fahrstil verlangt.
Als äußerst schwierig gestalten sich Tempolimits im 3-stelligen Bereich. Da es beispielsweise nur wenige 120-jährige Autofahrer gibt, fehlt vielen jüngeren Autofahrern schlichtweg die Vorstellung, wie man in diesem Alter Auto fährt. Hier ist vielmehr die Fantasie des Verkehrsteilnehmers gefragt, welche von anderen respektiert werden muss.
Kritisch ist das Verkehrszeichen, welches Tempo-Limits aufhebt – dargestellt durch das jeweilige Tempo in grau mit Querstreifen. Anstatt zu fahren, wie es dem eigenen Alter entspricht (man muss sich nun nicht mehr wie ein 80-Jähriger benehmen), neigen viele Verkehrsteilnehmer dazu, dieses Schild zu ignorieren, weil sie sich in ihrer Rolle des 30-, 50- oder 80-Jährigen so wohl fühlen.

3. Überholen

Beim Überholen ist eines ganz wichtig: Das Tempo des Überholenden darf das des Überholten nur um wenige Stundenkilometer überschreiten. Nur auf diese Art und Weise ist sichergestellt, dass der Fahrer die Insassen des überholten Fahrzeugs sich genau einprägen kann, denn es heißt ja: Man sieht sich immer zweimal im Leben und um diesen Moment nicht zu verpassen, sollte man sich alle Menschen gut merken. Das ist mit 20 km/h oder mehr Geschwindigkeitsüberschuss nicht möglich. Im Falle von LKWs kann man auch so viel besser die Beschriftung (Firma, Telefonnummer) lesen und bei ausländischen LKWs an den eigenen Fremdsprachenkenntnissen arbeiten.

4. Behindertparkplatz

Ein Behindertenparkplatz ist mitnichten für behinderte Menschen vorgesehen. Es ist viel mehr als Aufforderung zu sehen, möglichst schief und platzeinnehmend zu parken, um dann als behindert tituliert zu werden.

5. Abstand

Da nicht auf jeder Strecke das Überholen möglich ist und dem Fahrer der Blick auf die fahrzeuginsassen verwehrt ist, muss er ersatzweise möglichst dicht auffahren, damit er zumindest die Hinterköpfe und andere Details sehen kann, durch die er dann die Insassen wiedererkennt (siehe Punkt 3).

[/ironie]

IT: Die Verdummung durch die Informationsgesellschaft?

Neulich erzählte mir ein Freund folgende Geschichte:

Er saß mit einem Kollegen zusammen und im Radio lief ein bekannter Song aus den 60er und keinem der beden wollte partout der Interpret geschweige denn der Titel des Songs einfallen. Als ein weiterer Kollege dazukam, zückte dieser kurzerhand sein iPhone, hielt es an die Boxen und das iPhone klärte die Herren ausführlich über den Song auf.

Diese Funktion (neusprech: App) war mir bereits aus einer Werbung bekannt und prinzipiell finde ich es ja genial. Aber …

Ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich nach dem Motto lebe „Wissen ist, wissen wo es steht“. In Zeiten von Google und Co. muss ich jetzt aber anfangen zu differenzieren, denn zu wissen, wo es steht, kann ich nicht mit Google gleichsetzen.

Früher hat das Wissen zu wissen, wo etwas steht, impliziert, dass ich mich bereits einmal mit der Materie befasst habe, mir die Details nicht gemerkt habe, dafür aber, wo ich nachschlagen kann. Wenn mich heute also jemand fragt, wie ich den Lösungsraum einer Gleichung mit drei Unbekannten ermittel, sag ich demjenigen: Das machst du mit dem Gauss-Algorithmus. Da ich das aber schon lange nicht mehr gemacht habe und nicht mehr so hundertprozentig fit in Linearer Algebra bin, sag ich ihm auch: Das hab ich meinen Skripten und einem Buch stehen – ich such es dir raus.
Heute würde ich mich an meinen PC klemmen, der ja sowieso immer an ist und dank Flatrate auch immer online ist, die große Suchmaschine mit den 6 bunten Buchstaben öffnen und eintippen: „Lösungsraum Gleichung Unbekannte“ und die eines der ersten Suchergebnisse würde mich aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine Seite führen, die mir den Gaussalgorithmus erklärt.

Der kleine aber feine Unterschied ist, dass ich im zweiten Fall mich mit der Materie in keinster Weise beschäftigen muss und meine Hirnwindungen brav weiter auf Sparflamme züngeln.

Zurück zu der Geschichte meines Freundes. Wir beide waren uns einig, die App ist genial, aber wir verblöden. Wir haben also überlegt, wie hätte ich den Songtitel erfahren, wenn es diese App nicht gäbe.

1. Wir hätten genau auf den Text des Liedes geachtet, insbesondere des Refrains und eventuell auf charakteristische Merkmale des Sängers.

2. Wir wären ins nächste Musik-Geschäft gegangen und hätten der Kompetenten Fachkraft von dem Lied erzählt.

3. Weil die Fachkraft im Geschäft so kompetent ist und Musik ihr täglich Brot ist, hätte sie uns sofort gesagt, wer der Interpret ist und wie der Titel heißt und uns gleich noch ne CD aufgeschwatzt.

Alternativ hätten wir beim Radiosender angerufen und wären einen ähnlichen Weg beschritten.

So oder so, wir hätten uns mit dem Lied beschäftigt wie mit einem Feinschmeckermenü und es nicht einfach konsumiert wie Pommes-Rot-Weiß.

Was hat das jetzt mit der Informationsgesellschaft zu tun?

Es gibt verschiedene Stufen, wie sich Wissen zusammensetzt. Ganz unten stehen die Daten, eine Ansammlung von Zeichen, Symbolen, etc. ohne erkennbaren Zusammenhang. Stellt man zwischen Daten einen Zusammenhang her, entsteht daraus eine Information. Eine Information allein kann bereits hilfreich sein, bringt uns in der Regel aber nicht weit. Was will ich mit der Information, dass der Himmel blau ist? Ok – spätestens jetzt weiß ich es, aber was bringt es mir? Eine Information allein hat nur einen geringen Wert. Wertvoll wird sie erst durch die (sinnvolle) Verknüpfung mit anderen Informationen zu Wissen.
Wissen ist also vielmehr die Verknüfung selbst. Computer können nur Verknüpfungen darstellen, die der Mensch ihm vorher eingibt. Neue Verknüpfungen und somit neues Wissen können Computer so nicht erzeugen. Das Erzeugen neuer Verknüpfungen ist grob gesagt Ziel des Semantic Webs, welches von Tim Berners Lee als Erweiterung des WWW gedacht war – man könnte es also als die ursprüngliche Vorstellung des Web 2.0 sehen.

Unsere Informationsgesellschaft basiert darauf, dass wir jederzeit und überall Zugriff auf Informationen haben – wir werden regelrecht von ihnen überflutet. Die Verknüpfungen allerdings werden nur selten mitgeliefert und sind nicht immer richtig, nur weil Google sie als erstes Ergebnis präsentiert.
Aber genau das passiert heutzutage immer häufiger und in Zukunft immer mehr.

Ohne es zu merken, werden unsere Geschmacksnerven stumpf und wir halten Pommes-Rot-Weiß für Feinkost. Den wahren Feinschmecker wird es kaum noch geben.

Gelesen: Und übrigens noch was … von Eoin Colfer

Quelle: Heyne Verlag

Vor ungefähr 5 Jahren entdeckte ich auf dem Schreibtisch eines Kollegen „Per Anhalter durch Galaxis“ von Douglas Adams und da ich grad nichts anderes zu tun hatte, hab ich reingelesen. Die Sucht war augenblicklich da und überraschender Weise lag bei meiner Mutter im Bücherregal eine ungelesene Version, welche alle 5 Teile der vierbändigen Trilogie in einem Buch zusammenfasste. Innerhalb weniger Wochen hatte ich voller Begeisterung alle Teile gelesen und fortan prägten Sätze wie „Danke für den Fisch“ oder die simple Antwort „42“ meinen Sprachgebrauch.
Als ich im vergangenen Jahr von der Fortsetzung der Serie las, war ich Feuer und Flamme. Zugegeben war es an mir vorbeigegangen, dass Douglas Adams mittlerweile verstorben war, diverse Zeitungsartikel machten mir aber Mut für die Fortsetzung von Eoin Colfer. Als ich im Untertitel des Buches las, dies wäre die sechste Folge der Trilogie, war ich mir sicher: das Buch kaufe ich.

Die Protagonisten Arthur Dent, Ford Prefect, Trillian, Random, Arthurs und Trillians Tochter, und Zaphod Beeblebrox sind wieder im Spiel. Den Auftakt macht mal wieder die Zerstörung der Erde. Gerettet werden die fünf diesmal nicht per Anhalter sondern durch den unwahrscheinlichen Zufall, dass just im Moment der Zerstörung der Erde (übrigens in allen Paralell-Universen – nur so zur Sicherheit) der unendlich Verlängerte daherkommt, um seiner Lebensaufgabe nachzukommen: das systematische Beleidigen aller Lebewesen des Universums. Irgendeine Aufgabe muss man sich ja stellen, wenn man unsterblich ist. Und dem unendlich Verlängerten die Unsterblichkeit so richtig langweilt, geht er mit dem Präsidenten der Galaxis, Zaphod Beeblebrox, einen Deal ein: Zaphod soll für seinen Tod sorgen. Zu diesem Zweck reist die Gruppe nach Asgard, dem Heimatplaneten der Götter – die da Thor oder Heimdall heißen und mir alle aus Stargate bekannt vorkommen und somit aus den nordischen Göttersagen entstammen. Bei Stargate hab ich diese Verbindung verstanden, hier noch nicht wirklich.
Die ersten 5 Teile der Trilogie sind nicht mehr ganz so frisch bei mir und das könnte an mancher Stelle durchaus für die Fragezeichen in meinem Gesicht verantwortlich sien. Aber selbst wenn ich das buch nur 3 Tage nicht in der Hand hatte, tun sich Lücken im Zusammanhang auf.

Und nun liegt es da. Ungefähr die Hälfte hab ich geschafft, die Lesegier will sich aber nicht so recht einstellen. Wenn ich ehrlich bin, hab ich derzeit sogar die Lust am Lesen verloren. Kein gutes Zeichen.

Gelesen: Midnight Breed-Serie von Lara Adrian

Quelle: Egmont Lyx

Mehr durch Zufall bin ich auf die Midnight-Breed-Serie der amerikanischen Autorin Lara Adrian gestoßen. Lara Adrian ist das Pseudonym der Autorin Tina St. John, welche unter ihrem richtigen Namen ebenfalls Romane veröffentlicht. Die Serie besteht aktuell aus 6 Büchern welche im Egmont-Lyx-Verlag als Taschenbuch erschienen sind und jeweils 9,95 Euro kosten.

Die Buch-Serie handelt vom derzeit beliebten Thema der Vampire. Die Theorie der Autorin zu der Existenz von Vampiren ist gar nicht so abwegig. Es sind gestrandete Außerirdische, deren Stoffwechsel auf den Konsum von Blut ausgelegt ist. Neben dem Bedürfnis der Nahrungsaufnahme haben die Vampire natürlich auch das Bedürfnis nach Fortpflanzung, womit wir zur Romantik dieser auf weibliches Publikum ausgerichteten Buch-Serie kommen. Ein außerirdischer Vampir ist jedoch nicht mit jedem menschlichen Weib zur Fortpflanzung fähig – wär ja zu schön. Nur Frauen mit einem bestimmten Gen-Muster, welches äußerlich an einem Muttermal aus Mondsichel und Träne erkennbar ist, kommen infrage (dieser interstellare Zufall ist dann schon etwas abwegig). Auf diese Art und Weise sind aus einer Handvoll gestrandeter Außerirdischer eine weltumspannende Zivilisation geworden, welche nach eigenen Gesetzen und Strukturen im Untergrund der menschlichen Gesellschaft lebt. Natürlich kommt es dabei regelmäßig zu Kontakten an der Oberfläche und innerhalb der Vampirgesellschaft gibt es auch Konfliktpotenzial.
Eben dieses Konfliktpotenzial ist es, welches sich als roter Faden durch die Serie zieht und den Leser dazu animiert, weitere Bände zu lesen. Denn die Geschichte der einzelnen Bände in sich ist eigentlich immer dieselbe: Vampir trifft Frau, sie verlieben sich, haben sensationellen Sex und kämpfen fortan Seite an Seite.

 

Angefangen habe ich die Serie nicht mit Band 1, sodern, weil ich es zu dem Zeitpunkt nicht besser wusste, mit Band 5: Gefährtin der Schatten. Recht schnell hat mich der Stil von Lara Adrian und die Geschichte gefesselt. Ohne die anderen 4 Bände zu kennen, konnte ich der Erzählung problemlos folgen. Zwar bekam ich das Gefühl, dass dies nicht der erste Teil sein kann (ein Blick in den Klapptext belegte das recht eindeutig), dennoch warfen sich keine Verständnisfragen auf.
Genau dieser Punkt hat sich dann aber bei der Lektüre der anderen 5 Teile als Nachteil erwiesen (meine Lesereihenfolge war übrigens 5, 4, 1, 2, 3, 6). Während der rote Faden der Serie mit nur wenigen Absätzen aufgefangen bzw. für den neuen Leser rekonstruiert wurde, ging mir die 6fache Erklärung der Existenz der Vampire und ihrer besonderen Verbindung zu menschlichen Frauen irgendwann auf die Nerven.

Jedes Band stellt das Kennenlernen der Protagonisten anders dar. Dem Leser wird natürlich schnell klar, worauf es hinausläuft: wer mit wem. Interessant und spannend ist dabei das ‚Wie‘, denn reibungslos nach dem Motto ‚Gesucht und Gefunden‘ läuft es bei keinem Paar ab. Während der eine der Liebe schon seit Jahrhunderten abgeschworen hat, die nächste sich auf einem Rachefeldzug befindet, ein anderer nur an Selbstmord denkt, bringt das Schicksal sie doch immer zusammen. Sobald beide von der Erkenntnis getroffen sind, dass sie sich lieben, geht es ans zwischenmenschlich eingemachte. Lara Adrian hat eine direkte Art Erotik zu erzeugen, dass man sich am liebsten den nächsten Muskelmann krallen will und hofft es sei ein solcher Vampir.

Obwohl mich Band 6 nicht so überzeugt hat (die Story war klasse, aber der Stil hat irgendwie nachgelassen – vielleicht lags am Übersetzer?), werd ich definitiv den nächsten Teil sehnsüchtig erwarten, welcher im Juni 2010 erscheinen soll.

Vor kurzem hab ich erstmals das Musikvideo von Timbaland feat. SoShy & Nelly Furtado mit „Morning after Dark“ gesehen, in dem u.a. am Ende eine Frau zu sehen ist, welche auf der Hand ein Muttermal in Form einer Mondsichel und eines Kreises (stilisierte Träne?) hat. Zwar wird das Video mehr mit der Vampir-Saga Twilight in Verbindung gebracht – meine erste Assoziation war jedoch Midnight Breed.

Reiten: Im Schnee

Winterausritt mit Mitosz

Der Winter ist so eine Jahreszeit, die es drauf hat, die Gesellschaft zu teilen. Die einen können ihn kaum erwarten, um in halsbrecherischen Tempo die Berghänge herunter zu jagen, den anderen schlägt der Mangel an Sonnenstunde gehörig auf das Gemüt und führt im schlimmsten Fall zu Winterdepressionen.

Ich bin kein Schönwetterreiter …

… und spätestens als Pferdebesitzer muss man sich damit arangieren, auch bei nassem und kaltem Wetter in den Stall zu gehen. In 90% der Wintertage wird das kein schönes Erlebnis. Die restlichen 10% der Tage machen meines Erachtens alles wett.

In den letzten Wochen gab es eine Handvoll solcher Tage und ich habe sie auf dem Pferd nutzen können. Ich möchte an dieser Stelle ein paar kurze Erlebnisse aus Winterausritten schildern, die Verlockung und Warnung zugleich sind, damit aus dem Ausritt auch ein schönes Erlebnis werden kann.

Bis zum Bauch im Schnee

Im Winter 2003/04 bin ich nach Oberbayern gezogen und habe erstmals richtige Winterausritte machen können. In Brandenburg fehlte es dazu einfach an Schnee. Obwohl Pfefferoni ein bayrisches Warmblut war, war das auch für sie eine neue Erfahrung. Es gab ein paar wundervolle Tage, an denen wir über schneebedeckte Hänge galoppiert sind und bis zum Bauch in Schneewehen versunken sind.
Der Ritt durch solch hohen Schnee ist enorm anstrengend und gerade in hügeligen Regionen, sollte das Pferd schon etwas Kondition mitbringen. Spätestens jetzt aber, kriegt es welche. Ist die Schneedecke aber kontinuierlich so dick, würd ich den Ausritt streichen, da er zu einer Quälerei ausarten kann und dann macht es weder mir noch dem Pferd Spaß. Sinkt ein Pferd bis zum Bauch im Schnee ein, kann es leicht Panik bekommen, da es das Gefühl bekommt festzustecken. Das ist unnötiger Stress für das Pferd und keine mentale Voraussetzung für zukünftige Ausritte.

Holidays on Ice

Ich weiß nicht mehr welcher Winter es war, aber es ergab sich, dass auf Feldern und Landwirtschaftswegen reichlich Schnee lag und ich beschloss eine Strecke jenseits der Bundesstraße zu reiten. Dazu musste ich selbige unterqueren und durch ein oder zwei Dörfer reiten. Da Pfefferoni ziemlich straßentauglich war, die Sonne schien und eigentlich alles perfekt war, hab ich in keinster Weise an meinem Plan gezweifelt.
Woran ich nicht gedacht hatte, war, dass die intensive Sonneneinstrahlung den Schnee zum Antauen gebracht hatte. Das Schmelzwasser floss auf die Straßen und löste sich in der Sonne in Wohlgefallen auf. Im Schatten allerdings gefror das Wasser auf der Straße und sorgte so für einen spiegelglatten Film, der als solches nicht erkennbar war. Bemerkt hatte ich ihn erst, als es schon zu spät war und Pfefferoni auf einer leicht abschüssigen Straße ins Rutschen kam. Der Effekte durfte ähnlich des eines Eisläufers gewesen sein.
Pfefferoni hatte nun nicht nur mich zu schleppen, sondern auch ihre 4 Beine so zu sortieren, dass sie sich und mich ins Gleichgewicht bringt. Zwar konnte ich am Straßenrand trockene Stellen ausmachen, die definitiv nicht glatt waren, aber in diesem instabilen Zustand wagte ich nicht daran zu denken, Pfefferoni in irgendeine Richtung zu manövrieren. Ich gebe zu: Ich hatte Angst.
Ich musste Pfefferoni und ihrem Gleichgewichtssinn vertrauen und ihr möglichst nicht dazwischenfunken. Nach unendlichen Minuten hatte sie eine trockene Stelle erreicht und stand wieder sicher. Von da an hab ich schattige Straßenabschnitte gemieden und meinen Hufschmied um Rat gefragt. Er hat Pfefferoni Hartstahlstifte in die Eisen eingesetzt, die wie kleine Anker auf glatten Flächen funktionieren.
Kostenpunkt: 5 Euro für zwei Eisen (also 10 Euro bei Vollbeschlag) und die Stifte sind wiederverwendbar!

Aufstollen statt Christstollen

Pfefferoni hatte nicht immer Hufeisen und als ich den ersten Winter mit Eisen unterwegs war, merkte ich recht schnell, wie sie mehr und mehr unsicher auftrat. Ein Blick unter die Hufe offenbarte mir ein äußerst festsitzender Eisklumpen. Statt auf den Eisen und somit dem Tragrand des Hufes lastete das Pferdegewicht über den Eisklumpen auf Sohle und Strahl und Pfefferoni ging füllig. Das Problem war nun vielmehr, das Eis zu entfernen. Und das nicht nur einmal während des Rittes.
Wieder daheim angekommen, hab ich den Hufschmied kontaktiert, ob es Abhilfe gegen das Aufstollen gibt. Die Abhilfe hat der St. Moritzer Peppino Cattaneo Anfang der 80er (PDF) erfunden und heißt Hufgrip. Diese Gummieinlagen sorgen dafür, dass Schnee, Schlamm und dergleichen schlicht aus dem Huf wieder rausfällt bevor er sich verdichten kann und verklemmt.
Hufgrips können mehrere Beschlagperioden und u.U. auch mehrere Winter lang eingesetzt werden und kosten etwa 5 Euro pro Huf.
Ein kleines Manko gibt es allerdings. Bei Spezialbeschlägen, wie orthopädischen Eisen, kann die Funktionsfähigkeit der Grips eingeschränkt sein.