Ein totes Pferd: Fitnesstracker von Jawbone

Das Jawbone Up3 - schlicht, elegant und voller Funktionen
Das Jawbone Up3 – schlicht, elegant und voller Funktionen

Ein halbes Jahr lang habe ich jetzt den Activity-Tracker Up3 von Jawbone genutzt und eigentlich bin ich auch sehr zufrieden. Eigentlich deshalb, weil ich mich nun doch von dem Armband getrennt habe und einen Kauf auch nicht weiter empfehlen möchte.

Aus diesem Grund möchte ich auch gar nicht viel zu Funktionsumfang, App, Tragegefühl, Optik, … sagen. Das alles kann man in vielen anderen Erfahrungsberichten nachlesen. Ich kann es bestätigen und ob das Armband etwas für einen persönlich ist, hängt ja letztlich auch davon ab, was man davon erwartet.

Eigentlich hatte ich einen Schlafphasenwecker gesucht. Die Suche nach einem Tischgerät war aber sehr ernüchternd, da der Funktionsumfang eines solchen Schlafphasenweckers sehr bescheiden scheint im Vergleich zum Preis von oft über 100 Euro.

Im Rahmen der Recherche bin ich dann auf das Up3 gestoßen, dass neben Schlafanalyse auch einen Schlafphasenwecker hat. Da das Up3 außerdem sehr schlicht daherkommt, jede Menge andere nette Features hat und damals bei ca. 70 Euro lag, hab ich mich kurzerhand dafür entschieden.

Auch im Armband sind Sensoren verbaut, somit ist es nicht austauschbar
Auch im Armband sind Sensoren verbaut, somit ist es nicht austauschbar

Der Schlafphasenwecker hat zwar nur bedingt für mich funktioniert (ich bin trotzdem einfach wieder eingeschlafen), aber in der Summe hab ich das Armband als netten Alltagsbegleiter empfunden und schätzen gelernt. Ich bekam aufeinmal einen Überblick über meine aktiven Zeiten, meine Herzgesundheit und wurde regelmäßig daran erinnert Flüssigkeit zu mir zu nehmen und vom PC aufzustehen.

 

Dass ich das Armband dennoch nicht zum Kauf empfehlen kann, liegt an einem (bekannten) Konstruktionsfehler und dem scheinbaren Rückzug von Jawbone vom Wearable-Markt. Ersteres führt dazu, dass das Armband in regelmäßigen Abständen kaputt geht und unbrauchbar wird. Letzteres führt dazu, dass es Jawbone mit der Garantie und dem Support nicht mehr allzu ernst nimmt und sich sehr viel Unmut gebildet hat.

Der Konstruktionsfehler

Der geöffnete Verschluss
Der geöffnete Verschluss

Das Problem mit dem Armband ist der Schließmechanismus. Er ist zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig und teilweise wohl auch unzuverlässig, aber das hat mich nicht abgeschreckt. In meinem Fall ist es vielleicht 3 Mal in 6 Monaten von selbst aufgegangen. Das lag dann aber auch an mechanischen Einflüssen wie Uhr oder im Pullover verhakt. Beim Reiten, Laufen, Hausarbeit, Schlafen, Stricken … hat es immer gehalten. Verloren – wie es manch anderer Nutzer schreibt – habe ich es nie. Ich hab das Band allerdings auch relativ fest angelegt gehabt. Abgelegt habe ich das Band eigentlich nur zum Duschen und zum Aufladen. Da das aber ganz normale Szenarien sind, sollte sich das nicht negativ auf den Schließmechanismus auswirken dürfen.

Jawbone hat dieses Problem auch erkannt und bietet einen Sicherungsclip an, den man über die Webseite kostenlos ordern kann. Ich hab ihn leider nie erhalten, was wohl mit den Support-Problemen – weiter unten beschrieben – zusammenhängt.

Konstruktionsfehler: Verschluss
Konstruktionsfehler: Verschluss

An dieses Problem kann man sich gewöhnen und mit geeigneten Mittelchen sich zur Not selbst behelfen. Der eigentliche und viel gravierendere Konstruktionsfehler am Verschluss ist die Überlastung des Silikonarmbands hinter der Schließe, der schließlich zum irreparablen Bruch und damit der Unbrauchbarkeit des gesamten Bandes führt.

Durch den eingesetzten Mechanismus wird das Band hinter der Schließe stärker gebogen und mehr belastet als das restliche Band. Es besteht eigentlich ein permanenter Zug auf diese eine Stelle, so dass diese irgendwann bricht – so auch mein Band, wie man im Bild sieht.

Ich habe versucht dies mal schematisch darzustellen. Im Bild sieht man die linke und rechte Seite das Silikonbandes, die untere Hälfte der Schließe (grün) und die obere Hälfte (pink), die im Silikon eingegossen ist (pink gestrichelt).

Schema des Konstruktionsproblems
Schema des Konstruktionsproblems

An Stelle (1) und (2) besteht Zug auf das Band, der ggf. durch Bewegung der Hand oder des Armes noch verstärkt wird. Die obere Hälfte der Schließe ist mit der unteren verhakt, so dass diese aneinander gedrückt werden (3). Die unter Hälfte der Schließe wird auf der Seite, die mit dem Band verbunden ist quasi angehoben und drück somit gegen den im Silikon eingegossenen Teil der oberen Schließe (4). Dieser Druck nach oben in Kombination mit dem Zug auf dem Armband an sich (1) bewirkt, das an der Stelle hinter der Schieße das Silikon überdehnt wird bis es schließlich bricht (5).

Liest man Rezessionen bei Amazon und schaut sich dazugehörige Bilder an, wird man feststellen, dass das Band fast immer an genau dieser Stelle bricht oder an der gegenüberliegenden Stelle des Armbands. Immer nah am Verschluss, nie mittendrin oder gar am eigentlichen Körper des Bandes.

Nach dem, was ich so gelesen habe (auch in den Kommentaren!), passiert der Bruch immer zwischen 4-6 Monaten, manchmal auch später. Es ist quasi vorprogrammiert. Viele Nutzer haben geschrieben, dass sie in der Vergangenheit den Support von Jawbone kontaktiert haben, die haben das Band ersetzt und nach weiteren 4-6 Monaten ging der Spaß von vorne los. Hat man das Spiel 3-4 Mal durch kündigte Jawbone die Garantie auf und man musste sich ein neues Band kaufen.
Davon kann man halten was man will. Ich persönlich glaube, dass Jawbone irgendwann genervt war von den vielen Reklamationen und bei einem unverbindlichen Preis von 179 Euro ist es wirtschaftlich betrachtet schon äußerst lästig nicht nur einem sondern zig Kunden mehrfach das Band kostenlos zu ersetzen. Die Garantie aufzukündigen bei einem Produkt mit Konstruktionsfehler ist jedenfalls mehr als grenzwertig. Hier wäre es wohl angebrachter gewesen die Schließe neu zu konzipieren und einen Rückruf zu machen. Aber vermutlich war das Kind da schon zu lange im Brunnen, womit wir zum Support kommen

Jawbone-Support offline

Der Support hat nämlich irgendwann nicht mehr reagiert. Letzte Lebenszeichen gab es im Dezember auf Twitter und im Januar auf Facebook laut The Verge. Die Firma ist nicht geschlossen oder so, man reagiert gar nicht mehr auf die Anfragen der Kunden egal in welchem Bereich. Diejenigen, die sich genervt abgewendet haben und nun die Löschung ihrer Daten in der Jawbone-Cloud beantragt haben, werden genauso ignoriert, wie die Reklamationsanfragen. Gerade bei Garantiefällen ist das kritisch, weil die über den Hersteller abgewickelt werden sollen und nicht über den Händler. Aber was tun, wenn der Hersteller nicht reagiert, obwohl er in der Pflicht ist?

Ich weiß es nicht. Ich hatte den Kundensupport von Amazon kontaktiert. Ich hatte mein Band über den Marketplace aber mit Versand durch Amazon bestellt. In dem Fall ist Amazon für den Kundenservice zuständig. Dort sagte man mir, dass eine Reklamation in dieser Konstellation nicht möglich sei, aber ich kann das Band samt Zubehör zurückschicken und bekomme das Geld erstattet und könne mir ein neues Band bestellen. Dass die Erstattung so reibungslos funktioniert und das 6 Monate nach Kauf, fand ich schon bezeichnend. ich vermute bei Amazon kennt man die Problematik.
Ein neues Band zu kaufen, war tatsächlich erst mal reizvoll, da das Band mittlerweile nur noch 55 Euro kosten sollte. Letztlich habe ich das Band nur zurückgeschickt und mich aufgrund meiner Recherche, die in diesem Blogpost mündet, gegen einen Neukauf entschieden.

„Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, dann steig ab!“

Die Hintergründe all dessen sind etwas wage. Einerseits gibt es klare Anzeichen, dass Jawbone sich aus dem Wearable-Geschäft zurückzieht bzw. zurückgezogen hat und sich nun auf Medizinprodukte konzentrieren will. Immerhin hat Jawbone bereits im Mai letzten Jahres die Produktion der Armbänder eingestellt und Restbestände an einen Reseller zum Abverkauf abgegeben. Andererseits dementiert Jawbone einen Rückzug und kündigte sogar neue Produkte an. Das war allerdings 2016 und passiert ist seitdem nichts. Seit Oktober letzten Jahres hab ich auch keine Werbung mehr für Fitnesstracker im TV gesehen. Hätte ich all diese Artikel schon im August letzten Jahres entdeckt, hätte ich mich wohl nicht für Jawbone entschieden, aber damals waren die Bewertungen bei Amazon auch noch überwiegend positiv und davon hab ich mich mit leiten lassen.

Summa summarum: Auch wenn der Puls scheinbar zu spüren ist, alle Anzeichen sprechen dafür, dass das Pferd „Up by Jawbone“ tot ist. Den langen Ritt auf einem toten Pferd erspare ich mir.

Alternativen zum Up3

Jetzt hab ich natürlich hin und her überlegt, mir einen Fitnesstracker eines anderen Herstellers zu kaufen. Fitbit hat Jawbone ja mittlerweile den Rang abgelaufen und bietet auch ein zierliches, unaufdringliches Modell (Fitbit Flex 2) an. Vom Funktionsumfang finde ich das Vivosmart HR von Garmin recht charmant. Am liebsten wäre mir eine Kombination aus beiden, denn das Garmin ist mir deutlich zu groß (ich möchte auch parallel eine normale Uhr tragen können) und dem Fitbit fehlt die Pulsmessung, wie es das Up3 hatte. Die eierlegende Wollmilchsau war für mich tatsächlich das Up3, eine akzeptable Alternative habe ich bisher nicht gefunden.

Andererseits lebe ich seit 4 Wochen ohne Wearable. Mein Leben geht trotzdem weiter. Ich geh schlafen, mache Sport, esse, … Es steht also die Frage im Raum, ob ich überhaupt ein Wearable brauche. Die Antwort: Brauchen tu ich es nicht, aber eins haben wäre schon nett 😉

Jawbone UP3 – Verbindungsprobleme nach Device-Wechsel

Bevor ich dazu komme einen Erfahrungsbericht zum Jawbone Up3 zu schreiben, muss ich erstmal ein kleines Problem schildern, dass ich mit dem Fitnesstracker hatte, nachdem ich es an einem neuen Device anschließen wollte. Es hat mich geschlagene eineinhalb Tage Zeit und Nerven gekostet.

Ausgangssituation

Ich hab das Jawbone Up3 an meinem HTC One betrieben. Da ich ein neues Smartphone habe, sollte es nun mit dem Samsung Galaxy S7 gekoppelt werden. Das Samsung Galaxy Tab S2 war auch ein Versuchskaninchen mit den selben Symptomen.
Nachdem ich das Problem lösen konnte, gehe ich davon aus, dass es unabhängig vom Smartphone ist und vielmehr ein Problem des Bandes war. Mehr dazu bei der Lösung.

Problem

Gekoppelt und gut
Gekoppelt und gut

Das Problem stellte sich wie folgt dar: Das Band lässt sich mit der App gemäß Anleitung koppeln, die Synchronisierung startet, bricht aber nach mehreren Minuten mit nur wenig Fortschritt (geschätzt 2%) ab. Das Band wird im Tray als „Verbunden“ angezeigt (weißes Symbol ohne Warnhinweise). Im Menü für das Band wird Seriennummer und Akku-Stand angezeigt, Das Band lässt sich nicht lokalisieren und die Optionen „Band resynchronisieren“ und „Banddaten löschen“ sind ausgegraut und somit inaktiv (Screenshot kann ich leider nicht zeigen, da dies durch Sicherheitsrichtlinien in Android verhindert wird). Im Tray wird nach wie vor „Verbunden“ angezeigt. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass die Akku-Anzeige nur dem Moment entsprach, in dem das Band gekoppelt wurde (blieb als unverändert über die Zeit).

Am alten Smartphone zeigte sich ein leicht abweichendes Bild. Die Synchronisierung lief bis ca. 45% innerhalb von 2 Stunden und brach dann ab.

Alle Fehler erfolgten übrigens ohne Fehlermeldung, außer dass das Band nicht lokalisiert werden konnte. Kein Fehlercode etc.

Lösungsversuche gem. Jawbone

Ich hab mich zunächst durch diverse Anweisungen des Internets, die letztlich alle auf dem Troubleshooting bzgl. Synchronisierung von Jawbone selbst fußen, konzentriert. Dazu gehören der Warmstart (Soft-Reset, Neustart des Bandes), der Kaltstart (Hard-Reset, Zurücksetzen des Bandes), die Reinstallation der App auf dem Smartphone, Neustart von Bluetooth und WLAN/Daten sowie des Smartphones sowie allerlei Kombinationen hiervon.

Lösung

Endlich wieder synchronisiert
Endlich wieder synchronisiert

Dem Problem bin ich auf die Schliche gekommen, als ich zum Test mein Tablet verwendet habe, um einen Gerätedefekt beim S7 auszuschließen. Das Band hat sich gekoppelt, im entsprechenden Menü wurde es angezeigt und die Optionen „Band resynchronisieren“ und „Banddaten löschen“ waren für eine Sekunde aktiv (hellblau) und dann inaktiv (grau). Am Band selbst war nach der Kopplung zwei kurze Vibrationen zu spüren.
Dazu kurz etwas zu den Vibrationen beim Koppeln: Man wird aufgefordert das Band zu aktivieren (Anschluss an Strom, was bei einem aktiven Band allerdings entfallen kann). Danach sucht die App das Band. Sobald es das Band gefunden hat, wird man aufgefordert, einen Finger solange aufs Band zu legen, bis es etwas länger vibriert. Dies schließt die Kopplung laut App ab. Nach einer kurzen Pause vibriert es nochmal kurz. Mein Band hat nach ein paar wenigen Sekunden abermals vibriert und ich vermute, dass dies der Moment war, indem die Kopplung wieder abgerissen ist bzw. gestört war.

Ich habe nun einer Eingebung folgend einen Versuch gestartet (am Tablet, aber letztlich egal an welchem Gerät): Nachdem sich das Band gekoppelt hat, habe ich so schnell wie möglich in das Bandmenü gewechselt und „Banddaten löschen“ betätigt. Bei meinem ersten Versuch bekam ich eine Fehlermeldung (die erste übrigens, die sich allerdings nicht im Netz nachverfolgen lässt) und beim zweiten Versuch war ich schnell genug: Der Befehl wurde ans Band übermittelt und ausgeführt. Danach ist die Kopplung in der App wieder gelöst. Der nächste Versuch der Kopplung am Smartphone war dann erfolgreich.

Zusammenfassung: Band koppeln, schnell sein und Banddaten löschen, Band erneut koppeln, läuft.

Es werden dabei scheinbar auch nur die Verbindungsdaten gelöscht und keine aufgezeichneten Daten. Meine erfassten, aber noch nicht synchronisierten Daten der vergangen 18 Stunden wurden trotz Warmstarts, Kaltstarts, etc. nicht vom Band gelöscht, obwohl sie das spätestens nach dem Hard-Reset, den ich definitiv zweimal gemacht habe (einmal manuell über das Ladekabel, einmal über die App), hätten sein sollen.
Die Smart-Alerts, die ich für mein Band eingestellt hatte, musste ich allerdings neu eingeben. Sie wurden in meinem Profil in der App zwar angezeigt, aber nicht automatisch wieder auf dem Band aktiviert.

Was ich nicht nachvollziehen konnte, war, dass ein manuelles Hard-Reset gem. Jawbone-Anleitung nicht funktioniert hat (dabei muss ein Knopf am Ladekabel betätigt werden).

Ursache

Ich vermute, dass das Band nicht mit dem neuen Endgerät zurecht kam bzw. nicht mehr wusste, an welches Gerät es senden sollte. Letztlich waren zwischenzeitlich zwei Geräte-Kopplungen (das HTC und das Samsung) hinterlegt, ohne jedoch zeitgleich betrieben zu werden. Ich hab bisher nirgends einen Hinweis im Internet gefunden, dass man das Band bei einem Device-Wechsel explizit abkoppeln oder zurücksetzen soll o.ä., aber ich denke hier liegt der Hund begraben.
Ich bin jedenfalls froh, eine Lösung gefunden zu haben, denn ich wollte ungern auf den Tracker verzichten bzw. auf die bereits aufgezeichneten, aber nicht synchronisierten Daten, die mit einem Band-Austausch verloren gegangen wären.

Als Informatiker hat mich das Problem echt gewurmt: Einerseits freut man sich „Juchu ein Problem, das noch keiner hatte und ich darf es lösen.“ Andererseits war es streckenweise echt frustrierend, wenn man selbst mit Hard-Reset nicht zum Ziel kommt.

Sport Tracking mit Endomondo

Ich hab ja irgendwann mal von RunMap bzw. BikeMap berichtet. Zwei verwandte Webanwendungen, die ich zum Aufzeichnen meiner Lauferei und Radelei verwende. Da ich den Eindruck habe, dass an den Plattformen wenig weiterentwickelt wird und ich eine Gesamtübersicht über die verschiedenen Sportarten mittlerweile vermisse, habe ich mich nach einem anderen Sport Tracker umgesehen, der idealerweise auch als App für mein Android verfügbar ist. Noch besser wäre natürlich eine Vielfalt an verschiedenen, auswählbaren Sportarten, eine schöne statistische Präsentation usw. …

Gestoßen bin ich dabei auf Endomondo und bin mittlerweile absolut begeistert. Endomondo kommt zweigeteilt daher. Als Kernstück kann man sicherlich die Smartphone-App bezeichnen, die für alle gängigen und auch älteren Smartphones und Betriebssysteme verfügbar ist. Gegenstück ist die Webseite von Endomondo, auf der sämtliche Trainingseinheiten gespeichert und ausgwertet werden.

Die App

Der Startbildschirm ist sehr übersichtlich
Der Startbildschirm ist sehr übersichtlich

Für Android gibt es die App als Standard- und als Pro-Version. Ich verwende die Standard-Version, da sie derzeit für meine Zwecke voll und ganz ausreicht. Der Startbildschirm ist sehr übersichtlich und kann auch individuell angepasst werden. Ich habe ihn, wie rechts zu sehen, in der Werkseinstellung belassen.
Zunächst wählt man aus ca. 50 Sportarten, diejenige aus, die man aufzeichnen will, und dann kann es mit einem „Klick“ auf den Play-Button eigentlich schon losgehen. Die App kann auch automatisch Pausen einlegen, Motivationssprüche machen, die gespeicherte Musik wiedergeben und die Herzfrequenz mit aufzeichnen, wenn man per Bluetooth einen Pulsgurt anschließt. Am Ende der Trainingseinheit nur noch stoppen und das ganze wird gespeichert und bei der nächsten Gelegenheit hochgeladen. Bereits auf dem Smartphone kann man eine kleine Auswertung machen, da sie bereits verbrauchte Kalorien, Hydration und Rundenzeiten berechnet und aufbereitet.
Von Vorteil bei der Sache ist natürlich ein funktionierendes GPS im Smartphone. Ohne das, kann die Strecke nicht live aufgezeichnet und Rundenzeiten ermittelt werden. Aber bei den gängigen Smartphones sollte das kein Problem sein. Ich hatte die App auch vorübergehend auf meinem alten HTC Touch HD (mit Android Gingerbread statt Windows Mobile 6.1) installiert. Hier war die App quasi unbrauchbar, da das GPS nicht mit Android funktionierte (ich habs jedenfalls nicht zum laufen gebracht).

In der Pro-Version gibt es dann noch Zusatzfunktionen wie das Intervalltraining, bei dem die App quasi den Coach übernimmt und einen antreibt.

Die Webanwendung

Aufzeichnung einer kleinen Rennradrunde
Aufzeichnung einer kleinen Rennradrunde

 

Online werden die Workouts nochmal schön mit Google-Karten aufbereitet und mit weiteren Informationen wie dem Wetter verknüpft. Sofern man mit GPS getrackt hat, werden die Rundenzeiten, Höhenprofil und Geschwindigkeit im Verlauf dargestellt. Einziges Manko ist, dass bei einem GPS-Lag Informationen verloren gehen und es sichtbare Sprünge gibt. Beim oben dargestellten Beispiel ist die beim Kilometer 24 und 25 gut zu sehen. Es fehlen durch das Lag ca. 2 km Gesamtstrecke und langsamste und schnellste Runde sind eindeutig verfälscht.

Das GPS-Tracking wurde aber mittlerweile verbessert und verfeinert, was man bei der folgenden Aufzeichnung eines Trainingseinheit zu Pferd erkennen kann. Bei einer vorhergehenden Aufzeichnung bin ich regelmäßig über mehrere Zäune laut GPS gesprungen. Die Aufzeichnung vom Reiten mit GPS ist optisch natürlich weniger der Kracher. Es war aber mal ganz interessant bzgl. des Tempos, was man hat. Es ist beim Reiten nicht sehr genau (ich vermute das liegt an dem kleinen Raum, in dem man sich bewegt), aber Tendenzen sind m.E. erkennbar.

Eine Reitstunde aufgezeichnet
Eine Reitstunde aufgezeichnet

 

Säulendiagramm über zurückgelegte Kilometer
Säulendiagramm über zurückgelegte Kilometer

Ebenfalls teil der Webanwendung ist die statistische Aufbereitung. Hier sind Darstellungen von zurückgelegter Strecke, Gesamtdauer, verbrauchte Kalorien, Gewicht vs. BMI, Bestleistungen und vieles mehr möglich. Die Grafiken finde ich allesamt sehr anschaulich und auch motivierend. Nicht zuletzt die Berechnung, wie viele Hamburger man schon verbrannt hat ist Anreiz (u.a. auch keine Hamburger zu essen) genauso wie die Anzahl der Erdumrundungen.
Die Statistiken lassen sich auch ausdrucken oder als Bild, PDF oder Vektorgrafik downloaden.

 

 

Offline-Aufzeichnung und Workouts ohne Strecke

Es ist natürlich nicht immer möglich, mit der App aufzuzeichnen oder eine Strecke aufzunehmen. Beispiele dafür gibt es reichlich. Es macht wenig Sinn, das Smartphone bei Indoor-Sportarten wie Spinning anzumachen (außer natürlich bei Nutzung eines Pulsgurtes) oder in der Schwimmhalle zu versuchen, die Strecke aufzuzeichnen. Auch vergisst man mal das Handy oder der Akku ist zu schwach für GPS. Für diese Fälle kann man sowohl mit der App als auch auf der Webanwendung Workouts nachträglich aufzeichnen – entweder mit handgezeichneter Strecke oder ohne. In diesem Fall fehlen Rundenzeiten und Geschwindigkeiten, aber es können dennoch Kalorien etc. ermittelt werden.

Ich weiß nicht, anhand welcher Parameter die Kalorien ermittelt werden. Ich vermute aber, dass hier Durchschnittswerte, Strecke, Wetter, Zeit und Sportart einfließen, um einen groben Anhalt zu geben. Genauer wird das ganze wahrscheinlich bei der Nutzung eines Pulsgurtes werden.

Die Social Community

Darstellung auf Facebook
Darstellung auf Facebook

Wie heutzutage üblich gibt es auch bei Endomondo einen Social-Community-Aspekt. Einerseits kann man sich direkt mit Facebook verknüpfen und, sofern man will, seine Workouts automatisch auf Facebook posten. Das sieht dann grob so aus wie auf dem Foto links. Andererseits kann man sich mit jeglichen Nutzern der Plattform befreunden und sogar Wettbewerbe machen, egal ob der Freund um die Ecke wohnt oder am anderen Ende der Welt.

Ist man mit Freunden verknüpft, werden deren sportliche Leistungen dann in einer Art Timeline zusätzlich zu den eigenen dargestellt, sofern die Freunde, das erlauben. Wer in der Community welche Informationen von einem sehen kann, kann man selbst sehr granular einstellen. Man kann sich auch komplett einkapseln, so dass das Trainingstagebuch absolut privat ist (abgesehen vom Provider, aber anderes Thema).

 

Fazit

Insgesamt empfinde ich das Endomondo-Paket als sehr stimmig und vor allem motivierend. Verfolgt man die Statistiken ärgert man sich manche Tage schon, wie wenig man in der ein oder anderen Woche getan hat. Ich zeichne zusätzlich übrigens auch meine GeoCaching-Touren als Wandern auf und war schon manche Tage überrascht, wie viele Kilometer man dann doch schon durch die Gegend spaziert ist und auch das ist ja Sport, der einen fit machen kann bzw. hält.

Ich denke, ich werde mich nun langsam von RunMap und BikeMap abwenden, weil mir Endomondo ein weitaus größeres Spektrum bietet.

Also wer mehr als nur eine Sportart macht und online aufzeichnen will, sollte sich das ganze mal ansehen. Mir gefällt es total.