Jawbone UP3 – Verbindungsprobleme nach Device-Wechsel

Bevor ich dazu komme einen Erfahrungsbericht zum Jawbone Up3 zu schreiben, muss ich erstmal ein kleines Problem schildern, dass ich mit dem Fitnesstracker hatte, nachdem ich es an einem neuen Device anschließen wollte. Es hat mich geschlagene eineinhalb Tage Zeit und Nerven gekostet.

Ausgangssituation

Ich hab das Jawbone Up3 an meinem HTC One betrieben. Da ich ein neues Smartphone habe, sollte es nun mit dem Samsung Galaxy S7 gekoppelt werden. Das Samsung Galaxy Tab S2 war auch ein Versuchskaninchen mit den selben Symptomen.
Nachdem ich das Problem lösen konnte, gehe ich davon aus, dass es unabhängig vom Smartphone ist und vielmehr ein Problem des Bandes war. Mehr dazu bei der Lösung.

Problem

Gekoppelt und gut
Gekoppelt und gut

Das Problem stellte sich wie folgt dar: Das Band lässt sich mit der App gemäß Anleitung koppeln, die Synchronisierung startet, bricht aber nach mehreren Minuten mit nur wenig Fortschritt (geschätzt 2%) ab. Das Band wird im Tray als „Verbunden“ angezeigt (weißes Symbol ohne Warnhinweise). Im Menü für das Band wird Seriennummer und Akku-Stand angezeigt, Das Band lässt sich nicht lokalisieren und die Optionen „Band resynchronisieren“ und „Banddaten löschen“ sind ausgegraut und somit inaktiv (Screenshot kann ich leider nicht zeigen, da dies durch Sicherheitsrichtlinien in Android verhindert wird). Im Tray wird nach wie vor „Verbunden“ angezeigt. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass die Akku-Anzeige nur dem Moment entsprach, in dem das Band gekoppelt wurde (blieb als unverändert über die Zeit).

Am alten Smartphone zeigte sich ein leicht abweichendes Bild. Die Synchronisierung lief bis ca. 45% innerhalb von 2 Stunden und brach dann ab.

Alle Fehler erfolgten übrigens ohne Fehlermeldung, außer dass das Band nicht lokalisiert werden konnte. Kein Fehlercode etc.

Lösungsversuche gem. Jawbone

Ich hab mich zunächst durch diverse Anweisungen des Internets, die letztlich alle auf dem Troubleshooting bzgl. Synchronisierung von Jawbone selbst fußen, konzentriert. Dazu gehören der Warmstart (Soft-Reset, Neustart des Bandes), der Kaltstart (Hard-Reset, Zurücksetzen des Bandes), die Reinstallation der App auf dem Smartphone, Neustart von Bluetooth und WLAN/Daten sowie des Smartphones sowie allerlei Kombinationen hiervon.

Lösung

Endlich wieder synchronisiert
Endlich wieder synchronisiert

Dem Problem bin ich auf die Schliche gekommen, als ich zum Test mein Tablet verwendet habe, um einen Gerätedefekt beim S7 auszuschließen. Das Band hat sich gekoppelt, im entsprechenden Menü wurde es angezeigt und die Optionen „Band resynchronisieren“ und „Banddaten löschen“ waren für eine Sekunde aktiv (hellblau) und dann inaktiv (grau). Am Band selbst war nach der Kopplung zwei kurze Vibrationen zu spüren.
Dazu kurz etwas zu den Vibrationen beim Koppeln: Man wird aufgefordert das Band zu aktivieren (Anschluss an Strom, was bei einem aktiven Band allerdings entfallen kann). Danach sucht die App das Band. Sobald es das Band gefunden hat, wird man aufgefordert, einen Finger solange aufs Band zu legen, bis es etwas länger vibriert. Dies schließt die Kopplung laut App ab. Nach einer kurzen Pause vibriert es nochmal kurz. Mein Band hat nach ein paar wenigen Sekunden abermals vibriert und ich vermute, dass dies der Moment war, indem die Kopplung wieder abgerissen ist bzw. gestört war.

Ich habe nun einer Eingebung folgend einen Versuch gestartet (am Tablet, aber letztlich egal an welchem Gerät): Nachdem sich das Band gekoppelt hat, habe ich so schnell wie möglich in das Bandmenü gewechselt und „Banddaten löschen“ betätigt. Bei meinem ersten Versuch bekam ich eine Fehlermeldung (die erste übrigens, die sich allerdings nicht im Netz nachverfolgen lässt) und beim zweiten Versuch war ich schnell genug: Der Befehl wurde ans Band übermittelt und ausgeführt. Danach ist die Kopplung in der App wieder gelöst. Der nächste Versuch der Kopplung am Smartphone war dann erfolgreich.

Zusammenfassung: Band koppeln, schnell sein und Banddaten löschen, Band erneut koppeln, läuft.

Es werden dabei scheinbar auch nur die Verbindungsdaten gelöscht und keine aufgezeichneten Daten. Meine erfassten, aber noch nicht synchronisierten Daten der vergangen 18 Stunden wurden trotz Warmstarts, Kaltstarts, etc. nicht vom Band gelöscht, obwohl sie das spätestens nach dem Hard-Reset, den ich definitiv zweimal gemacht habe (einmal manuell über das Ladekabel, einmal über die App), hätten sein sollen.
Die Smart-Alerts, die ich für mein Band eingestellt hatte, musste ich allerdings neu eingeben. Sie wurden in meinem Profil in der App zwar angezeigt, aber nicht automatisch wieder auf dem Band aktiviert.

Was ich nicht nachvollziehen konnte, war, dass ein manuelles Hard-Reset gem. Jawbone-Anleitung nicht funktioniert hat (dabei muss ein Knopf am Ladekabel betätigt werden).

Ursache

Ich vermute, dass das Band nicht mit dem neuen Endgerät zurecht kam bzw. nicht mehr wusste, an welches Gerät es senden sollte. Letztlich waren zwischenzeitlich zwei Geräte-Kopplungen (das HTC und das Samsung) hinterlegt, ohne jedoch zeitgleich betrieben zu werden. Ich hab bisher nirgends einen Hinweis im Internet gefunden, dass man das Band bei einem Device-Wechsel explizit abkoppeln oder zurücksetzen soll o.ä., aber ich denke hier liegt der Hund begraben.
Ich bin jedenfalls froh, eine Lösung gefunden zu haben, denn ich wollte ungern auf den Tracker verzichten bzw. auf die bereits aufgezeichneten, aber nicht synchronisierten Daten, die mit einem Band-Austausch verloren gegangen wären.

Als Informatiker hat mich das Problem echt gewurmt: Einerseits freut man sich „Juchu ein Problem, das noch keiner hatte und ich darf es lösen.“ Andererseits war es streckenweise echt frustrierend, wenn man selbst mit Hard-Reset nicht zum Ziel kommt.

Ich hab Puls – Hallentraining mit Pulsmessung

Nachdem ich vergangene Woche über einen Ausritt mit Pulsmessung berichtet habe, hier nun die Auswertung eines normalen Trainings in der Halle. Die Trainingseinheit dauerte einschließlich vorherigem Ablongieren ca. 45 Minuten und enthielt Seitengänge in Schritt und Trab auf geraden und gebogenen Linien sowie Galopp auf dem Zirkel, einzelnen Galoppvolten, Schultervor im Galopp und eine Runde Außengalopp auf dem Zirkel. Nevado war bis auf ein oder zwei kleine Zucker sehr entspannt und arbeitswillig, hat die Hilfen sehr gut angenommen und ein gutes Grundtempo angeboten. Aus meiner Sicht war das ein sehr gutes Training ohne Drücken, Ziehen oder Verrenkungen, was ja schon mal passieren kann, wenn man mal nicht die gleiche Sprache spricht.

Herzfrequenz während eines normalen Trainings
Herzfrequenz während eines normalen Trainings

Wie schon beim Ausritt ist gut zu erkennen, dass die Herzfrequenz einigermaßen proportional zur Geschwindigkeit verläuft. Da ich die erste viertel Stunde longiert habe, fehlt hier die Geschwindigkeit im Diagramm. Mein Puls schwankt hier zwischen 100 und 130, was der HF-Zone 1 (Aufwärmen entspricht). Auch in der darauffolgenden Schrittphase beim Reiten ändert sich das nicht. Erst im späteren Verlauf der Trabarbeit (zwischen Minute 25 und 35) steigt auch der Puls auf ca. 145. Sehr deutlich ist der Anstieg auf maximale 160 Schläge im Galopp (ca. Minute 35 bis 45) zu sehen. Bei der abschließenden Schrittphase zum Trockenreiten sinkt der Puls wieder.

Interpretation

Die Pulskurve – auch mit Blick auf den Ausritt – interpretiere ich für mich so, dass mein Puls der Geschwindigkeit vom Pferd folgt. Das hat meiner Meinung nach aber nur bedingt etwas mit der körperlichen Anstrengung zu tun als viel mehr mit den verschiedenen Bewegungsmustern der Gangarten, denen ich mich anpassen muss. Trab und Galopp erfordern andere Bewegungsabläufe bei mir als Schritt und beanspruchen somit auch andere Muskelgruppen. Auch die Atmung wird dadurch beeinflusst, was sich letztlich auf die Herzfrequenz auswirkt. Vermutlich ist die Atmung im Trab und Galopp sogar regelmäßiger, da die Gangarten den Takt anders auf den menschlichen Körper übertragen als der Schritt (weniger Auf- und Abbewegung des Oberkörpers).

Der Anstieg am Ende der Messung ist der Tatsache geschuldet, dass ich Nevado in der Halle hab wälzen lassen, während ich seinen Sattel schon in die Sattelkammer getragen hab.

Ist Reiten nun Sport?

HF-Zonen bei einem Hallentraining
HF-Zonen bei einem Hallentraining

In meinem ersten Blog-Beitrag zu dem Thema sind auf Facebook Stimmen laut geworden, dass beim Reiten, das Pferd arbeiten soll und nicht der Reiter und dass ein Reiter, der schwitzt, etwas falsch gemacht habe. Grundsätzlich stimme ich dem zu, aber ich denke auch, dass eine gewisse Grundfitness unabdingbar ist.
Die Zusammenfassung der HF-Zonen zeigt, dass ich mich weit von der körperlichen Belastung eines Ausdauerlaufs o.ä. entfernt bewege. Dies liegt aber auch daran, dass ich eine gute Basis im Bereich Ausdauer habe. Ohne diese Grundlage würde die Messung höhere Werte ergeben. Bei einer schlechten körperlichen Konstitutionen sind Extrem-Werte im Maximal-Bereich sicher auch denkbar. Auch wenn der Herzschlag, wie ich es vermute, der Gangart folgt (Ursache – Wirkung) muss der Körper auch in der Lage sein, diese Mehrleistung zu verrichten – wenn die Lunge nicht genug Sauerstoff aufnehmen kann oder das Herz nicht genug Blut mit einem Schlag transportieren kann, um den Energiebedarf zu decken, dann erhöht sich automatisch Atem- und Herzfrequenz.

Je nach Ausbildungsstand von Pferd und Reiter wird sich das Verhältnis, wer mehr körperliche Arbeit leisten, mit Sicherheit immer mehr verschieben, bis der Reiter wirklich nur noch mit minimalen Hilfen und somit geringer körperlicher Anstrengung oben sitzt. Der Weg dorthin ist aber lang. Umso trainierter der eigene Körper ist, desto weniger Energie-Aufwand (was letztlich an Atmung und Herzfrequenz erkennbar wird) wird notwendig sein. Das Gleiche gilt für einen Läufer, eine Ballerina oder Schachspieler …

Protokoll einer L-Dressur auf Kandare

L-Dressur auf 20 x 60m
L-Dressur auf 20 x 60m

Ich hatte neulich die Gelegenheit bei einer Dressurprüfung der Klasse L zu protokollieren. Es handelte sich um eine L**-Prüfung auf Kandare und konkret um die L10 der aktuellen Leistungsprüfungsordnung von 2012 auf einem 60er Viereck. Die L-Prüfung selbst ist sehr anspruchsvoll und durchaus zum Übergang zur Klasse M zu sehen. Es werden u.a. Schulterherein, Trabtraversalen, Übergänge vom Mittel- zum starken Schritt verlangt aber auch eine anspruchsvolle Galopptour. Es waren dabei Schlangenlinien auf der Mittellinie in 4 Bögen zu reiten, wobei der erste und vierte Bogen Handgalopp war, der zweite und dritte Bogen Außengalopp und über X musste von einem Außen- in den anderen Außengalopp einfach gewecheselt werden.

Nun bin ich ja kein Turnierreiter und war schon seit Langem auf keinem Turnier mehr. Protokolliert habe ich auf einem Turnier noch nie, aber das sollte der Sache keinen Abriss tun. Meine Erwartungen waren durchwachsen. Oft hört man ja, dass ein Problem der Reiterei bei den Richtern und den regionalen Turnieren läge. Es würde nach Nasenfaktor gerichtet, der oftmals mit Geld zu tun hat und der Rollkur könne hier Einhalt geboten werden, denn immerhin ist das die Basis … Viel Vorurteil also.

Dementsprechend habe ich mich zu Beginn der ersten Abteilung bei C sitzend eher zurückgehalten und erstmal fleißig geschrieben. Zu schreiben gab es viel, da die erste Abteilung aus den eher schwächeren Reiter-Pferd-Paaren bestand und hier sehr häufig die Note 0-5 vergeben wurde, die im Protokoll begründet werden muss. Im Schulterherein war sehr häufig zu viel Abstellung zu sehen, die Verstärkungen und Übergänge innerhalb der Gangarten waren vielfach nicht deutlich genug bzw. gar nicht zu sehen. Leider verritten sich auch einige Reiter. Einige Pferde hatten leider auch keine Nerven, was zu sehr spanningen Bewegungen und tw. groben Ungehorsam führte. Was auch sehr häufig zu sehen war und etwas verwunderlich war, ist, dass die Pferde nicht gerade auf der Mittellinie oder den langen Seiten ging. Sie waren in sich schief und schlecht eingerahmt.
Ich kann nicht sagen, ob die Noten gerechtfertigt waren, da ich dazu schlicht zu wenig Vergleiche habe, die Begründungen allerdings fand ich durchweg passend. Sicher sind sie sehr knapp und wiederholen sich, was einfach an der schnellen Abfolge der Lektionen liegt. Der Richter diktiert nunmal keinen Roman sondern in knappen Worten, was er sieht und die Note: „undeutlich, nicht gerade, zu viel Abstellung, LB & St verbessern (Längsbiegung und Stellung), Kurzkehrt gedreht …“

Bei der zweiten Abteilung, bei der ich mit der Richterin bei H saß, waren fortgeschrittenere Reiter zu sehen, was sich in den Noten und der Menge der Kommentare niederschlägt. Aber auch wenn die Noten in dieser Abteilung selten unter 5 gingen, gab es noch einiges zu schreiben: undeutliche Übergänge, zu großes Kurzkehrt, einfacher Wechsel über zu wenig Schritt. Der Notenschnitt war insgesamt besser, wie zu erwarten, aber auch nicht überragend. Insgesamt ging keine Wertung über 8.

Was mich positiv überraschte, war, dass auch oft zu enge Hälse als Bemekung ins Protokoll ging, genauso wie offene Mäuler und spanninge Tritte. Die Richterin wünschte sich mehr über den Rücken gerittene Lektionen. Auch die Outfits der Reiter wurden – außerhalb des Protokoll natürlich – kommentiert: ein Herr in Lacksteifeln, Strass wohin man nur schaut … Nix davon beeindruckte die Richter, genauso wenig, wie vergangene Leistungen, denn man kennt sich selbstverständlich in der Region und tw. darüber hinaus.

Das gesamte Feld von ca. 50 Pferd-Reiter-Paaren war sehr durchwachsen und mit Blick auf die schwere Aufgabe nicht sehr leistungsstark. Bei vielen Paaren fragte man sich, wie sie auf die Idee gekommen sind, an den Start zu gehen. Teilweise war auch für mich, als Turnier-Laien sichtbar, dass der Leistungsstand noch nicht da war. Als Erfahrungsritt kann man das eigentlich auch nicht bezeichnen, da dafür eine einfache L-Dressur oder gar nur eine A-Dressur ausreicht um Turnier-Luft zu schnuppern. Auch dürfte die ein oder andere Leistung ein negatives Bild auf die zugehörigen Trainer werfen?!

Liegt es möglicherweise an Selbstüberschätzung oder zu viel Ehrgeiz?

Eine Richterin erzählte mir von einem interessanten Erlebnis: Sie kritisierte vor der Prüfung ein Reiter-Pferd-Paar, dass Nasenriemen und Sperrriemen zu eng verschnallt seien. Das Pferd atmete wohl deutlich hörbar sehr schwer. Der Vater oder Trainer (oder beides) der Reiterin kritisierte daraufhin die Richterin, was sie sich da einmische. Die Leistung des Paares war dann wohl auch relativ schlecht, da das Pferd schon so ausgelaugt war, dass es nur durchs Viereck schlurfte. Das Reiter-Pferd-Paar war fortan auf keinem Turnier mehr in der Saison gesehen.
Tatsächlich ist die Ausrüstung kein Bestandteil der Prüfung. Durchfallende Kandaren, wie man sie beispielsweise zu Hauf gesehen hat, oder ein zu weit vorn liegender Sattel flossen somit nicht in die Wertung ein, abgesehen von den Folgen wie zum Beispiel zu wenig Schulterfreiheit.

Doch leider wurden nur ein Teil der Protokolle durch die Reiter abgeholt, dabei soll das Protokoll doch auf Fehler und Richtiges hinweisen, damit der Reiter weiß, woran er arbeiten muss. Man fragt sich zwangsläufig, warum einige Reiter kein Interesse in dieses Feedback haben und warum manch Reiter sogar ungehalten werden über, das was da zu lesen ist? Der Sinn einer Prüfung ist ja nicht Geld auszugeben und seine neue Strass-Schabracke rumzuzeigen, sondern sich einem Urteil zu unterziehen, um sich letztlich weiterzuentwickeln. Wer sich dem Turnier-Trubel aussetzt, sollte m.E. auch kritikfähig sein.

Go for 10km

T-Shirt, Sekt, Startnummer und Urkunde ... ick freu mir
T-Shirt, Sekt, Startnummer und Urkunde … ick freu mir

Mitte Mai hatte ich die wahnwitzige Idee, am 21. Gocher Steintorlauf über 10 Kilometer teilzunehmen. Bis zu dem Zeitpunkt bin ich immer zwischen 5 und 6 km gelaufen und der Lauf sollte quasi meine Motivation sein, diese Strecke auszubauen.

Gesagt, getan und so hab ich mich Woche für Woche mal mehr, mal weniger motiviert Laufen zu gehen und dabei langsam an den 10km zu kratzen. Anfang Juni war ich schon bei 9,5km und vergangene Woche zeigte der Sportstracker erstmals 10km an und das in 1:09:13 Stunde. Mit dem „Test-Ergebnis“ hab ich mir für den Steintorlauf dann auch ein Ergebnis unter 1:10:00 Stunde vorgenommen.

Im Gegensatz zu meinen normalen Läufen, wo ich meist im Wald oder zumindest auf wechselnden Böden unterwegs bin, verlief der Steintorlauf ausschließlich auf Asphalt. Während des Laufs habe ich kaum einen Unterschied gemerkt, dafür aber danach … ein wenig spür ich den harten Untergrund schon in den Gelenken.
Aus diesem Grund hatte ich mir auch vor etwa einem Monat ein neues Paar Laufschuhe gegönnt – das alte war quasi hinüber und selbst auf Waldboden, war die Dämpfung nicht mehr ausreichend.

Da es das erste Mal war, dass ich bei einem Wettkampf teilgenommen habe, war ich froh, dass ein paar erfahrene Freunde ebenfalls an dem  Lauf teilgenommen haben und ich mich quasi anhängen konnte. Das galt dann auch für den eigentlichen Lauf, bei dem Thomas und ich konstant getrabt sind und schließlich nach 1:07:41 Stunde im Ziel eingelaufen sind.
Die Stimmung an der Strecke war wirklich toll. Jeder Läufer wurde mitgetragen und spätestens der Delta Blues oder die Samba-Rhytmen an der Strecke haben nochmal die Beine mobilisiert. Leider verlief die Strecke erstmalig nicht, auch nur ansatzweise am Gocher Steintor entlang. Der 2,4km Rundkurs führte vom Stadion durch das Neubaugebiet und wieder zurück ins Stadion. Mit einer halben Stadionrunde zu Beginn und Ende der 4 Stadt-Runden waren die 10 Kilometer vollbracht. Die Verlegung von der Innenstadt weg war wohl dem organisatorischen Aufwand geschuldet und der besseren infrastrukturellen Bedingungen im Stadion (Parkplätze, Duschen, etc.).

Siegerehrung ... noch mit PokalNach dem Lauf  – ich hatte es schon befürchtet – habe ich meine Urkunde nicht sofort erhalten sondern musste auf die Siegerehrung warten. Da es in meiner Altersgruppe nur drei Starterinnen gab, hab ich zwangsläufig einen Treppchenplatz belegt: 3. Platz
Zur Urkunde gab es dann noch einen Pokal, den ich leider nicht behalten durfte: Ca. 20 Minuten nach der Siegerehrung wurden sämtliche zweit- und drittplatzierten nochmalaufgerufen und sollte ihre Pokale abgeben. Diese seien nämlich gar nicht für den 10km-Lauf gewesen und somit versehentlich vergeben worden. Statt den Pokalen gab es eine Flasche Sekt. Besonders ärgerlich war das alles, weil die meisten platzierten schon längst auf dem Heimweg waren und nur drei Frauen dem Aufruf folgten und demnach widerwillig ihren Pokal abgaben. Eine meiner Ansicht nach peinliche Aktion des Veranstalters.

Am Ende des Tages waren wir alle froh über das angenehme Wetter (17°C, bedeckt und leichter Wind) und die geschafften Kilometer. Somit hatten wir uns auch eine Pizza verdient.

Sport Tracking mit Endomondo

Ich hab ja irgendwann mal von RunMap bzw. BikeMap berichtet. Zwei verwandte Webanwendungen, die ich zum Aufzeichnen meiner Lauferei und Radelei verwende. Da ich den Eindruck habe, dass an den Plattformen wenig weiterentwickelt wird und ich eine Gesamtübersicht über die verschiedenen Sportarten mittlerweile vermisse, habe ich mich nach einem anderen Sport Tracker umgesehen, der idealerweise auch als App für mein Android verfügbar ist. Noch besser wäre natürlich eine Vielfalt an verschiedenen, auswählbaren Sportarten, eine schöne statistische Präsentation usw. …

Gestoßen bin ich dabei auf Endomondo und bin mittlerweile absolut begeistert. Endomondo kommt zweigeteilt daher. Als Kernstück kann man sicherlich die Smartphone-App bezeichnen, die für alle gängigen und auch älteren Smartphones und Betriebssysteme verfügbar ist. Gegenstück ist die Webseite von Endomondo, auf der sämtliche Trainingseinheiten gespeichert und ausgwertet werden.

Die App

Der Startbildschirm ist sehr übersichtlich
Der Startbildschirm ist sehr übersichtlich

Für Android gibt es die App als Standard- und als Pro-Version. Ich verwende die Standard-Version, da sie derzeit für meine Zwecke voll und ganz ausreicht. Der Startbildschirm ist sehr übersichtlich und kann auch individuell angepasst werden. Ich habe ihn, wie rechts zu sehen, in der Werkseinstellung belassen.
Zunächst wählt man aus ca. 50 Sportarten, diejenige aus, die man aufzeichnen will, und dann kann es mit einem „Klick“ auf den Play-Button eigentlich schon losgehen. Die App kann auch automatisch Pausen einlegen, Motivationssprüche machen, die gespeicherte Musik wiedergeben und die Herzfrequenz mit aufzeichnen, wenn man per Bluetooth einen Pulsgurt anschließt. Am Ende der Trainingseinheit nur noch stoppen und das ganze wird gespeichert und bei der nächsten Gelegenheit hochgeladen. Bereits auf dem Smartphone kann man eine kleine Auswertung machen, da sie bereits verbrauchte Kalorien, Hydration und Rundenzeiten berechnet und aufbereitet.
Von Vorteil bei der Sache ist natürlich ein funktionierendes GPS im Smartphone. Ohne das, kann die Strecke nicht live aufgezeichnet und Rundenzeiten ermittelt werden. Aber bei den gängigen Smartphones sollte das kein Problem sein. Ich hatte die App auch vorübergehend auf meinem alten HTC Touch HD (mit Android Gingerbread statt Windows Mobile 6.1) installiert. Hier war die App quasi unbrauchbar, da das GPS nicht mit Android funktionierte (ich habs jedenfalls nicht zum laufen gebracht).

In der Pro-Version gibt es dann noch Zusatzfunktionen wie das Intervalltraining, bei dem die App quasi den Coach übernimmt und einen antreibt.

Die Webanwendung

Aufzeichnung einer kleinen Rennradrunde
Aufzeichnung einer kleinen Rennradrunde

 

Online werden die Workouts nochmal schön mit Google-Karten aufbereitet und mit weiteren Informationen wie dem Wetter verknüpft. Sofern man mit GPS getrackt hat, werden die Rundenzeiten, Höhenprofil und Geschwindigkeit im Verlauf dargestellt. Einziges Manko ist, dass bei einem GPS-Lag Informationen verloren gehen und es sichtbare Sprünge gibt. Beim oben dargestellten Beispiel ist die beim Kilometer 24 und 25 gut zu sehen. Es fehlen durch das Lag ca. 2 km Gesamtstrecke und langsamste und schnellste Runde sind eindeutig verfälscht.

Das GPS-Tracking wurde aber mittlerweile verbessert und verfeinert, was man bei der folgenden Aufzeichnung eines Trainingseinheit zu Pferd erkennen kann. Bei einer vorhergehenden Aufzeichnung bin ich regelmäßig über mehrere Zäune laut GPS gesprungen. Die Aufzeichnung vom Reiten mit GPS ist optisch natürlich weniger der Kracher. Es war aber mal ganz interessant bzgl. des Tempos, was man hat. Es ist beim Reiten nicht sehr genau (ich vermute das liegt an dem kleinen Raum, in dem man sich bewegt), aber Tendenzen sind m.E. erkennbar.

Eine Reitstunde aufgezeichnet
Eine Reitstunde aufgezeichnet

 

Säulendiagramm über zurückgelegte Kilometer
Säulendiagramm über zurückgelegte Kilometer

Ebenfalls teil der Webanwendung ist die statistische Aufbereitung. Hier sind Darstellungen von zurückgelegter Strecke, Gesamtdauer, verbrauchte Kalorien, Gewicht vs. BMI, Bestleistungen und vieles mehr möglich. Die Grafiken finde ich allesamt sehr anschaulich und auch motivierend. Nicht zuletzt die Berechnung, wie viele Hamburger man schon verbrannt hat ist Anreiz (u.a. auch keine Hamburger zu essen) genauso wie die Anzahl der Erdumrundungen.
Die Statistiken lassen sich auch ausdrucken oder als Bild, PDF oder Vektorgrafik downloaden.

 

 

Offline-Aufzeichnung und Workouts ohne Strecke

Es ist natürlich nicht immer möglich, mit der App aufzuzeichnen oder eine Strecke aufzunehmen. Beispiele dafür gibt es reichlich. Es macht wenig Sinn, das Smartphone bei Indoor-Sportarten wie Spinning anzumachen (außer natürlich bei Nutzung eines Pulsgurtes) oder in der Schwimmhalle zu versuchen, die Strecke aufzuzeichnen. Auch vergisst man mal das Handy oder der Akku ist zu schwach für GPS. Für diese Fälle kann man sowohl mit der App als auch auf der Webanwendung Workouts nachträglich aufzeichnen – entweder mit handgezeichneter Strecke oder ohne. In diesem Fall fehlen Rundenzeiten und Geschwindigkeiten, aber es können dennoch Kalorien etc. ermittelt werden.

Ich weiß nicht, anhand welcher Parameter die Kalorien ermittelt werden. Ich vermute aber, dass hier Durchschnittswerte, Strecke, Wetter, Zeit und Sportart einfließen, um einen groben Anhalt zu geben. Genauer wird das ganze wahrscheinlich bei der Nutzung eines Pulsgurtes werden.

Die Social Community

Darstellung auf Facebook
Darstellung auf Facebook

Wie heutzutage üblich gibt es auch bei Endomondo einen Social-Community-Aspekt. Einerseits kann man sich direkt mit Facebook verknüpfen und, sofern man will, seine Workouts automatisch auf Facebook posten. Das sieht dann grob so aus wie auf dem Foto links. Andererseits kann man sich mit jeglichen Nutzern der Plattform befreunden und sogar Wettbewerbe machen, egal ob der Freund um die Ecke wohnt oder am anderen Ende der Welt.

Ist man mit Freunden verknüpft, werden deren sportliche Leistungen dann in einer Art Timeline zusätzlich zu den eigenen dargestellt, sofern die Freunde, das erlauben. Wer in der Community welche Informationen von einem sehen kann, kann man selbst sehr granular einstellen. Man kann sich auch komplett einkapseln, so dass das Trainingstagebuch absolut privat ist (abgesehen vom Provider, aber anderes Thema).

 

Fazit

Insgesamt empfinde ich das Endomondo-Paket als sehr stimmig und vor allem motivierend. Verfolgt man die Statistiken ärgert man sich manche Tage schon, wie wenig man in der ein oder anderen Woche getan hat. Ich zeichne zusätzlich übrigens auch meine GeoCaching-Touren als Wandern auf und war schon manche Tage überrascht, wie viele Kilometer man dann doch schon durch die Gegend spaziert ist und auch das ist ja Sport, der einen fit machen kann bzw. hält.

Ich denke, ich werde mich nun langsam von RunMap und BikeMap abwenden, weil mir Endomondo ein weitaus größeres Spektrum bietet.

Also wer mehr als nur eine Sportart macht und online aufzeichnen will, sollte sich das ganze mal ansehen. Mir gefällt es total.

Mein sportliches Motivationsloch und ich …

Was Sport den lieben Sport angeht, befinde ich mich derzeit in einem absoluten Tief. Seit Wochen bin ich nicht dazu gekommen, außer mich aufs Pferd zu setzen, auch nur einen Meter zu Laufen, Schwimmen, Radeln oder sonstwie sportlich zu betätigen. Gut, zwischendurch hat es mich 2 Wochen mit Erkältung außer Gefecht gesetzt, aber selbst wo ich jetzt wieder gesund bin und eigentlich keine Ausrede habe, fällt es mir schwer, etwas zu tun.

Es ist aber auch grad irgendwie komisch: Ich weiß, dass ich etwas Sport treiben sollte, damit die mühsam antrainierte Fitness nicht den Bach runtergeht. Andererseits fühl ich mich grad so pudelwohl in meiner Haut, dass ich keinen Anlass sehe, Sport zu machen, weil zum Beispiel gerade kein Bedürfnis habe, Pfunde zu verlieren oder groß Muskeln aufzubauen. Dann ist da dieses elendige Wetter: Planen kann man schonmal gar nicht, Laufen auf Tartan oder Trimmdichpfad ist bei den Wassermassen – naja – unangenehm, Radeln sowieso und außerdem gefährlich, Schwimmen ginge natürlich, aber da hakt dann so ein psychologischer Effekt (oder so) ein, dass Regenwetter und Schwimmen (Wasser, Sommer, Sonn) sich irgendwie wiedersprechen.

Ich könnte natürlich in den Fitnessraum. Ausdauer (auf dem Stepper oder Fahrrad) kombiniert mit Muskelaufbau an den Geräten scheint ja eh die effektivste Art des Abnehmens und Trainierens zu sein ohne dem Jojo-Effekt zu wiederfallen. Fitnessraum verbinde ich aber mit Herbst und Winter, wenn Outdoor-Sport schon wegen den Temperaturen kaum geht (ich weiß, es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung, aber das ist nunmal so bei mir verankert). Also tu ich mich jetzt im vermeintlichen Sommer schwer, dahin zu gehen.

Und allgemein: Dieses Wetter raubt mir jegliche Motivation mein Büro oder Wohnung zu verlassen. Jetzt hab ich es!
Ich geb dem Wetter die Schuld,

– also der Erderwärmung,
– also dem Klimawandel,
– also den Treibhausgasen und Feinstaub,
– also allgemein der Luftverschmutzung,
– also eigentlich den Luftverschmutzern,
– also ganz speziell den Autofahrern,
– also im Einzelnen doch ich selbst.

Verdammt.

Triathlon – ja oder ja?

Sport ist was komisches: Man quält sich, schwitzt und leidet noch Tage später, aber schlussendlich ist man glücklich. Erst recht, wenn die ersten Pfunde purzeln und man 99% der Touris beim Erklimmen des Kölner Doms abhängt.

Seit 3 oder 4 Wochen quäl ich mich mindestens zweimal pro Woche im Fitnessstudio. Am Anfang hätte ich fast kotzen können: Schweiß gebadet und dem Kollaps nahe, hab ich stets 30 Minuten auf dem Stepper bei minimaler Schwierigkeitsstufe verbracht und anschließend mit noch minimaleren Gewichten 30 Minuten die Foltergeräte durchlaufen.
Mittlerweile muss der Stepper auf Level 3-4 (von 7) hochfahren, um meinen Puls in die Höhe zu treiben, und die Anzahl der Gewichte konnte ich mittlerweile auf 4-5 (von ca. 15) erhöhen. *stolz bin* Dem Stepper glaub ich derzeit zwar nicht wirklich, was er mir sagt – immerhin war er neulich der Meinung, während mein Puls gefühlt bei 170 lag, nur 120 anzuzeigen und dementsprechend die Watt-Zahl hochzuschrauben. Ich war dann bisschen viel außer Atem und hege nun den Gedanken mir einen Pulsmesser anzuschaffen. Aber das nur am Rande.

Vor einigen Tagen ist bei uns im Büro eine Ausschreibung für eine Sportveranstaltung aufgeschlagen. Unter anderem wird ein Triathlon stattfinden: 400 Meter Schwimmen, 16 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen. Anscheinend verlier ich durch den Sport nicht nur unliebsame Pölsterchen sondern auch Urteilsvermögen. Denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, an diesem Triathlon teilzunehmen.
Ich hab zwar keinerlei Ambitionen diskutable Zeiten abzulegen, aber neugierig bin ich schon, ob ich damit zurecht käme – quasi olympischer Gedanke. Einzeln stellen die Distanzen kein Problem dar: Ich schwimme derzeit zwar nur selten, kann aber dank Rettungsschwimm-Training vor 10 15 Jahren (Hilfe, ist das schon ewig her – ich werd alt) aus dem Stand ganz passable Zeiten hinlegen. Radfahren tu ich eh recht gern und meistens auch längere Distanzen. Laufen … naja, Laufen tu ich eher aus der Notwendigkeit heraus, dass es die effektivste Sportart gegen die kleinen Tierchen ist, die nachts die Kleidung enger nähen. Aber 5 Kilometer stellen kein Problem dar.
Ein Problem könnte vielmehr die direkte Aneinanderreihung der drei Sportarten sein, denn das ist Neuland. Aber was das anbelangt, verfolge ich die Devise „Just Do It“ und ich werd schon sehen was dabei rauskommt.

Angemeldet hab ich mich für den Spaß aber noch nicht, auch wenn die hier getroffenen Aussagen mich schon ziemlich festnageln. Ich mach das nämlich noch von zweieinhalb Kriterien abhängig:
1. Wie sieht die Radfahrstrecke aus? Hoffentlich Asphalt, so dass ich mit meinem Rennrad losziehen kann, denn mit meinem 15kg-Baumarkt-Mountainbike quäl ich mich keine 16 Kilometer.
2. Wo wird gelaufen? Ich hasse es, auf der Tartanbahn zu laufen – erst recht 12,5 Runden und das am besten bei Sonnenschein. Da geh ich kaputter als ich eh schon bin.
2,5. Ich muss natürlich Zeit haben. Derzeit ist mein Terminkalender für Mitte Juni leer, außer einer potenziellen Dienstreise nach Köln. Aber sobald die Punkte 1 und 2 geklärt sind, kann ich mir meinen Terminkalender ja bequem freihalten oder zu pflastern.

Also ich mach das hiermit amtlich: Wenn das Radfahren auf Asphalt und das Laufen auf einer Geländestrecke stattfindet, werd ich Mitte Juni an meinem ersten Triathlon teilnehmen. Komme was wolle!