Mein HTC und das Philosophenproblem

So wirklich

HTC Touch HD – Quelle: HTC

weiß ich nicht wie, aber ich hab mir gestern so ein bisschen mein Handy zerschossen. Dabei handelt es sich um ein HTC Touch HD mit Windows Mobile 6.1.
Eigentlich wollte ich nur den SMS-Speicher leeren. Im Postausgang waren allein über 1000 SMS und da ich keine Monologe führe, schätze ich mindestens genauso viele SMS im Posteingang. Also flink alles markiert und „Löschen“. Dann noch eben in den Papierkorb. Jedenfalls wurden im Papierkorb nur 50 Elemente angezeigt. Das war mir nicht neu, denn sobald 50 SMS weg sind, rücken die nächsten 50 nach. Ich würde jetzt x-mal den Papierkorb leeren, bis auch wirklich alles weg ist.
Viel viel viel später hab ich dann die Option entdeckt, den SMS-Ordner samt Unterordner zu leeren – leider zu spät. Denn …

Denkste

Irgendwie klappte es nicht wirklich so, wie es mir vorgestellt hatte. Die Messaging-Komponente von Windows hatte sich aufgehangen – gut an dem Kontextmenü zu erkennen, dass sich fast über den gesamten Bildschirm erstreckte und nicht weggehen wollte. Also Neustart – das behebt ja bei Windows fast jedes Problem.
Meins aber nicht. Nach dem Neustart startete die Touch Flow 3D Oberfläche nicht mehr. Immer abwechselnd erschien der Schriftzug „Touch Flow wird gestartet …“ und „Drücken Sie hier um TouchFlow zu starten“ und gestartet ist nichts. Wirklich arbeiten konnte man auch nicht, da dieser festgefahrene Startprozess jede weitere Prozessausführung belastete. Mit viel Geduld hab ich es geschafft den TouchFlow-Screen abzuschalten und dafür die Heute-Oberfläche von Windows zu aktivieren.
Natürlich hab ich mein Problemchen gleich gegooglet, aber erfolgreich war ich nicht wirklich, außer der Erkenntnis, dass das Problem nicht unbekannt ist. Allerdings traf die Problembeschreibung nicht hundert-prozentig zu und somit waren auch die Lösungansätze nicht zielführend. In den geschilderten Fällen in einschlägigen Foren resultierte das Problem daraus, dass ein Programm installiert wurde, dessen Ressourcennutzung den Start der TouchFlow-Oberfläche blockiert. Ich hatte allerdings nur SMS gelöscht und nichts installiert. Der Tip TouchFlow abzuschalten, das Handy neuzustarten und dann TouchFlow manuell zu starten war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt.

Was mir fehlte, war ein Prozessmanager, der mir womöglich die Ressourcennutzung anzeigte, mit deren Hilfe ich das blockierende Element hätte erkennen und den entsprechenden Prozess killen können. Aber hey – das ist Windows und dazu noch Mobile! Es gibt zwar so eine Art Taskmanager, der zeigt mir aber nur laufende Programme aber keine Systemprozesse o.ä. an (ich zähl den TouchFlow mal zu den Systemprozessen).
Nach langem Hin und Her hab ich mich dazu durchgerungen einen Soft-Reset zu machen – also auf Werkseinstellung zurücksetzen. Noch eben die Speicherkarte entfernt – bei Windows weiß man ja nie – und ab die Post. Nachdem der Touchscreen neu ausgerichtet war und ich mich durch die Windows-Einführung gemogelt hatte, strahlte mich endlich die TouchFlow 3D Oberfläche an – nur blöd, dass ich wie immer vorher vergessen hatte, Kontakte zu sichern. Auf der SIM-Karte befanden sich nur die voreingestellten Service-Nummern.

Der Rattenschwanz

Nachdem mein Puls wieder auf normal war, das panische Rot aus dem Gesicht gewichen und ein Cuba Libre das Zeitliche gesegnet hatte, sah die Welt schon anders aus. Erst vor einer Woche hatte nicht nur mein Adressbuch sondern fast alles mit meinem Desktop-Rechner synchronisiert. An dieser Stelle bedanke ich mich bei meinem Arbeitgeber. Ohne ihn und das Microsoft Home Use Program, welches mich in den Besitz von Outlook 2007 brachte, würde ich jetzt haare-raufend in der nächsten Ecke auf die freundlichen Männer in Weiß warten.
Also Kontakte, Kalendar, Email, alles wieder da. Jetzt noch eine handvoll Programme nachinstallieren und mein HTC sieht wieder aus wie vorher.

Im Zuge dieser Aktion hab ich dann auch gleich mal meinen WLAN-Router neu konfiguriert und mit neuer Firmware ausgestattet. Seit 1 Jahr hatte ich fleißig mein Handy via WLAN ins Netz gebracht und nun wusste ich natürlich nicht mehr das Passwort zum Anmelden. Das hatte nämlich mein Ex-Freund vergeben, ich habs einmal im Handy eingestellt und nun waren beide aus den Augen und aus dem Sinn. Der Reset vom Router blieb diesmal erspart, da weder Benutzer noch Administrator ein Passwort hatten – wenn man nicht alles selber macht.

Lange Rede

Aus dem Löschen von ein paar Tausend SMS wurde ein ca. 2-stündiger Reset- und Konfigurationsmarathon. Ich hab dann mal ganz schnell den Gedanken verworfen, meine Haupt-Email-Adresse und meine Kontoverbindung zu wechseln. Und das Ende vom Lied: Ohne es zu merken befindet man sich einer Abhängigkeit aus der man kaum noch ausbrechen kann oder wollen will.

Ach ja. Ich hab dann in Erwägung gezogen im nächsten Leben Landwirtschaft oder so zu studieren. Bloß nichts technisches. Dann würde ich mir wahrscheinlich ein Handy kaufen, mit dem man nur telefonieren kann und mir Gedanken über die neueste Innovation in Sachen Milchkuhzucht machen. Aber wahrscheinlich haben die Melkmaschinen auch Touch-Screens und können telefonieren.

Vielleicht sollte ich Philosophie studieren und mich auf einen Berg setzen. Wobei … wenn der Berg abstürzt …

Katzenkratzbaumbau

Und dann ganz unschuldig davor sitzen

Als ich vor ca. 8 Monaten Katzenmama wurde, habe ich einige Sachen von einer Bekannten, deren Freilaufkatzen überfahren wurden, übernommen. Dazu gehörte ein Katzenkratzbaum, der unter die Decke gespannt wurde. Perfekt, dachte ich mir, da ich nur eine kleine Wohnungs hab und kein Möbelstück von Kratzbaum wollte. Der Deckenspanner hat eine Grundfläche von 40×40 Zentimeter und meine beiden Chaoten können kraxeln, kratzen, schlummern, beobachten, … .
Was ich nicht ahnte, war, dass beide innerhalb kürzester Zeit über den Kratzbaum auf meinen Kleiderschrank kletterten, um in meinen Reisekoffern zu nächtigen, die beiden das Sisal bis auf den Pappstamm durchwetzen würden und, was am schlimmsten war, dass die beiden sich das Ding hoch und runter jagen. Es stellte sich schnell heraus, dass ein Deckenspanner für 2x 5kg Kater auf Höchstgeschwindigkeit ungeeignet ist. Im September letzten Jahres kippte er zum ersten Mal. Das wiederholte sich dann mehrmals in immer kürzeren Abständen und immer genau dann, wenn ich in Eile war oder gestresst von der Arbeit kam – also in beiden Fällen war ich nicht mal annähernd auf „Hör mal wer da hämmert“ oder „Bob der Baumeister“ geeicht.

Ich hab dann trotzdem noch Hin und Her geschraubt, aber die Konstruktion war hoffnungslos. Die Gewindestange, die man zum Festklemmen unter der Decke rausdrehen musste, war nur an einer Mutter festgemacht. Es fehlte also im Sisalstamm eine Gegenstück, dass dem Teil so etwas wie Stabilität gegeben hätte. Und mit jedem Sturz wurde es wackliger. Da der unsterste Sisalstamm schon durchgewetzt war und ein einzelner Ersatzstamm so um die 30 Euro kostet (dafür kriegt man u.U. einen ganzen Kratzbaum), hab ich beschlossen einen neuen und hoffentlich stabileren Kratzbaum zu kaufen. Die Investition war es meinen Pflanzen (die als Auffangnetz gedient haben) meinen Katern und natürlich meinen Nerven wert.

Können diese Kater lügen?

Ich bin also in den nächstgelegenen Fressnapf getappert und hab wieder auf dem Absatz kehrt gemacht. Denn entweder waren die Kratzbäume unbezahlbar oder mickrig. Also ab ins Internet. Dort hab ich dann einen Kratzbaumkonfigurator gefunden. Ich hab ein bisschen rumgespielt und kam über die Bodenplatte nicht hinaus, weil die bereits das festgelegte Budget sprengte. Man muss dazu sagen, dass es sich dabei nicht um Kratzbäume von der Stange aus Pappmaché, Spannplatten und Pappsisalstämme handelte, sondern um handgefertigte Echtholzteile. So oder so hab ich die Anschaffung eines solchen Luxuskratzbaumes verschoben bis ich einen Millionär geheiratet hab.
Letztendlich bin ich in dem Online-Shop hängengeblieben, in dem ich auch mein Katzenfutter bestelle und siehe da, dort gab es auf fast alle Kratzbäume – vom Trabbi bis zum Ferrari – ansehnliche Rabatte. Ich hab dann mehrere Produkte samt Kundenbewertung, -kommentaren und -bildern in Augenschein genommen und mich für einen 1,70 Meter hohen, dreistämmigen Kratzbaum mit blauen Plüschbezug entschieden, der für 79 statt 120 Euro im Angebot war. Praktischerweise musste ich das Ding nicht ins Auto hieven und wieder raus und … DHL hats kostenlos bis vor die Haustür geliefert (Ausnahmsweise hat unser Paketbote mal nicht aus Faulheit alles in der Poststation abgegeben).

Bastelstunde

Alter Baum abgebaut und ran an den neuen. Noch schnell das Billy-Regal umgeräumt, denn der neue Baum hat eine Grundfläche von 70×70 Zentimetern. Eigentlich war der Aufbau ganz leicht – eigentlich. Meine Chaoten haben wohl mithelfen wollen, jedenfalls sind sie schon auf dem Baum rumgetollt, bevor es überhaupt ein Baum war. Dann war ich fast fertig als ich feststellen musste, dass ich mit dem letzten Sisalstamm den darunterliegenden wieder lösen würde. Man musste das Bäumchen von oben nach unten aufbauen, was aus der Ikea-artigen Anleitung nicht hervorging – mir macht gerade Angst, dass die Schrauben mit einem Imbus festzuziehen war. Egal.
Kaum hatte ich meine Diplomarbeit beendet, wurde sie von meinen Professoren Pille und Spocky auf Herz und Nieren getestet und für gut befunden – ich schimpf mich jetzt Ingeneur für Katzenkratzbaumbau.

HdRO: Seconds per Frame

17:35 Uhr: Ich steig vom Pferd. Es sind noch 2 Stunden bis zum Raid

18:06 Uhr: Ich roll auf die Autobahn – vor mir liegt die A8 Augsburg Richtung München und ca. 20 Minuten Fahrt

18:11 Uhr: So ein dämlicher Sonntagsfahrer bremst mich aus – dabei ist doch Dienstag.

18:27 Uhr: Noch schnell durch den Supermarkt flitzen.

18:44 Uhr: Die Dame vor mir an der Kasse findet ihr Portemonaise nicht. Ich hätte mich doch an der andern Kasse anstellen sollen.

18:56 Uhr: Ich stelle am Wertstoffhof fest, das der nur bis 17 Uhr offen hat – dann kutsch ich halt den alten Katzenkratzbaum noch eine Woche durch den Landkreis.

19:05 Uhr: Wegen der Kälte krieg ich nur mühsam die Haustür aufgeschlossen.

19:06 Uhr: Blitzschnell schießt Pille an mir vorbei und will in den Keller spurten. Ich bin schneller und nagel ihn auf der Türschwelle fest. Spocky schaut dem Treiben distanziert zu.

19:11 Uhr: Kaffeemaschine und Rechner sind hochgefahren. Die Badewanne läuft voll.

19:15 Uhr: Ich bin ins Spiel eingeloggt und direkt afk. Im TS hab ich mich vorsichtshalber auch schonmal eingeloggt. Der erste Kaffee ist durchgelaufen. Die Badewanne halbvoll.

19:22 Uhr: Der TS füllt sich langsam. Ich schlürf meinen Kaffee in der Badewanne.

19:27 Uhr: Ich kletter aus der Badewanne. Der TS ist voll. Während ich in meine Schnellfickerhose Trainingshose schlüpfe, begrüße ich die anderen Raid-Teilnehmer und setze meinen Punkt für den Invite.

19:35 Uhr: Ich erblicke mich als Zielvorgeber während ich schnell das Abendbrot in mich stopfe.

19:45 Uhr: Ich spül das Abendbrot noch eben mit einem Schluck Rosé runter, während wir schon mal den Barad Guldur hochlaufen (ID 2)

19:48 Uhr: Die ersten Mobs stehen vor uns. Sie wissen es nicht, vielleicht ahnen sie es, aber sie werden den heutigen Abend nicht überleben.

20:140 Uhr: Das erste Lag. Kurz darauf folgt ein Lag-Hagel, der an Kyrill im RL erinnert. Turbine hat anscheinend den FPS invertiert – wir zählen jetzt die Sekunden pro Frame.

20:31 Uhr: Der Barde fragt ob er noch lebt. Tut er nicht so wie die Hälfte des Raids. Irgendjemand fragt, ob der Rest auch Lags hat.

20:32 Uhr: Das Symbol in der Infoleiste informiert uns nun offiziell über Performanceprobleme, weil – Überraschung – gerade Stoßzeit ist und sämtliche Spieler des Realms gleichzeitig zocken wollen.

20:36 Uhr: Keiner weiß wie, weil es keiner gesehen hat, aber wir haben die letzten Trash-Mobs ins Jenseits befördert.

20:37 Uhr vielleicht auch später: Wir haben den Hubschrauberlandeplatz vom Leutnant von Dol Guldur erreicht. Jetzt ist er fällig.

20:42 Uhr: Der Leutnant ist anderer Meinung und befördert uns ins Jenseits. Ärgerlich aber nicht so schlimm: Immerhin ist der Dienstagsraid die letzten Wochen ausgefallen und wir müssen den Leutnant erstmal wieder neu beschnuppern.

20:45 Uhr: Zweiter Versuch.

21:10 Uhr: Dritter Versuch.

21:45 Uhr: Vierter Versuch. Der Leutnant verpasst mir 8’500 Schaden. Blöd, dass ich als Jäger nur 7’500 Moral hab. Den anderen 11 geht es ähnlich.

22:00 Uhr: Fünfter Versuch. Ein Hauptmann hat Disconnect. Dann wirft er sich eben nicht in den Weg. Wir stolpern trotzdem.

22:35 Uhr: Sechster Versuch. Der Leutnant hat eine neue Waffe – Lags – und seine Fellbestie frisst genüsslich uns.

22:56 Uhr: Wir wünschen uns eine gute Nacht und freuen uns am Donnerstag auf Durchest und die Zwillige Morgaraf und Cargaraf. Die zicken weniger rum.

23:00 Uhr: Ein Gedanke keimt in mir: Wozu hab ich mich vorhin nochmal so beeilt?

(Dieser Beitrag wurde von Namidhs gestriger Erzählung seiner vorgestrigen Modern-Warfare-2-Erfahrung inspiriert.)

Die Willis dieser Welt oder Noch ein Artikel über Netztrolle

Ich trau es mir gar nicht zu sagen. Ich tu es dennoch. Nicht der Rechtfertigung wegen oder um jemanden durch den Kakao zu ziehen, sondern um einen Blickwinkel zu öffnen.

Während sich aktuell diverse Blogs zurecht mit den Gepflogenheiten manch eines Lesers und den damit einhergehenden Verfall des guten Umgangs im virtuellen Leben beschäftigen, kenne ich so einen Troll persönlich.

Er gehört zur handzahmen Gattung der Netztrolle. Seine Kommentare sind provokant und für zartbesaitete vielleicht auch beleidigend, aber nicht im Stile „Ihr Arschlöcher“ wie es derzeit bei der RSS-Kürzung von Basic Thinking schallt. Das mir bekannte Exemplar – ich nenn es mal Willi – ist da subtiler. Willi konstruiert willkürlich Episoden über einen Autor und begründet damit dessen Einstellung zu einem Thema. Das faszinierende für ihn – für mich eigentlich auch – ist, dass viele Menschen darauf anspringen wie ein scharfer Hund. Da giften sich auf einmal Menschen wegen Willis Bemerkung über unendliche viele Seiten im Foren-Thread oder Blog-Kommentaren an, während Willi sich daheim zurücklehnt und genüsslich mitliest. Er braucht das Feuer auch gar nicht mehr schüren, es entwickelt sich meist von selbst zum Selbstläufer. Oder wie Robert Basic es prägnant ausdrückt:

Sie steigen ins Geblöcke mit ein, labern den Dünnpfiff gedankenlos nach, halten sich an ihren Eiern und schaukeln sich gegenseitig hoch.

So gesehen ist Willi eigentlich ein Voyeur. Und im Umkehrschluss machen wir gerade alles falsch. Wir schaukeln uns in Foren hoch, schreiben unzählige Blogbeiträge und wofür? Das wir uns alle einig sind über die Willis dieser Welt, während die vorm Bildschirm sitzen und sich einen von der Palme wedeln selbstbefriedigen und dann im Freundeskreis posaunen, dass sie es XY mal so richtig gezeigt haben?

 

HdRO: Brainignore ist nicht mehr

Aus Brainignore wurde Raignore

Da erholt man sich mal 2 Stunden von den Strapazen Mittelerdes und kaum schlägt man die Augen wieder auf ist alles anders. Statt Brainignore lächelte mir Raignore entgegen und das kleine Briefsymbol schrie förmlich „GM“:

Hallo, leider mussten wir deinen Namen ändern, da dieser gegen unsere Richtlinien verstossen hat. Bitte wähle dir in Zukunft Namen aus, die zu den Richtlinien und auf einen RP Server passen, da wiederholter Verstoss Accountstrafen zur folge haben kann und auch wird. Sollte dir dein neuer Name nicht gefallen, dann sende uns doch bitte ein Ticket mit 3 neuen Namensvorschlägen. Mit besten Grüssen, GM Ceallach

Und so ist das Projekt dann doch schneller zu Ende als ich dachte. Besonders überrascht es mich, da ich mich erstmal aus öffentlichen Kanälen (SNG, BeleSNG und so fort) rausgehalten hab und mich nur im Anfängergebiet rumgetrollt habe. Aber auch da scheint die Rollenspielpolizei aktiv zu sein, wie sich im Gespräch mit GM Ceallach ergab.
Denn ein automatisches System, dass nach Namensverstößen sucht, gibt es derzeit nicht. Die Meldungen von Spielern sind das einzige Mittel, Namensverstöße aufzudecken.
Was ich Schade finde, dass ich nicht persönlich angesprochen wurde von der Person, die mich angezeigt hat. Ich bin ja nun nicht pöbelnd und aggresiv durch die Gassen Brees gezogen und hab versucht China-Gold via eBay zu verkaufen. Aber da erwarte ich wohl zu viel von der Spielergemeinde wie übrigens auch von Vertretern des RL.

Wie geht es weiter

Ich hab jetzt natürlich überlegt wie es weitergehen soll. Ob ich Brainignore, pardon Raignore, verwaisen oder löschen soll oder doch einfach weiterspielen? Ich hab mich für letzteres entschlossen, auch wenn Waffenmeister anscheinend kaum noch gebraucht werden – jedenfalls gibt es in unserem Setup für Barad Guldur keinen Waffenmeister mehr. Egal.
Raignore hat mir als Name dann aber weniger gefallen und ich hab per Ticket zwei Namensvorschläge gemacht – jeweils Twinks, die ich als Namensplatzhalter angelegt hatte. Der GM – übrigens wieder Ceallach – war sehr freundlich und hat Brainignore eine neue Identität gegeben, die keinerlei Rückschlüsse auf ihre Vergangenheit zulassen: Eroni.

Und aus Raignore wurde Eroni

HdRO: Brainignore goes Bree

Brainignore hat sich aus der Idylle der Vorstadtatmosphäre in Duillont gekämpft und steht nun vor den Toren Brees.

Einfach war der Weg nicht. Mit 12 verdrehte ihr der erste Mann den Kopf, um sie sofort wieder fallen zu lassen wie eine heße Kartoffel. Brainignore war so am Boden zerstört, dass sie das Hacken der Hendrovale über sich ergehen ließ, bis sie am Boden lag.
Gestärkt ging sie aus dieser Niederlage hervor und stürzte sich auf Bilwisse und Grimmhands.

Wie im Fluge durchquerte sie das Auenland und erreichte des Nachts das Breeland. Zum ersten Mal erblickte Brainignore einen Hobbit und erkannte sofort seine Natur: er schickte sie Essen holen.

Durch Zufall erfuhr Brainignore von einer Frau, der es in Mittelerde nicht leicht ergangen ist: Any Whimehouse. Viel Schmach musste sie erleiden und jeder wollte mit ihr Pfeifenkraut rauchen oder Dittmarschens Bier zischen, um sie dann hinterrücks als Aussetzige bei den Wachen in Bree anzuzeigen. Brainignore kannte das Gefühl. Schon jetzt spürte sie die Blicke auf sich ruhen, wenn sie durch den Keilerbrunnen in Bree lief oder auf den Tischen im „Tänzelnden Pony“ tanzte.
Brainignore wusste, wenn sie einer verstehen würde, dann Any Whimehouse. Ein kurzer Brief klärte alles. Any würde, sobald sich ihrer beider Wege in Mittelerde treffen, Brainignore adoptieren.

Decke –> Kopf. Jetzt!

Eigentlich wollt ich jetzt auf der CeBIT sein. Eigentlich. Aber nein. Ich werd krank. Ich bin schon am vergangenen Donenrstag krank geworden – wie immer pünktlich zum Wochenende. Aber als sei das nicht genug, hält dich diese Erkältung auch noch an ihren Terminplan – drei Tage kommen, drei Tagen bleiben, drei Tage gehen – und macht mir meinen kaputt. Jetzt sitze ich seit zwei Tagen bei besten Sonnenschein und fast frühlingshaften Temperaturen in der Bude. Bin begeistert – NOT!

Statt mich in Hannover also mit einem alten Freund zu treffen und mir das neueste von Neusten vom Neusten der IT-Branche anzusehen, sitze ich im trauten Heim und hab nen Katzenkratzbaum abgebaut, einen neuen Katzenkratzbaum aufgebaut, zweimal abgesaugt, das Bad geputzt, drei Häkeldecken gehäkelt, ein Stickbild angefangen, einen neuen Twink in HdRO angefangen, 200 Seiten in einem Frank-Schätzing-Roman gelesen, mit 2 Katzen gefühlte 10 Stunden gekuschelt (bis die sich befreien konnten), 100 SMS verschickt, fast ein Pferd gekauft, stattdessen Schuhe gekauft, mich von den Zeugen Jehovas bequatschen lassen und sämtliche neuen Folgen von Greys Anatomy, Vampire Diaries und Flash Forward auf Englisch geguckt.

Und jetzt blogge ich Belangloses aus Langeweile.

Und da soll ich mich erholen? Ich will wieder zur Arbeit.

HdRO: Projekt „Brainignore“ hat begonnen

Am 25. Februar 2010, ein Tag wie jeder andere, an dem @Namidh sein Befinden über Spieler unter Mittelerdes Sonne und deren Entwickler kundtat, äußerte @Valandir den Begriff /brainignore.
Ich habe schon die kuriosesten Namen, auch auf dem RP-Server Belegaer, gelesen, deren Sprechweise und Betonung vielfältig und oft ein Geheimnis des Spielers sind. Als ich „Brainignore“ las, meinte ich spontan, dass könnte der Name einer elbischen Bardin auf Belegaer sein. @Amano3 entwickelte weitere Abwandlungen wie „Brainig Nore“ (Zwergen-Waffi?) oder „Brai Nignore“ (Menschen-Kundi?) und auch der Sippenname „Brain I Gnore“ schien nicht abwegig.

Gesagt getan.

Brainignore mit 7 in Duillont

Am 25. Februar 2010 erblickte Brainignore als 7. Kind unbekannter Eltern das Licht von Mittelerde. Böse Zungen könnten behaupten, Brainignore könnte die Tochter von Any Whimehouse sein, aber das ist unbestätigt.
Eigentlich sollte Brainignore Musiker werden. Ihre Eltern, so viel weiß man, entschieden sich aber, Brainignore zwei Schwerter in die Hände zu drücken. Für einen Elb ihres Intellekts schien es die weisere Wahl zu sein.

Die ersten Tage ihres Lebens verbrachte Brainignore noch im Schutze der prologischen Zuflucht Edhelion. Am gestrigen Tage jedoch – es war der 28. Februar im 10. Jahr des 21. Zeitalters schaltete Brainignore erstmals ihren elbischen Verstand ab und metzelte sich aus dem Schutz der Zuflucht in die harte Welt Belegaers.

Dort angekommen quatschte sie fast jeden an, der ziellos in Duillont stand und versprach Aufgaben zu erfüllen, deren Sinn und Zweck ihr fremd waren. Die Auftragszettel warf sie ungelesen ins Hafenbecken. Wichtig war nur die kurze Randnotiz, die ihr sagte, wohin sie laufen soll, um dort Bilwissen, Wölfe oder Grimmhands zu töten.
Der erste Schritt zum Söldnerdasein war getan, doch insgeheim fragte Brainignore sich schon, wie lange es dauern würde, bis man ihr auf die Schliche kam und sie von dieser Welt verbannen würde.

Der Gedanke keimte nur kurz und Brainignore lief stumpf los, um ihre Aufträge abzuarbeiten.

Reiten: Idole Im Viereck?

Normalerweise fällt mir ein Artikel im Sportteil der Süddeutschen Zeitung nicht ins Auge und lesen tu ich ihn noch seltener. Brav blätter ich aber dennoch alle Seiten der heutigen SZ um und mein Blick fiel auf Seite 34 auf das Bild eines mächtigen Rappen in der Galopppirouette und der zugehörige Artikel trug den Namen „Ein unglaubliches Pferd“.
Mein erster Gedanke war: Noch so ein sensationelles Dressurpferd, dass vielleicht spektakulär aussieht, aber dann doch arm dran ist. Skeptisch habe ich angefangen, den Artikel zu lesen.

Totilas unter Edward Gal bei der EM 2009 – spektakulär aber nicht reell [1]
Es handelt sich um Totilas. Ein niederländischer Hengst unter Edward Gal, der vielerorts als Wunderpferd gepriesen wird und mancherorts schon für die Goldmedaille bei Olympia 2012 gesetzt ist. Das sind gewaltige Vorschusslorbeeren, die in dieser Dressurszene aus meiner Sicht jedoch nichts Gutes erahnen lassen, wenn ich so auf Anky van Grunsven und Isabell Werth blicke.
BTW: Das ich mich mit der Turnierszene befasst habe, ist schon sehr lange her und ich hab es selten als schön empfunden, zumal es mit der Zeit immer weniger entspannt wirkte, was Spring- und Dressurreiter dargeboten haben. Spätestens seit einem Vortrag des Rollkur-Kritikers Dr. Gerd Heuschmann im Juli 2009 hab ich mich voll abgewendet von diesem Kommerz und registriere nur noch die Sensationsmeldungen, die zumeist negativer Natur sind.

Positiv an dem Artikel der SZ hab ich empfunden, dass auf die extreme Vorhandaktion kritisch hingewiesen wurde, die Totilas wohl noch vor Kurzem zeigte und die immernoch auffällt, und dass er nun nicht mehr schweißgebadet das Viereck betrete, was als „Schritt zurück zur Natur“ positiv gewertet wurde. Obwohl dies ein kleiner Lichtblick ist, lässt es erahnen, dass Totilas doch eher ein Trugbild ist.

Die Bilder von ihm sind allesamt spektakulär, doch beim Betrachten will sich kein so rechtes Harmoniegefühl einstellen. Die Vorhandaktion von Totilas blendet und lenkt von der rausgeschobenen Hinterhand ab. Verglichen mit manch anderem Dressurpferd, dass in der Piaffe die Hinterhand nur nachzieht und nicht wirklich Gewicht aufnimmt, ist Totilas schon ansehnlicher, aber wie Dr. Gerd Heuschmann es zusammenfasst dennoch „ein falsches Signal an die gesamte Reiterszene„.

Falsche Ideale

Und da liegt doch der eigentliche Hund begraben. Wie in vielen anderen Sportarten auch, werden die Stars der Szene als Idealbilder verklärt und Turnier- und Freizeitreiter eifern dem nach. Rollkur auf dem Abreitplatz, Psychopharmaka, Chili, Barren u.v.m. verursachen ein Raunen innerhalb und außerhalb der Reiterszene, aber verhallt dann doch scheinbar ungehört. Das fällt auch an dem Artikel der SZ auf. Da werden kommentarlos Isabell Werth und Paul Schockemöhle erwähnt, die m.E. auf verachtenswürdige Weise dem Reitsport geschadet haben – die eine durch Doping mit Psychopharmaka und der andere durch Barren im Training.
Im Spitzensport scheint man unter sich zu sein und niemand wird aus dem Nest gestoßen und so schauen weiterhin Generationen von Reitern zu ihnen auf. Was man dann in manchem Stall um die Ecke sehen muss, wundert einen dann kaum noch. Pferde ohne Muskulatur werden durch das Viereck gescheucht und ihnen werden Lektionen abverlangt, die selbst für trainierte Pferde Schwerstarbeit sind. Reelle Arbeit mit (!) dem Pferd sieht man leider immer seltener und auch das vermeintliche Wunderpferd Totilas, das laut SZ-Redakteurin Gabriele Pochhammer ein „Schritt zurück zur Natur“ sei, scheint ein Opfer der Turnierszene zu sein.

Obwohl es mir um jedes Pferd, das stirbt oder sich schwer verletzt, leid tut, freu ich mich für manch designiertes Nachwuchspferd, das auf der Koppel unglücklich stürzt oder an einer Kolik eingeht: Ihm bleibt dieser Zirkus erspart.

 

[1] Quelle: http://www.horsesandsports.de/2009/08/30/em-windsor-2009-edwar-gal-und-totilas-ein-dressurmarchen/

HdRO: Ein Teufelskreis

Nachdem ich es wie immer hab schleifen lassen, die epischen Quests abzuschließen, hab ich es doch getan – zumindest mit meinem Main-Char. Ich befinde mich im Epilog von Band 2 Buch 9 und fühle mich zumindest am Ende angelangt. Die paar offenen Quest mal dahingestellt, denn was bringen sie mir denn außer Malledrim-Blätter, von denen ich hunderte in diversen Kisten liegen habe. Mit den vielen Silberzweigen, bronzenen und goldenen Blättern könnte ich problemlos meinen eigenen Herbst inszenieren, aber dann würde der Winter ja schon wieder vor der Tür stehen – also stapeln.

Nun ja. Da saß ich gestern nun und wusste nicht, was ich machen soll. Der Main ist durch, ist m.E. bestens equipped, … . Die Twinks sind auch am End-Content angelangt und es fehlen nur noch Feinheiten und die epischen Quests – wie immer.
Ach ja – ich hab ja noch einen Jungspunt von Barden (zarte 15), aber so wirklich konnte ich mich nicht überwinden mich zum vierten Mal im Alten Wald zu verlaufen oder die Mückenwassermoore von Bilwissen zu befreien.

Also werd ich wieder warten, dass neuer Content kommt, dem ich mich dann 2 Wochen lang verschließe, weil Gott und die Welt sämtliche Flora und Fauna in Mittelerde an den Rand der Ausrottung bringt. Innerhalb einer weiteren Woche wird mein Main-Char dann auch das aufgeholt haben. Ich werd wie immer mit Fragezeichen im Gesicht den diversen Channeln folgen und nur Bahnhof verstehen. Wiederrum eine Woche später werd ich auch endlich kapieren, was die da für horrende Summen verticken und nur den Kopf schütteln.

Manchmal frag ich mich schon, wozu ich den Aufwand betreibe. Dank Lifetime-Account verblasst diese Erkenntnis aber wieder recht schnell und die gemeinsamen Raid-Abende sind dann doch der Lichtblick, der meine Motivation und den Spaß am Spiel am Leben erhält.

Und schließlich fang ich wieder an, die Twinks nachzuziehen, dann die Feinheiten beim Main und …

Und der Kreis schließt sich wieder.