Tag 17 – Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen

Wie die letzten zwei Tage bin ich auch heute etagen-weise vorgegangen. zusätzlich hab ich mich ein paar Mal im Kreisgedreht und mit geschlossenen Augen zugegriffen. Ich hab auch ein paar Mal daneben gegriffen und Bücher erwischt, die ich hier schon aufgeführt habe. Also nochmal im Kreis drehen … Nachdem ich taumelnd mein Notebook wiedergefunden habe, kann es nun losgehen.

Ganz oben habe ich „Die andere Bildung“ von Ernst Peter Fischer gegriffen. Das Buch hab ich mal geschenkt bekommen, als ich noch Schüler war. Es soll Wissenschaft mit Bildung verknüpfen, indem Zusammenhänge auf originelle Art erklärt werden. Ich hab damals leider nicht die Muse gehabt es zu Ende zu lesen, aber ich werd das wohl demnächst mal tun. Man lernt ja nie aus.

Als nächstes habe ich von Xenophon gegriffen – eine zweitausend Jahre alte Abhandlung „Über die Reitkunst“. Das Buch habe ich mir als Abo-Geschenk der Cavallo ausgewählt, aber leider noch nicht die Geduld gehabt es intensiv zu lesen. Solch alte Bücher haben ja leider meist die Eigenschaft, dass sie sprachlich kompliziert sind, weil damals nunmal anders gesprochen wurde als heute.

Es folgt „Eine unbeliebte Frau“ von Nele Neuhaus. Das Buch ist das erste in der Taunus-Reihe und handelt passender Weise in den Wirren eines Reitstalls. Darin werden viele Marotten und Problemchen geschildert, die jeder Reiter aus eigener Erfahrung kennt und das macht das ganze auch so authentisch und spannend.

In der nächsten Etage habe ich auf Jussi Adler-Olsen getippt. „Erbarmen“ ist der Auftaktroman der Thriller-Reihe und das Buch war dermaßen spannend, dass ich es in 1 Tage gelesen hätte, wenn ich nicht zwischendurch arbeiten, essen, trinken, schlafen … hätte müssen. Absoluter Nervenkitzel.

Zu guter letzt – ich musste in die Knie gehen und meine Kreise drehen; jeder außenstehende hätte mich mit einer betrunkenen Ente verwechselt – habe ich einen Allgäu-Krimi gegriffen: „Milchgeld“ von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Die Geschichte war spannend und interessant zu lesen, aber so wirklich bin ich mit der Erzählweise nicht klar gekommen. Aber das geht mir häufiger so bei deutschen Regional-Krimis … Nele Neuhaus ist da die hervorstechende Ausnahme.



Tag 16 – Das 9. Buch in deinem Regal v.r.

Beim 9. Buch von rechts verhält es sich ähnlich wie beim 4. Buch von links … es gibt mehrere dank mehrerer Etagen im Bücherregal.

Ganz oben stehen auf der rechten Seite meine alte Schullektüre, die ich mehr oder weniger gelesen habe. An 9. Stelle steht „Furcht und Elend des dritten Reiches“ von Bertholt Brecht. Ich habs damals gelesen, aber ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr so recht daran erinnern. Aber es muss gut gewesen sein, denn von Bertholt Brecht halte ich viel.

Eine Etage tiefer steht der dritte Teil der Twilight-Serie: „Biss zum Abendrot“ … Auch bei diesem Buch weiß ich nicht mehr wirklich den Inhalt … Irgendwas mit Bella und Edward bevor sie heiraten und Nachwuchs bekommen.

Es folgt „Verdammnis“ von Stieg Larsson. Der Teil in dem Lisbeth Salander in ihrer Vergangenheit sucht und fast dabei den Tod findet. Hoch spannend und ich konnte danach kaum erwarten den dritten und leider letzten Teil zu lesen.

Direkt darunter findet sich „Erlösung“ von Jussi Adler-Olsen. Darin kommt Ermittler Carl Morck einem Serientäter anhand einer Flaschenpost auf die Spur … Ein packender Thriller, der durch und durch geht.

Zu guter Letzt findet sich „Morgenrot“ von Tanja Heitmann … ein etwas anderer, in sich geschlossener Vampirroman. Ich fand das Buch ganz gut, war aber auch nicht so überzuegt, dass ich weitere Bücher von Tanja Heitmann gelesen habe.



Gelesen: Jussi Adler-Olsen und Alex Barclay

An dieser Stelle gibt es diesmal gleich zwei Bücher, über die ich berichten möchte. Beides sind Thriller, jedoch unterscheiden sich beide sehr, so dass ich auch nur einen davon wirklich empfehlen kann.

„Erbarmen“ von Jussi Adler-Olsen

Quelle: dtv
Quelle: dtv

Der dänische Autor Jussi Adler-Olsen ist mir schon mehrmals in Auge gefallen, jedoch habe ich ihn bisher umschifft. Ich denke, das lag daran, dass ich mit Stieg Larsson schon sehr geprägt war, was den skandinavischen Thriller angeht. Ich habe wohl schlicht die Enttäuschung befürchtet, die sich jedoch nicht eingestellt hat.
Ähnlich wie die Stieg Larsson, hat Jussi Adler-Olsen eine Reihe von 10 Bänden um das Ermittler-Team Carl Mørck und Hafez al-Assad geplant. Bisher sind 4 Teile im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) erschienen, wovon „Erbarmen“ der Auftakt der Reihe ist.

Im Jahre 2002 verschwindet die junge, erfolgreiche Politikerin Merete Lynggard spurlos auf einer Fähre und wird kurze Zeit später für tot erklärt. Doch Merete wurde entführt und eingekerkert. Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag wird sie von ihrem Peiniger gefragt, ob sie wüsste warum sie in dieser Lage ist. Bei einer falschen Antwort wechselt die Dunkelheit zu gleißendem Licht oder andersherum, zusätzlich erhöht sich der Druck in ihrem Gefängnis um 1 Bar … Jahr für Jahr.
Im Jahr 2007 durchlebt der Ermittler Carl Mørck sein persönliches Armageddon, als er und seine zwei Kollegen angegriffen werden, wobei ein Kollege stirbt und der andere vom Hals abwärts querschnittsgelähmt wird. Kurze Zeit später wird aus politischen Gründen das Sonderdezernat Q geschaffen, dass ungeklärte Fälle in ganz Dänemark wiederaufrollen soll. Da die Zusammenarbeit mit Carl Mørck zusehends schwieriger wird, wird er kurzerhand zum Leiter des neuen Dezernats ernannt, in dem außer ihm kein anderer arbeitet. Man teilt ihm den Assistenten Hafez al-Assad zu, dessen Vergangenheit in Syrien äußerst schleierhaft ist (seine Name ist durchaus nicht zufällig gewählt) – dennoch ist Assad ein äußerst hilfreicher Assistent.
Gemeinsam rollen die beiden den Fall um Merete Lynggard wieder auf und entdecken zahlreiche Ermittlungsfehler und neue Spuren, die langsam zu den wahren Umständen von Meretes Verschwinden und deren Verbleib führen.

Dieser Thriller hat mich in keinster Weise enttäuscht. Ja, er kommt nicht an Stieg Larsson heran, aber das muss Jussi Adler-Olsen auch gar nicht, da er m.E. eine andere Linie bedient und dies macht er sehr gut. Hätte ich nicht zwischendurch schlafen und arbeiten müssen, hätte ich das Buch in weniger als 2 Tagen durchgehabt und freue mich schon den nächten Band in Händen zu halten.

„Blutbeichte“ von Alex Barclay

Quelle: Lübbe Verlag
Quelle: Lübbe Verlag

Die irische Autorin Alex Barclay liefert mit „Blutbeichte“ den zweiten Teil einer Geschichte um den New Yorker Polizisten Joe Luccesi. Das Buch ist im Lübbe-Verlag erschienen und eigentlich relativ kurz, aber dazu gleich mehr. Das es zu dem Buch einen ersten Teil gibt, fällt zwar mehrfach durch entsprechende Verweise auf, ist aber für die Story selbst nicht essentiell wichtig.

In New York wird eine Leiche übel zugerichtet aufgefunden. Bei lebendigen Leibe wurde der Person das Gesicht mit einem Hammer zerschlagen, um sie anschließend zu erschießen. Schnell stellt sich heraus, dass es in der Vergangenheit schon ähnliche Fälle gab und das alle Opfer vorher telefoniert haben bzw. es versucht haben. Anscheinend versuchten sie eine Beichte über eine schreckliche Tat abzulegen bevor der Täter sie erlöste.
Die Ermittlungen führen zu einem Zahntechnik-Labor und es gibt schnell einen Verdächtigen und nch mehr Tote.

Wenn ich ehrlich bin, fällt es mir unheimlich schwer, die Geschichte wiederzugeben, da es mir furchtbar schwergefallen ist, der Geschichte überhaupt zu folgen. Seit fast einem Jahr lag das Buch vor mir und selbst für den Epilog brauchte ich zwei Wochen. So oder so erscheint mir die Sache mit der „Blutbeichte“ bzw. Lebensbeichte unheimlich konstruiert und mir ist nach wie vor schleierhaft, warum der Täter diese Beichte bei seinem Opfern eingefordert hat.
Das Buch soll ein Thriller sein. Von einem Thriller erwarte ich, dass er mich packt und ich ihn nicht zur Seite legen mag. Das Gefühl stellte sich nicht ein einziges Mal ein, weshalb ich das Buch auch nicht weiterempfehlen würde. Auch habe ich kein Bedürfnis den ersten Teil oder irgendetwas anderes von Alex Barclay zu lesen, denn außer Blut und nochmehr Blut war da nix thriller-haftes. Sorry.