30 Sep |
|
Meine Erwartungen an den Krimi waren groß, denn die Rezensionen und vor allem die Leseprobe waren viel versprechend, da bereits der Auftakt des Buches mal was anderes ist. Tobias Sartorius hat soeben eine 10-jährige Gefängnisstrafe abgesessen und will nun den Weg zurück in den Alltag finden. Doch das ist gar nicht so einfach, denn in seinem Heimatdorf Altenhain im Taunus begegnet man ihm nach wie vor feindlich. Immerhin hat er zwei Mädchen aus dem Dorf umgebracht. Nichts ist, wie es einmal war vor 11 Jahren, als er zuletzt in seiner Heimat war. Das schlimme für ihn ist, er weiß nicht ob er schuldig ist oder nicht, denn er kann sich an nichts erinnern, was damals geschehen ist. Echte Beweise gegen ihn - nicht einmal die Leichen der beiden Mädchen - gab es nicht, nur Indizien, aber die waren erdrückend. Nele Neuhaus erzählt eine wirklich spannende und komplexe Geschichte, die man so gar nicht erwartet. An manchem Abend habe ich mich geärgert, dass ich früh zur Arbeit musste, denn ich wollte das Buch nicht zur Seite legen. Die Autorin gibt einem die Sicht mehrerer Charaktere, aber wirklich mehr wissen tut man als Leser nie. Jedes mal wenn ich glaubte, ich weiß worauf es hinausläuft, stößt Nele Neuhaus diesen Verdacht wieder um, ohne dabei Langeweile oder dieses Nicht-schon-wieder-Gefühl hervorzurufen. Die Wendungen sind wirklich geschickt platziert, so dass die Autorin die Spannung von Anfang bis Ende auf einem hohen Niveau halten kann. Ein Krimi wie man ihn sich vorstellt und er ist nur zu empfehlen. "Schneewittchen muss sterben" ist übrigens Teil einer Buchreihe und steht dort erst an vierter Stelle. Ich hab das bereits vor der Lektüre gewusst und mich bewusst dafür entschieden, es ohne Kenntnis der anderen Teile zu lesen, da in diversen Rezensionen gesagt wurde, er sei alleinstehend lesbar. Das kann ich nun vorbehaltlos unterschreiben. Auch deshalb liegt Teil 1 der Taunus-Krimis bereits auf der Post und wartet auf Abholung. |
