12
Jan
Gelesen: Des Todes dunkler Bruder von Jeff Lindsay
Geschrieben von: Pfefferoni   

Mit meinem ersten Blogpost in diesem Jahr möchte ich eine Rubrik wiederbelebn, die ich in der Vergangenheit etwas vernachlässigt habe, obwohl es gar keinen Grund dazu gab: Die Leseecke. Ich hab seit dem letzten Post in dieser Rubrik das Lesen natürlich nicht verlernt, ich hab weiterhin aus den Vampir-Serien von Lara Adrian und Linsay Sands Bücher verschlungen und in eine weitere Vamprserie reingeschnuppert, zu der ich bei Gelegenheit noch ein paar Worte verlieren will. Der fünfte Teil der Taunus-Krimis von Nele Neuhaus war wie die vier Vorgänger ebenso schnell und gierig gelesen - ob ich dazu noch was schreibe ... mal sehen.
Ich hab "nebenher" noch einige Fachbücher zur Pferdeausbildung verschlungen, die in dieser Rubrik aber nichts zu suchen haben. Zwischenzeitlich hatte ich dann sogar vier Bücher gleichzeitig in der Mangel - jetzt nur noch drei:

Quelle: Droemer Knaur Verlag
Quelle: Droemer Knaur Verlag
"Des Todes dunkler Bruder" ist ein bereits 2005 bei Knaur erschienener Thriller von Jeff Lindsay. Das Buch ist der Auftakt einer Serie, die sich um den Protagonisten Dexter Morgan dreht, aus dessen Sicht (Ich-Perspektive) das Buch geschrieben ist.

Dexter Morgan ist Spezialist für Blutanalysen bei der Polizei von Miami. Er hat also beruflich häufiger mit Mord zu tun. Nebenbei mordet er aber auch gern ab und zu, wobei seine Opferwahl - gelenkt von seinem "dunklen Passagier" - stets auf Serienmörder fällt. Er tut der Gesellschaft in gewisser Weise einen Gefallen, wenn er diese Straftäter aus dem Geschäft zieht. Denn in der Regel ist er schneller als die Polizei bei den Ermittlungen, nicht zuletzt weil er wohl ähnliche Denkstrukturen hat und andere Verknüpfungen und Ideen hat als die Polizei.
So kommt es, dass in Miami ein Serienmörder sein Unwesen treibt, indem er Prostituierte ermordet, zerstückelt und von mal zu mal perfider zur Schau stellt. Während Dexter gegen seinen dunklen Passagier ankämpft, diesen Mörder selbst zur Strecke zu bringen, um stattdessen seiner Schwester auf der polizeilichen Karriereleiter zu helfen und zur Festsetzung des Mörders auf legale Weise zu verhelfen, verliert er scheinbar den Verstand. Denn irgendwann ist er sich nicht mehr sicher, ob er sich nicht selbst jagt, denn das Muster des Mörder ähnelt dem seinen.

An und für sich ist die Idee gut und das Buch liest sich auch gut weg. Das Ende ist nicht vorhersehbar, so dass es bis zum Schluss spannend bleibt. Dennoch hat mich das Buch nicht absolut überzeugt, weshalb ich mir einen weiteren Teil nicht zulegen werde. Jeff Lindsay verbringt unheimlich viel Zeit damit, seinen Protagonisten sich wiederholenden Selbstschauen zu unterwerfen und irgendwann sind die Selbstzweifel, die Bewunderung des Konterparts, die Betonung seiner Emotionslosigkeit usw. lästig. Wahrscheinlich will Jeff Lindsay damit das Abdriften in den Wahnsinn darstellen, aber irgendwie wird man dabei selbst wahnsinnig. Ein weiteres Mal mach ich das nicht mit.
Ich hab im Nachhinein auch einige Rezensionen gelesen: Viele Leser sind absolut begeistert, aber einige auch absolut enttäuscht. Beim Lesen der Rezensionen fiel mir im Nachhinein auch auf, dass sämtlich anderen Charaktere im Buch als dilletantisch dargestellt werden, einige sprechen sogar von sexistischen Ansätzen. So weit würde ich jetzt nicht gehen, aber vielen negativen Rezensionen kann ich nur zustimmen. Schade eigentlich, aber es kann ja nicht nur gute Bücher geben.
Interessanterweise wurde aus der Buchserie eine Fernsehserie mit derzeit 5 Staffeln, die anscheinend auf RTL2 gelaufen sind. Eine Verfilmung kann ich mir durchaus vorstellen, aber eine Serie ... Aber die scheint gut anzukommen, zumindest auf dem amerikanischen Markt.

Nun lese ich also noch drei Bücher, nein, eigentlich sind es schon wieder vier. Ich denke, als nächstes werde ich an dieser Stelle über "Limit" von Frank Schätzing schreiben. Nachdem ich mich 300 Seite etwas durch die gewohnte Detaildichte gekämpft habe, nimmt es nun richtig Fahrt auf. Ich bin derzeit auf Seite 548, was so knapp die Häfte ist ... es kann also noch eine Weile dauern bis zum nächsten Blogpost in dieser Rubrik.

 
05
May
Gelesen: Vorrübergehend tot von Charlaine Harris
Geschrieben von: Pfefferoni   

Quelle: Feder-und-Schwert.com
Quelle: Feder-und-Schwert.com
Ich hab mal wieder eine neue Vampirreihe angefangen. Diesmal hab ich dabei etwas getan, was ich normalerweise nicht tue: Ich hab ein Buch gelesen nachdem ich dessen Verfilmung gesehen habe. Es handelt sich um "Vorrübergehnd tot" von Charlaine Harris (erschienen im Verlag Feder & Schwert), welches der Auftaktroman der Sookie-Stackhouse-Reihe mit derzeit 10 Bänden und die Romanvorlage für die Serie "True Blood" ist.
Die Serie habe ich bereits vollständig gesehen und war regelmäßig gefesselt, obwohl ich schon zugeben muss, dass sie etwas von Splatter hat - eigentlich nicht wenig. Die Vampirromantik à la Twilight ist dagegen Kleinkindgeburtstag und nicht umsonst läuft die Serie auch im Spätprogramm.

Sookie Stackhouse ist Südstaatlerin und eine einfache Kellnerin. Sie hofft schon lange endlich mal einem Vampir über den Weg zu laufen, denn die haben sich wenige Jahre zuvor geoutet und leben nun, dank japanischem, synthetischen Blut, offen unter den normalen Menschen.
Eines Tages ist es dann soweit und der Vampir Bill Compton betritt das Lokal und setzt sich an einen von Sookies Tischen. Die ist sofort hin und weg, vor allem auch deshalb, weil ihre "Behinderung", wie sie es nennt, bei Bill nicht zum Tragen kommt. Sookie ist nämlich Telepathin und nimmt Gefühle, Gedanken und Bilder aller Menschen in der Umgebung in sich auf, was sie schier zum Wahnsinn treibt, insbesondere wenn es um Beziehungen geht, denn wer will schon beim Vorspiel hören, dass das Speckröllchen auf der Hüfte abtörnt. Aber bei Bill ist nur Stille.
Fast zeitgleich geschehen in Sookies Heimatort brutale Frauenmorde und schnell geraten Sookies Bruder Jason und ihr neuer Verehrer Bill in das Fadenkreuz der Polizei. Ersterer, weil er mit jeder der toten Frauen im Bett war, und letzerer, weil jede der Frauen Vampir-Bissspuren hatte und Bill der einzige Vampir weit und breit ist.

Als ich angefangen hatte zu lesen, hatte ich die Befürchtung schnell gelangweilt zu sein, weil ich die Serie ja schon kannte und ich finde im Nachhinein, dass die Romanvorlage sehr gut adaptiert wurde. Aber da sind halt noch die vielen kleinen Details und Nebengeschichten, die nicht in die Serie übernommen wurden, so dass der Roman eben doch spannend bleibt (auch wenn man den Mörder schon kennt).
Oft werden Anspielungen auf real existierende Personen oder Begebenheiten gemacht, welche aber nie (aus rechtlichen Gründen?) beim Namen genannt werden und so kommt es, dass Charlaine Harris einer Urban Legend, die in der Realität so viele Menschen bewegt, einen ganz neuen Drall verleiht ... ich hab so gelacht.
Der Roman hat gewiss nicht viel Tiefgang und Sookie ist wahrlich einfältig, aber es ist - wie der Umschlag verspricht - ein skuriler Vampirkrimi, der Spaß macht zu lesen.

Was die Handlung dieses einen Buches ist, entspricht in etwa der ersten Staffel "True Blood".

 
03
Apr
Gelesen: Gottesfurcht von Nicola Förg
Geschrieben von: Pfefferoni   

Quelle: Goldmann-Verlag
Quelle: Goldmann-Verlag
Ich fand ja schon die Bezeichnung "Taunus-Krimi" für die Buchreiche von Nele Neuhaus interessant und außergewöhnlich, musste nun aber feststellen, dass es da noch mehr gibt. Zum Beispiel "Oberbayern-Krimis". Drauf gestoßen hat mich die liebe Petra und da ich seit nunmehr 8 Jahren in Oberbayern lebe, hab ich mich dieses Romans angenommen. "Gottesfurcht" von Nicola Förg ist ein Teil einer ganzen Reihe, die im Goldmann-Verlag erschienen ist, und dreht sich maßgeblich um den Kriminalkomissar Weinzirl. Eigentlich ist die Buchreihe Allgäu-Krimis, aber da der Protagonist nach Oberbayern gezogen ist ... Daher spielt der Roman auch in dem Teil Oberbayerns, der dem Allgäu näher liegt und Orte wie Oberammergau kennt sicher jeder und wenn nur dem Namen/Lied nach. Andere Orte kannte ich auch und größtenteils bin ich da auch schon durchgefahren, von daher hatte ich eine ganz grobe Orientierung.

Winzirl ist also aus dem Allgäu nach Oberbayern gezogen und kaum dass er sich neu eingerichtet hat, wird die erste Leiche gefunden. Es ist ein tatsächlich ein natürlicher Tod gewesen, aber da sich auf den Augenlidern Fingerabdrücke befinden und kurze Zeit später der nächste, definitiv nicht natürlich verstorbene Leichnam auftaucht, hat Weinzirl alle Hönde voll zu tun. Immerhin gibt es eine Verbindung zwischen den Toten: sie trugen eine kleine, handgeschnitzte Tierfigur mit sich und nunrätseln Weinzirl und sein Kollege Bayer, was es mit den Toten auf sich hat.

Ich steh disem Krimi etwas zwiegespalten gegenüber. Einerseits find ich die Geschichte ganz interessant und durchdacht, aber andererseits, hatte ich mit dem Stil von Nicola Förg zu kämpfen. Sicherlich ist es eine Eigenart ihrer Figuren, dass diese nur in abgehackten/unvollständigen Sätzen (Subjekt-Prädikat-Objekt) sprechen, aber da die Erzählform nunmal die Gedankengänge der einzelnen Figuren wiedergibt, ziehen sich diese Sätze durch das gesamte Buch. Wahrscheinlich sollen das den den Leser näher an die Gedankensprünge der Figuren bringen, aber mich hat das teilweise so genervt, dass ich das Buch öfter weggelegt habe und zwischenzeitlich mehrere andere Bücher gelesen habe.
Also wie gesagt, interessante Geschichte, wem dieser Schreibstil gefällt, wird seinen Spaß daran haben, aber für mich war das Buch leider nix.

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07
Mar
Gelesen: Der Beethoven-Fluch von M.J. Rose
Geschrieben von: Pfefferoni   

Quelle: libri.de
Quelle: libri.de
Da stand ich vor kurzem auf dem Münchner Flughafen, ich war natürlich viel zu früh da und ich hatte nichts zum Lesen zur Hand, um die Wartezeit bis zum Boarding zu überbrücken. Also bin ich kurzerhand in den Kiosk, in der Hoffnung einen weiteren Teil (möglichst den passenden) der Argeneau-Reihe zu finden - vergebens. Stattdessen bin ich auf die "Vampire Diaries"-Vorlage und den "Beethoven-Fluch" von M.J. Rose gestoßen. Da ich ersteres schon aus dem TV kenne (auch wenn die Serie nicht zwangsläufig mit dem Buch identisch sein muss ist) habe ich kurzerhand den Beethoven-Thriller eingepackt.
Das Buch ist im Mira-Verlag erschienen und der zweite Teil der Memory-Reihe. Das hab ich aber erst auf der letzten Seite des Buches in den Anmerkungen der Autorin festgestellt, und es war auch nicht wirklich spürbar im Buch, da es keine ungereimten und nicht näher erläuterten Verweise auf den ersten Teil gab. "Der Beethoven-Fluch" kann vollkommen eigenständig betrachtet werden und wenn ich mir den Umschlagtext des vorhergehenden Romans "Der Memory-Code" ansehe, scheint es bis auf das Grundthema und vielleicht einzelne Figuren am Rande keine komplexen Verknüpfungen zu geben.

Zum Inhalt: Meer Logan wird seit ihrer Kindheit von beängstigenden Erinnerungen heimgesucht, die sie nicht zuordnen kann. Während sie als Psychologin diese Erinnerungen, die sie aus Raum und Zeit zu saugen scheinen, rational als Pseudoerinnerungen bewertet, sind ihr Vater Jeremy und dessen guter Freund Malachai der Meinung, es handele sich um Vorlebenserinnerungen. Die beiden sind nämlich Memoristen, glauben an die Wiedergeburt und dass Erinnerungen von einem Leben in das nächste mitgenommen werden können, um eine angefangene und unvollendete Aufgabe erledigen zu können.
Als eher zufällig eine Schatulle auftaucht, die einst Beethoven seiner Geliebten Antonie Brentano geschenkt hatte, fühlen sich Jeremy und Malachai bestätigt. Die Schatulle gleicht nämlich bis ins kleinste Detail den Zeichnungen, die Meer aus ihren Erinnerungen gemalt hat, obwohl sie die echte Schatulle noch nie gesehen haben kann. Meer reist kurzerhand nach Wien, wo die Schatulle versteigert werden soll, in der Hoffnung, dass der Blick auf die echte Schatulle ein Schlüsselerlebnis ist. Denn Meer plagen nicht nur diese beängstigenden Erinnerungen, sie wird auch von einer mysteriösen Melodie verfolgt, die sie nicht erfassen kann. In Wien hofft sie, die Lösung zu diesen Erinnerungen und der Melodie zu finden und so endlich ein normales Leben führen zu können. Stattdessen begegnet sie Morden, Verfolgungen und weiteren mysteriösen Erinnerungen.

"Der Beethoven-Fluch" ist eine sehr spannende Geschichte, die viele interessante Gebiete berührt: Zum einen das Thema Musik und deren Wirkung auf die Gefühle der Menschen, dann das bestimmende Thema der Wiedergeburt verbunden mit der Thematik des jüdischen Glaubens und der Kabbala, und schließlich der Handlungsort Wien, mit dessen musikalischen und historischen Aspekten. M.J. Rose bringt all diese Themen in dem Buch unter, teilweise kratzt sie leider nur an dessen Oberfläche und man wünscht sich, der ein oder andere Aspekt wäre tiefer betrachtet. Aber das ist natürlich nur subjektives Empfinden, immerhin ist die Gefahr groß, dass man sich in den Detailbeschreibungen verliert und so das Tempo der Geschichte auf der Strecke bleibt, wie es bei "Lautlos" von Frank Schätzing passiert.
Was die Charaktere betrifft, so ist die Anzahl der Handelnden überschaubar und man behält leicht den Überblick, wer mit wem, wie in Verbindung steht. Allerdings frag ich mich besonders bei einem Charakter, warum er so ausführlich eingeführt wurde. Sicher ist es keine unwichtige Person für die Handlung, jedoch verwendet M.J. Rose auf andere, wichtigere Charaktere weniger Zeit. Ich kann mir nur vorstellen, dass dies in Vorbereitung auf weitere Romane geschieht.

So oder so ist der Roman durchaus lesenswert und ich kann versprechen, dass die höheren Zusammenhänge, die sich im Verlauf des Buches ergeben, sehr interessant sind und so sicher nicht zu erwarten waren.


 
20
Jan
Gelesen: Kismet Knight und Mordsfreunde
Geschrieben von: Pfefferoni   

Da ich gerade nur wenig Zeit habe und das Lesen dieser Bücher schon ein paar Momente her ist, möchte ich an dieser Stelle nur einen kurzen Blick darauf werfen.

Quelle: libri.de
Quelle: libri.de
Da wäre zum einen "Kismet Knight: Vampire lieben länger" von Lynda Hilburn. Der Nachfolger von "Kismet Knight: Vampirpsychologin" war lang ersehnt und das Warten hat sich gelohnt. Die Geschichte ist locker amüsant aber auch spannend und vor allem lebensnah geschrieben.  Denn nach 6 Monaten Beziehung mit dem mächtigen Vampir Devereux ist die anfängliche Verliebtheit ein bisschen dem Alltag gewichen und Kismet fühlt sich strekenweise von der Fürsorge Devereux' genervt. Als er sie dann noch vor einem noch mächtigeren Vampir als sich warnt, wird Kismet trotzig und ist im Bann des anderen, bevor sie es eigentlich selbst merkt.

Quelle: Ullstein-Verlag
Quelle: Ullstein-Verlag
Komplizierte Beziehungsdramen gibt es neben dem ein oder anderen Mordopfer auch bei Nele Neuhaus und dem zweiten Fall von Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein: "Mordsfreunde". Im Opel-Zoo gibt es zum Heu nämlich Fleischbeilage: abgetrennte Gliedmaßen, deren Besitzer schnell gefunden ist - tot. Tatverdächtige und Motive gibt reihenweise, aber so recht fügt sich nichts zusammen.
Nele Neuhaus hat einen weiteren hochspannenden Krimi im Taunus konstruiert und stellt ihre Protagonisten gewohnt menschlich mit Höhen und Tiefen dar. Auch die Einbettung in die Fußball-WM 2006 und die örtlichen Probleme (bsp. Ausbau der B8 um Königstein) machen das Lesen so authentisch. Man findet sich halt wieder, auch wenn man noch nie im Taunus war.

 
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