Pfefferoni gut abgehangen

Pfefferoni gut abgehangen

Ich hab mich gestern mit ein paar Freunden in Garmisch-Patenkirchen getroffen. Unser Ziel war der hiesige Kletterwald. Die Bedingungen war perfekt. Der bisher wärmste Tag im Jahr, strahlend blauer Himmel und nur wenig Wind. lediglich die Zugspitze versteckte sich in den Wolken, aber wir wollten ja (noch) nicht die Zugspitze erklimmen sondern die zwischen 5m und 17m hohen Kletterparcoursrouten.
Also schnell nochmal auf Klo, Gurtzeug anlegen, Sicherheitseinweisung und ab auf den ersten Kurs. Obwohl zwei von uns schonmal hier waren, haben wir geschlossen ganz brav mit der leichtesten Route begonnen. Insgesamt gibt es 7 Routen, die farblich nach Schwierigkeit gekennzeichnet sind. Umso heller die Markierung desto leichter ist die Route – von weiß bis schwarz.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Ich weiß ja nicht wie das andere sehen, aber bei mir kommt in der Farbskala rot nach orange. Nach den drei leichten Routen (weiß, gelb, orange) bin ich also auf die rote Route gegangen. Bereits der Aufstieg auf die erste Plattform war ein Kraftakt: An der Unterseite eines Stammes musste man sich an diesen Griffen, wie sie an Kletterwänden befestigt sind, hochbewegen. Zweites Hindernis war eine Helix wie eine DNA (s. Foto). Die Stränge hatten etwa einen Abstand von 2m und die Stege etwa 1,50m und die Schwierigkeit bestand darin, auf halber Strecke die Seite von einem Strang zum anderen zu wechseln. Nach der Hälfte der roten Route stand mir erstmals der Schweiß im Gesicht, aber ein zurück gab es nun nicht mehr – jedenfalls nicht bei meinem Mana-Stand (wie immer hatte ich kaum Mana-Tränke dabei). Dafür kam nun der Fun: ca. 50m an der Lauflkatze in 10m Höhe – Yeehaw! wir haben dann erfahren, dass rot nach grün und blau gekommen wäre und somit die zweit-schwerste Route war.

Zur Erholung ging es nun auf die grüne und blaue Route. Leider stellte sich hier ein enormer Stau ein, denn bei dem Wetter sind natürlich nicht nur wir auf die Idee gekommen, hierher zu kommen. Das allein macht aber keinen Stau, sondern vielmehr, dass viele Eltern mit ihren Kids da waren.

Tine und Tanja

Tine und Tanja sind ungefähr 5 Jahre alt und nicht groß genug, um selbst die Sicherungskarabiner umzuhängen. Also musste Ullrich (die erwachsene Begleitperson) immer hinterher und erst beide Mädels neu sichern. Und ich war natürlich nicht davor sondern hinter der lustigen Vater-Kind-Kind-Gruppe. Konfetti.
Aber eigentlich war es ganz putzig. Tine und Tanja waren ziemlich flott und Ullrich hat versucht mit erwachsenem, männlichem Übermut und Guckt-her-wie-gut-ich-klettern-kann die Hindernisse zu bewältigen. Ullrich, bei der Tine und der Tanja sah das unenedlich viel eleganter aus und hat auch nicht den ganzen Parcours ins Wanken gebracht!

Highlight war, als Tanja ein Hindernis überquert hatte und Tine ihr gleich folgte. Dadurch kam Druck auf die Sicherungsleine und es hat Tanja etwas erschrocken:
„Tine, du kannst doch nicht einfach loslaufen. Ich hab mich total erschorcken und was wäre gewesen, wenn ich jetzt runtergefallen wäre. Ich hatte nur noch einen Sicherungshacken im Seil …“
„Ich kann jetzt aber nicht mehr zurück, Tanja.“
„Du musst aber oder willst du dass ich runterfalle.“
Ullrich greift ein: „Du Tine, die Tanja hat vollkommen recht. Tanja du hast Recht!“
Öhm … ich hab ja keine Ahnung von Kindererziehung, sehe natürlich ein, dass man Kids ab und an bestätigen muss, aber der Dialog kam mir ziemlich strange vor und wäre Ullrich nicht neben mir gestanden, wär ich in schallendes Gelächter ausgebrochen und hätte Tanja gesagt, sie soll sich mal nicht in Frack scheißen, denn dafür hat man ja auch zwei Sicherungshaken.
Nach einer halben Stunde war ich dann auch über die grüne Route, um mich dann eine viertel Stunde an der blauen anzustellen.

Rosa Camouflage

An der blauen Route stand erstmal so ein Typ der mich ganz unverblümt von oben bis unten gemustert hat, während er seiner Freundin am Arsch gefummelt hat. Ich hätt ihm ja am liebsten direkt ins Gesicht gesagt, das er potthässlich ist, und sich lieber sein Mädel in rosa Camouflage angucken soll. Hab ich aber nicht – bin dann doch zu lieb und sag niemanden so was ins Gesicht.
Jedenfalls war rosa Camouflage dann mein Liebling auf der Route. Die blaue Route ist die mit 17m die höchste, bietet dafür aber ein traumhaften Blick auf die Zugspitze, wenn die sich nicht mit Wolken umgibt. Rosa Camouflage hat schon beim Aufstieg der Duft von Höhenangst umtrieben und am fünften Hindernis war es dann soweit, dass sie abgeseilt werden musste. Auf jeder Plattform hinter ihr standen dann schon je 3 Wartende – das Maximum pro Plattform.
Nach einer gefühlten Ewigkeit war die blaue Route geschafft und die Uhr sagte, dass wir dank rosa Camouflage schon eine halbe Stunde überzogen hatten (3 Stunden waren gekauft, jede weitere kostet extra).

Wir sehen Schwarz

Richtig!

Einmal überzogen dachten wir uns, können wir auch gleich richtig überziehen und sind auf die schwarze Route. Die hatte ich noch gut in Erinnerung, denn hier hatte sich eine Bekannte vor einiger Zeit direkt das Schienbein gebrochen. No Risk no Fun und ab dafür. Wir haben dann allerdings recht schnell gemerkt, dass wir unser Mana auf den anderen 6 Routen gelassen hatten und Tränke waren immernoch nicht aufgefüllt vom Mana-Reg mal gar nicht zu reden. Wir sind dann auch recht schnell dazu übergegangen zu cheaten.

Statt sich beispielsweise von Sprosse zu Sprosse zu hangeln, kann man sich auch einfach in die Sicherung fallen lassen und sich dann irgendwie rüberwuchten (meine Technik – s. Foto). Mit gemeinsamen Kräften waren wir dann schließlich durch und die Spielleitung sagte uns, wir müssten demnächst nochmal wiederkommen und die schwarze Route richtig machen. Verdammt – wir wurden beim Cheaten erwischt und abgemahnt. Bekommtman hier auch nen Bann, wenn man zu oft erwischt wird?

Nach 4 Stunden und ohne Nachzuzahlen (dagegen hätte ich mich auch gewährt, denn wir haben mindestens eine Stunde mit Warten in den Bäumen verbracht) wussten wir was wir getan hatten und haben uns ohne schlechtes Gewissen ganz viele Kalorien beim Italiener einverleibt. Der Muskelkater kam dann schon während der Heimreise und ehrlich gesagt, überrascht es mich im Moment, dass ich überhaupt noch krauchen kann.

Danke an Sebastian für die Fotos und die Unterstützung beim Cheaten ^^

 

1 Comment

  • Morrighan

    26. April 2010 at 10:30 Antworten

    Ein Bär würde dazusagen: Essen am Strick ^^

    Ich glaub, ich würd da schon bei der leichtesten Route versagen und nur dumm in der Gegend rumhängen ^^ Und bei meinem Glück fällt der Baum mit mir um ^^

    Sieht aber nach einem tollen Tag aus 🙂
    Hier in der Nähe (Altmühltal) gibts auch einen Abenteuerpark 😀

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