HdRO: Brainignore goes Bree

Brainignore hat sich aus der Idylle der Vorstadtatmosphäre in Duillont gekämpft und steht nun vor den Toren Brees.

Einfach war der Weg nicht. Mit 12 verdrehte ihr der erste Mann den Kopf, um sie sofort wieder fallen zu lassen wie eine heße Kartoffel. Brainignore war so am Boden zerstört, dass sie das Hacken der Hendrovale über sich ergehen ließ, bis sie am Boden lag.
Gestärkt ging sie aus dieser Niederlage hervor und stürzte sich auf Bilwisse und Grimmhands.

Wie im Fluge durchquerte sie das Auenland und erreichte des Nachts das Breeland. Zum ersten Mal erblickte Brainignore einen Hobbit und erkannte sofort seine Natur: er schickte sie Essen holen.

Durch Zufall erfuhr Brainignore von einer Frau, der es in Mittelerde nicht leicht ergangen ist: Any Whimehouse. Viel Schmach musste sie erleiden und jeder wollte mit ihr Pfeifenkraut rauchen oder Dittmarschens Bier zischen, um sie dann hinterrücks als Aussetzige bei den Wachen in Bree anzuzeigen. Brainignore kannte das Gefühl. Schon jetzt spürte sie die Blicke auf sich ruhen, wenn sie durch den Keilerbrunnen in Bree lief oder auf den Tischen im „Tänzelnden Pony“ tanzte.
Brainignore wusste, wenn sie einer verstehen würde, dann Any Whimehouse. Ein kurzer Brief klärte alles. Any würde, sobald sich ihrer beider Wege in Mittelerde treffen, Brainignore adoptieren.

Decke –> Kopf. Jetzt!

Eigentlich wollt ich jetzt auf der CeBIT sein. Eigentlich. Aber nein. Ich werd krank. Ich bin schon am vergangenen Donenrstag krank geworden – wie immer pünktlich zum Wochenende. Aber als sei das nicht genug, hält dich diese Erkältung auch noch an ihren Terminplan – drei Tage kommen, drei Tagen bleiben, drei Tage gehen – und macht mir meinen kaputt. Jetzt sitze ich seit zwei Tagen bei besten Sonnenschein und fast frühlingshaften Temperaturen in der Bude. Bin begeistert – NOT!

Statt mich in Hannover also mit einem alten Freund zu treffen und mir das neueste von Neusten vom Neusten der IT-Branche anzusehen, sitze ich im trauten Heim und hab nen Katzenkratzbaum abgebaut, einen neuen Katzenkratzbaum aufgebaut, zweimal abgesaugt, das Bad geputzt, drei Häkeldecken gehäkelt, ein Stickbild angefangen, einen neuen Twink in HdRO angefangen, 200 Seiten in einem Frank-Schätzing-Roman gelesen, mit 2 Katzen gefühlte 10 Stunden gekuschelt (bis die sich befreien konnten), 100 SMS verschickt, fast ein Pferd gekauft, stattdessen Schuhe gekauft, mich von den Zeugen Jehovas bequatschen lassen und sämtliche neuen Folgen von Greys Anatomy, Vampire Diaries und Flash Forward auf Englisch geguckt.

Und jetzt blogge ich Belangloses aus Langeweile.

Und da soll ich mich erholen? Ich will wieder zur Arbeit.

HdRO: Projekt „Brainignore“ hat begonnen

Am 25. Februar 2010, ein Tag wie jeder andere, an dem @Namidh sein Befinden über Spieler unter Mittelerdes Sonne und deren Entwickler kundtat, äußerte @Valandir den Begriff /brainignore.
Ich habe schon die kuriosesten Namen, auch auf dem RP-Server Belegaer, gelesen, deren Sprechweise und Betonung vielfältig und oft ein Geheimnis des Spielers sind. Als ich „Brainignore“ las, meinte ich spontan, dass könnte der Name einer elbischen Bardin auf Belegaer sein. @Amano3 entwickelte weitere Abwandlungen wie „Brainig Nore“ (Zwergen-Waffi?) oder „Brai Nignore“ (Menschen-Kundi?) und auch der Sippenname „Brain I Gnore“ schien nicht abwegig.

Gesagt getan.

Brainignore mit 7 in Duillont

Am 25. Februar 2010 erblickte Brainignore als 7. Kind unbekannter Eltern das Licht von Mittelerde. Böse Zungen könnten behaupten, Brainignore könnte die Tochter von Any Whimehouse sein, aber das ist unbestätigt.
Eigentlich sollte Brainignore Musiker werden. Ihre Eltern, so viel weiß man, entschieden sich aber, Brainignore zwei Schwerter in die Hände zu drücken. Für einen Elb ihres Intellekts schien es die weisere Wahl zu sein.

Die ersten Tage ihres Lebens verbrachte Brainignore noch im Schutze der prologischen Zuflucht Edhelion. Am gestrigen Tage jedoch – es war der 28. Februar im 10. Jahr des 21. Zeitalters schaltete Brainignore erstmals ihren elbischen Verstand ab und metzelte sich aus dem Schutz der Zuflucht in die harte Welt Belegaers.

Dort angekommen quatschte sie fast jeden an, der ziellos in Duillont stand und versprach Aufgaben zu erfüllen, deren Sinn und Zweck ihr fremd waren. Die Auftragszettel warf sie ungelesen ins Hafenbecken. Wichtig war nur die kurze Randnotiz, die ihr sagte, wohin sie laufen soll, um dort Bilwissen, Wölfe oder Grimmhands zu töten.
Der erste Schritt zum Söldnerdasein war getan, doch insgeheim fragte Brainignore sich schon, wie lange es dauern würde, bis man ihr auf die Schliche kam und sie von dieser Welt verbannen würde.

Der Gedanke keimte nur kurz und Brainignore lief stumpf los, um ihre Aufträge abzuarbeiten.

Reiten: Idole Im Viereck?

Normalerweise fällt mir ein Artikel im Sportteil der Süddeutschen Zeitung nicht ins Auge und lesen tu ich ihn noch seltener. Brav blätter ich aber dennoch alle Seiten der heutigen SZ um und mein Blick fiel auf Seite 34 auf das Bild eines mächtigen Rappen in der Galopppirouette und der zugehörige Artikel trug den Namen „Ein unglaubliches Pferd“.
Mein erster Gedanke war: Noch so ein sensationelles Dressurpferd, dass vielleicht spektakulär aussieht, aber dann doch arm dran ist. Skeptisch habe ich angefangen, den Artikel zu lesen.

Totilas unter Edward Gal bei der EM 2009 – spektakulär aber nicht reell [1]
Es handelt sich um Totilas. Ein niederländischer Hengst unter Edward Gal, der vielerorts als Wunderpferd gepriesen wird und mancherorts schon für die Goldmedaille bei Olympia 2012 gesetzt ist. Das sind gewaltige Vorschusslorbeeren, die in dieser Dressurszene aus meiner Sicht jedoch nichts Gutes erahnen lassen, wenn ich so auf Anky van Grunsven und Isabell Werth blicke.
BTW: Das ich mich mit der Turnierszene befasst habe, ist schon sehr lange her und ich hab es selten als schön empfunden, zumal es mit der Zeit immer weniger entspannt wirkte, was Spring- und Dressurreiter dargeboten haben. Spätestens seit einem Vortrag des Rollkur-Kritikers Dr. Gerd Heuschmann im Juli 2009 hab ich mich voll abgewendet von diesem Kommerz und registriere nur noch die Sensationsmeldungen, die zumeist negativer Natur sind.

Positiv an dem Artikel der SZ hab ich empfunden, dass auf die extreme Vorhandaktion kritisch hingewiesen wurde, die Totilas wohl noch vor Kurzem zeigte und die immernoch auffällt, und dass er nun nicht mehr schweißgebadet das Viereck betrete, was als „Schritt zurück zur Natur“ positiv gewertet wurde. Obwohl dies ein kleiner Lichtblick ist, lässt es erahnen, dass Totilas doch eher ein Trugbild ist.

Die Bilder von ihm sind allesamt spektakulär, doch beim Betrachten will sich kein so rechtes Harmoniegefühl einstellen. Die Vorhandaktion von Totilas blendet und lenkt von der rausgeschobenen Hinterhand ab. Verglichen mit manch anderem Dressurpferd, dass in der Piaffe die Hinterhand nur nachzieht und nicht wirklich Gewicht aufnimmt, ist Totilas schon ansehnlicher, aber wie Dr. Gerd Heuschmann es zusammenfasst dennoch „ein falsches Signal an die gesamte Reiterszene„.

Falsche Ideale

Und da liegt doch der eigentliche Hund begraben. Wie in vielen anderen Sportarten auch, werden die Stars der Szene als Idealbilder verklärt und Turnier- und Freizeitreiter eifern dem nach. Rollkur auf dem Abreitplatz, Psychopharmaka, Chili, Barren u.v.m. verursachen ein Raunen innerhalb und außerhalb der Reiterszene, aber verhallt dann doch scheinbar ungehört. Das fällt auch an dem Artikel der SZ auf. Da werden kommentarlos Isabell Werth und Paul Schockemöhle erwähnt, die m.E. auf verachtenswürdige Weise dem Reitsport geschadet haben – die eine durch Doping mit Psychopharmaka und der andere durch Barren im Training.
Im Spitzensport scheint man unter sich zu sein und niemand wird aus dem Nest gestoßen und so schauen weiterhin Generationen von Reitern zu ihnen auf. Was man dann in manchem Stall um die Ecke sehen muss, wundert einen dann kaum noch. Pferde ohne Muskulatur werden durch das Viereck gescheucht und ihnen werden Lektionen abverlangt, die selbst für trainierte Pferde Schwerstarbeit sind. Reelle Arbeit mit (!) dem Pferd sieht man leider immer seltener und auch das vermeintliche Wunderpferd Totilas, das laut SZ-Redakteurin Gabriele Pochhammer ein „Schritt zurück zur Natur“ sei, scheint ein Opfer der Turnierszene zu sein.

Obwohl es mir um jedes Pferd, das stirbt oder sich schwer verletzt, leid tut, freu ich mich für manch designiertes Nachwuchspferd, das auf der Koppel unglücklich stürzt oder an einer Kolik eingeht: Ihm bleibt dieser Zirkus erspart.

 

[1] Quelle: http://www.horsesandsports.de/2009/08/30/em-windsor-2009-edwar-gal-und-totilas-ein-dressurmarchen/

HdRO: Ein Teufelskreis

Nachdem ich es wie immer hab schleifen lassen, die epischen Quests abzuschließen, hab ich es doch getan – zumindest mit meinem Main-Char. Ich befinde mich im Epilog von Band 2 Buch 9 und fühle mich zumindest am Ende angelangt. Die paar offenen Quest mal dahingestellt, denn was bringen sie mir denn außer Malledrim-Blätter, von denen ich hunderte in diversen Kisten liegen habe. Mit den vielen Silberzweigen, bronzenen und goldenen Blättern könnte ich problemlos meinen eigenen Herbst inszenieren, aber dann würde der Winter ja schon wieder vor der Tür stehen – also stapeln.

Nun ja. Da saß ich gestern nun und wusste nicht, was ich machen soll. Der Main ist durch, ist m.E. bestens equipped, … . Die Twinks sind auch am End-Content angelangt und es fehlen nur noch Feinheiten und die epischen Quests – wie immer.
Ach ja – ich hab ja noch einen Jungspunt von Barden (zarte 15), aber so wirklich konnte ich mich nicht überwinden mich zum vierten Mal im Alten Wald zu verlaufen oder die Mückenwassermoore von Bilwissen zu befreien.

Also werd ich wieder warten, dass neuer Content kommt, dem ich mich dann 2 Wochen lang verschließe, weil Gott und die Welt sämtliche Flora und Fauna in Mittelerde an den Rand der Ausrottung bringt. Innerhalb einer weiteren Woche wird mein Main-Char dann auch das aufgeholt haben. Ich werd wie immer mit Fragezeichen im Gesicht den diversen Channeln folgen und nur Bahnhof verstehen. Wiederrum eine Woche später werd ich auch endlich kapieren, was die da für horrende Summen verticken und nur den Kopf schütteln.

Manchmal frag ich mich schon, wozu ich den Aufwand betreibe. Dank Lifetime-Account verblasst diese Erkenntnis aber wieder recht schnell und die gemeinsamen Raid-Abende sind dann doch der Lichtblick, der meine Motivation und den Spaß am Spiel am Leben erhält.

Und schließlich fang ich wieder an, die Twinks nachzuziehen, dann die Feinheiten beim Main und …

Und der Kreis schließt sich wieder.

Reiten: Liebe Autofahrer, …

Verkehrszeichen kennzeichnet einen Reiterweg (Quelle: Wikipedia)

ich bin in der glücklichen Lage auf vielfältige Art und Weise Teilnehmer am Straßenverkehr zu sein. Ich fahre ein flottes Auto, ab dem Frühjahr trete ich wieder in die Pedale, ab und an bin ich Fußgänger und ganz nebenbei bin ich auch Reiter.

„Reiter? Verkehrsteilnehmer?“

Ja. Als Reiter bin ich mit meinem Pferd auch ein Verkehrsteilnehmer. Ich bin sogar mit einem Fahrzeug gleichzusetzen, wenn ich mich im Straßenverkehr bewege. Damit gilt für mich neben diversen anderen Vorschriften auch die Straßenverkehrsordnung, nach der ich mich zu richten habe. Das heißt aber für andere Fahrzeuge, und damit will ich mich hauptsächlich an Autofahrer richten, dass sie auch auf mich Rücksicht zu nehmen haben.

Ein Pferd ist ein Fluchttier und reagiert auf vermeintlich unbedeutende Dinge vielleicht panisch und auf weitaus gewaltigere Dinge nur gleichgültig. Zudem ist ein Pferd nicht gleich Pferd. Die einen sind es gewöhnt sich im Straßenverkehr zu bewegen und sind vollkommen abgeklärt, andere sind immer hellhörig und müssen den Straßenverkehr erst kennernlernen. Ich habe schon erlebt, dass mein Pferd vor einem Maiskolben weggesprungen ist, während ein Traktor egal war.
Als Reiter muss ich dafür Sorge tragen, das Ausrüstung, Konstitution von mir und Pferd und nicht zuletzt mein eigenes Können mich dazu befähigen, ein Pferd im Straßenverkehr zu bewegen. Ich stecke aber nicht im Pferdekopf drin und kann nur schlecht erahnen, wie es reagieren wird. Ich kann nur die Zeichen wie Ohrenspiel, Anspannung, Schrittfolge beobachten und entsprechend reagieren.

Wenn ich allerdings von einem LKW mit gefühltem Tempo 80 auf einer Landstraße überholt werde, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass mein Pferd weiter gelassen dahertrottet. Die Erfahrung zeigt, dass Autofahrer sich nicht überwinden können, im Schritttempo ein Reiter-Pferd-Paar zu überholen oder ihm entgegen zu fahren. Genauso wenig hilfreich ist es, neben dem Pferd zu hupen oder sofort nach dem Überholen mit durchdrehenden Rädern die verlorene Zeit wettzumachen.
Solches Fahrverhalten ist perfekt dazu geeignet ein Pferd in Panik zu versetzen und dann setzen sich 600kg Pferd mit 70kg Reiter (oder auch mal 1000kg Pferd mit 50kg Reiter) in Bewegung. Im Idealfall kommt das Pferd nach wenigen Metern wieder zur Ruhe, sobald es Abstand zwischen sich und dem gefährlichen Auto gebracht hat. Im schlimmsten Fall knallen dem Pferd die Sicherungen durch und es läuft und läuft und läuft. Ein durchgegangenes Pferd ist kaum steuerbar und stellt eine Gefahr für sich, den Reiter und alles andere in der Nähe dar. Um ein durchgegangenes Pferd wieder zum Stehen zu bringen braucht es einen kühlen Kopf, Geduld und Selbstbeherrschung nicht selbst in Panik zu geraten. Bis es zum Stehen kommt, kann es schonmal ein paar hundert Meter dauern. Begeistertes Hupen oder rasantes Hinterherfahren ist da nicht hilfreich, denn ein Pferd hat nahezu 360° Rundum-Blick und sehr gute Ohren. Einfach Weiterfahren, nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“ kann im schlimmsten Fall Fahrerflucht sein, wenn es doch noch zum Sturz oder schlimmeren kommt.
(Das ganze lässt sich übrigens auch wunderbar auf Fahrradfahrer übertragen, denn viele Pferde finden Drahtesel mehr als suspekt.)

Deshalb bitte ich euch Auto- und Fahrradfahrer: Wenn ihr das nächste Mal einem Reiter oder auch einer Kutsche begegnet. Geht vom Gas, haltet ggf. an, wenn ihr merkt, das Pferd wird unruhig oder steigt vom Fahrrad ab. Jeder Reiter wird euch dankbar sein.

PS: Nordic-Walking-Stöcke kann man für 100m auch mal hochheben. Die meisten Nordic-Walker nutzen sie eh nicht richtig. Aber das nur am Rande.

Gelesen: Verliebt in einen Vampir von Lynsay Sands

Quelle: Egmont Lyx Verlag

Nachdem in der Midnight-Breed-Buchreihe erstmal Pause bis Mitte des Jahres ist, hab ich mich einer weiteren Vampir-Buchreihe aus dem Hause Egmont-Lyx zugewandt. Aufmerksam darauf bin ich durch eine Leseprobe in einem der Bücher der Midnight-Breed-Serie geworden.
Die Argeneau-Reihe von Lynsay Sands startet im Deutschen mit dem Roman „Verliebt in einen Vampir“. Im Englischen startete die Reihe mit „Eine Vampirin auf Abwegen“ welches im Deutschen als dritter Teil veröffentlicht wurde. Dieser Teil hier ist also eigentlich der zweite.

Da jetzt alle Klarheiten beseitigt sind, komme ich zum Inhalt. Dr. Rachel Garrett ist Pathologin und eines Tages liegt eine unheimlich gutaussehende Leiche auf ihrem Tisch. Nachdem sie die tödliche Kugel entfernt hat, die ihren Patienten zu ihr geführt hat, erwacht die Leiche zum Leben. Da Rachel sich eine Grippe eingefangen hat, schiebt sie die sprechende Leiche ihren Fieberträumen zu. Erst recht, nachdem sie zusammenklappt und niemand im Krankenhaus je etwas von dieser Leiche gehört oder gesehen hat. Wenige Wochen später liegt ein ‚Rostbraten‘, eine verkohlte Leiche wie Rachel sie nennt, auf ihrem Tisch. Als plötzlich die verkohlte Schicht abbrökelt, stellt sie eine verblüffende Ähnlichkeit mit der lebenden Leiche aus ihren Fieberträumen fest. Doch bevor sie die Leiche weiter untersuchen kann, stürmt ein schwer bewaffneter Mann in den Sektionssaal und will ihre Leiche köpfen. Stattdessen trifft die Axt des Mannes Rachel, die sich selbstlos in den Weg geworfen hat, um die Leiche zu beschützen.

Die Leiche, Etienne Argeneau, ist ein Vampir oder das, was die Menschheit als Vampir definiert. Denn eigentlich, und das ist eine sehr interessante Idee von Lynsay Sands, leben in Etiennes und seinesgleichen Blutkreislauf hochentwickelte Nano-Roboter, die unentwegt den Verfall des Körpers und somit das Altern verhindern. Blut ist die Energiequelle dieser Nanos, weshalb Etiennes Rasse auf den stetigen Konsum von Blut angwiesen sind.
Es kommt wie es kommen muss: Etienne wandelt Rachel in einen Vampir und beginnt sie in ihrem neuen Dasein zu unterrichten. Dass die beiden eine leidednschaftliche Beziehung eingehen ist quasi vorprogrammiert.

Im Gegensatz zu Lara Adrian, die einen recht derben bis vulgären Wortschatz an den Tag legt, umschreibt Lynsay Sands gerade erotische Szenen eher zaghaft. Aber dabei gelingt es ihr trotzdem, die richtige Atmosphäre zu schaffen. An anderen Stelle wirkt der Schreibstil (oder die Übersetzung) eher holprig, was den Lesefluss bei mir zumindest leicht eingeschränkt hat.
Nichts desto trotz ist die Geschichte schön erzählt und an nicht wenigen Stellen werden die Kommunikationsprobleme zwischen Mann und Frau in wunderbaren Dialogen dargestellt, was mir den ein oder anderen Schmunzler herausgekitzelt hat. Gleich zu Beginn des Buches, hab ich vor Lachen fast auf dem Boden gelegen, da Lynsay Sands wirklich amüsante Situationen erzeugt, die auch markant für das Buch und vielleicht die ganze Serie sind.

Jedes Buch soll laut Verlag für sich selbstständige Handlungen sein. Zwar handeln alle Bücher von der Familie Argeneau und somit mit wiederkehrenden Charakteren, einen Handlungsstrang, der sich über die gesamte Serie zieht, gibt es aber nicht. Das macht es natürlich leichter aus der Serie auszusteigen oder schwieriger dabei zu bleiben (je nachdem, ob man das Glas lieber halbvoll oder halbleer sieht). Obwohl mich der holprige Schreibstil etwas abschreckt, bin ich trotzdem gewillt, den nächsten Teil der Serie zu lesen.

Insgesamt umfasst die Serie nunmehr 6 Teile (im Deutschen). Zwei weitere sollen noch dieses Jahr bei Egmont-Lyx erscheinen.

HdRO: Der schmale Grat zur Sucht

Twink No1

Ich hab gestern wieder viel Zeit am PC und in Mittelerde verbracht und dabei auch viel geschafft: der dritte Charakter ist 65, mehrere epische Questreihen abgeschlossen, mal eben die Nûrz-Gâshu-Spalte leer-geräumt, ein bisschen Items in Sammath Gul gefarmt. Das übliche eben.

Das Übliche …

… ist bei mir schon recht umfangreich und erschreckenderweise geht es über das des Gelegenheitsspielers hinaus. Und ich kann mich an eine Zeit vor etwa einem Jahr erinnern, als mein einziger Gedanke zum Feierabend war: Schnell nach Hause und HdRO anwerfen. Ich spürte schon eine kleine Abhängigkeit und im nachhinein betrachtet, war ich wohl nicht weit von der Sucht entfernt.
Wenn ich aber glaube, damit in die Riege der Power-Gamer zu gehören, hab ich mich wohl doch geschnitten, was mir umso bewusster wird, wenn ich ein bisschen ins TS lausche.

Der Jäger S.

S. ist erst seit kurzem (1 Woche?) wieder unter uns, nachdem er fast ein halbes Jahr lang nicht da war. S. hat auch einen Kundigen als Twink, mit dem er nun in Moria ausgeholfen hatte und sagte irgendwann, er fände den Stun nicht. Ist ja immerhin schon ein halbes Jahr her. Alles normal also. Denkste.
Halbe Stunde später ist er mit seinem Main online, der schon seit ner halben Woche 65 ist. Er hat jetzt schon den dritten Bogen aus dem 2. Zeitalter (Wert ca. 100G, was im Vergleich zu WoW richtig viel ist) und immernoch nicht die richtige Legacies drauf – kauft er sich halt noch einen.
S. hat in dem halben Jahr übrigens sein Sippenhaus verloren – nicht das seiner Sippe – seins! S. hat nicht nur ein Haus, er bewohnt eine ganze Siedlung. Dafür braucht man schon ein bisschen mehr Gold und das bekommt man, indem man ganz viel Zeit in Mittelerde verbringt.

Der Kundige E.

In HdRO kann man pro Account maximal 9 Charaktere anlegen. E. hat das ausgereizt und nicht nur Platzhalter für Namen kreiert. 7 Charaktere von E. sind bereits 65 und die anderen beiden auf dem besten Weg dorthin. Entsprechend ihres Levels haben alle Charaktere die epischen Quests abgeschlossen – alle – auch die, die einem nichts mehr bringen außer Crap. Gleiches gilt für Traits – während selbst mein Main-Charakter noch nicht alle Traits auf 10 hat (ich find nichts langweiliger als Mobs farmen), hat E. alles getraitet – am Beispiel Tapferkeit in Angmar, sind das schon allein 4320 Würmer, die das Zeitliche segnen müssen.

Der Waffenmeister T.

Es ergab sich vor einiger Zeit, dass wir nach Dar Narbugud gehen wollten, aber es fehlte der 12. Mann. Nach langem suchen, fragen, … erklärte T. sich bereit, seinen Hauptmann ins Rennen zu schicken. Wer jetzt meint, dass das unser Problem nur verschiebt, da wir immernoch nur 11 Mann/Frau waren, hat weit gefehlt. Der Hauptmann von T. liegt auf einem anderen Account. Also hat T. kurzerhand seinen zweiten Rechner angemacht, HdRO gestartet und seinen Hauptmann mit ins Rennen geschickt. Zwar hat T. ihn nur sticky mitgenommen, aber dennoch die Hauptaufgaben des Hauptmanns wahrgenommen: Buffen, Heil-Support, Mut fassen, … .
Ich finde, das ist schon eine beachtliche Leistung, aber schon so ein bisschen schräg. Das Suchtindiz seh ich übrigens darin, Geld für mehrere Accounts auszugeben oder, wie es nicht unüblich zu sein scheint, Accounts bei eBay zu kaufen.

Wenn ich mich so umsehe, bin ich wohl doch weit entfernt. Ich bin zwar nicht auf Namidhs Wörterbuch Normalsterblich <-> Progamer angewiesen und mittlerweile versteh ich auch problemlos die Online-Rollenspiel-Jingles (mp3 hier und hier) von Radio Fritz, aber angesichts solcher Beispiele bin ich glücklicherweise weit entfernt vom Progamer. Dieses RL, oder wie ihr es nennt, hat halt doch die besseren Argumente.

PS: Ähnlichkeiten mit existierenden Spielern sind rein zufällig und fast gar nicht beabsichtigt.

Winterdepression oder doch nur Stimmungstief

Dank unserer Informationsgesellschaft und allumfassenden Internets fühlt sich jedermann zu allem berufen. Schlagartig ist man umgeben von selbsternannten Ärzten, die in jedem Fachgebiet Spezialist sind. Der Erfahrungsbericht einer Person wird kurzer Hand zur Checkliste umfunktioniert und ohne dass man sich versieht, hat man Leistenbruch, Blinddarm, Herz-Rythmus-Störungen, Depressionen – und das natürlich alles gleichzeitig. Wozu da noch zum Arzt gehen und womöglich 10 Euro Praxisgebühr dalassen, wenn man die Diagnose doch selbst stellen kann. Ohne es zu merken, macht das Internet einen schnell zum Hypochonder oder die Mücke zum Elefanten.

Ich hatte vergangene Woche einen Durchhänger, der seines gleichen suchte. Ein Freund nahm das Wort ‚Winterdepression‘ in den Mund und schon war ich am googlen und tatsächlich ergab die Checkliste: Winterdepression. Man muss nur auf die richtigen Seiten gehen und irgendwo passen die Symptome dann auch.
Zwei Tage später ging es mir wieder blendend. Da ich aber schon öfter von Winterdepressionen gehört habe, wollte ich mehr darüber erfahren und hab mich gestern mit einer Bekannten auf einen Kaffee getroffen, die ihres Zeichens Psychologin ist. Allein meine Anfrage lies bei ihr schon die Alarmglocken klingeln und ich war schon unsicher, worauf ich mich da eingelassen hatte. Nicht dass ich zum Schluss durchanalysiert bin und als seelisches Frack dastehe.

Es war natürlich alles halb so schlimm. Analysiert wurde ich trotzdem.

Das man im Winter etwas unter Normal fährt, ist nichts Ungewöhnliches und liegt nicht selten daran, dass man weniger Zeit im Freien verbringt und die kurzen Tage den Hormonhaushalt beeinflussen können. Ausschläge nach oben oder unten – also Hochgefühl oder Stimmungstief – sind ganz normal. Ob daraus eine Winterdepression wird, steht ganz woanders geschrieben und das zu diagnostizieren ist Aufgabe eines Arztes. Und das sollte es auch bleiben, denn das Fallbeispiel einer Person lässt sich nie 1:1 auf eine andere übertragen. Jeder Mensch hat individuelle Erfahrungen, die ihn mehr oder weniger nachhaltig prägen. Diese und viele andere Aspekte spielen in so eine Diagnose rein und können manchmal sogar nur mit anderen Fachärzten gemeinsam abgeklärt werden.

Ähnlich ist es mit der Prokrastination. Diesen Begriff hab ich wirklich erst diesen Winter kennengelernt, aber er scheint omnipräsent zu sein und inflationär genutzt zu werden. Und ich weiß nicht wie viele Tweets ich mit #prokrastination abgesetzt habe oder es als Ausrede für meine Anflüge mangelnder Motivation angeführt habe. Prokrastination ist ein Verhaltensbild und ich wette, die meisten, die dieses anführen, sind eigentlich nur faul, motivationslos oder schlicht unzufrieden mit der derzeitigen Situation, aber leiden nicht wirklich unter Prokrastination.

Was ich in meinem Gespräch gestern gelernt habe ist u.a. die Form der Therapie. Ich finde „Therapie“ ist ein sehr starkes und hartes Wort, bei dem man dazu neigt, gleich schwerste psychische Störungen zu assoziieren. Im Winter spazieren gehen oder regelmäßig Laufen gehen, ist eine Therapie gegen Stimmungstiefs, da Licht tanken und Bewegung die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter anregt. Und niemand wird glauben, man wäre ein Fall für die psychatrische Anstalt, wenn man Laufen geht!
Viele Probleme lassen sich somit in Eigentherapie lösen. Dazu gehört, den eigenen Schweinehund zu überwinden. Das muss man sich bewusst machen und sich an manchen Stellen selbst zwingen (beispielsweise durch Terminsetzung oder Versprechungen), den Fuß vor die Tür zu setzen.

Bevor man nun aus der Mücke einen Elefanten macht, sollte man meiner Meinung nach erstmal an sich selber arbeiten. Im Zweifelsfall ist es vollkommen unverfänglich sich professionellen Rat zu holen. Dazu sind es Profis! Und im übrigen gibt es vielerorts Beratungsstellen, bei denen keinerlei Daten erhoben werden, die womöglich in Personalakten oder dergleichen auftauchen.

[ironie] Fahrschule war gestern …

… und weil man von Natur aus, gewisse Informationen aus dem Hirn streicht und durch neue, womöglich wichtigere ersetzt, hier eine kleine Auffrischung:

1. Blinken

Blinken wird prinzipiell überbewertet und ist nur noch in wenigen Teilen Deutschlands zu sehen. Die Industrie tendiert mittlerweile auch dazu, Blinker abzuschaffen, da die meisten Autofahrer die in diesen Zeiten der Überwachung zu der vollkommen richtigen Einstellung übergehen: „Ich blinke nicht, weil es dich gar nichts angeht, wo ich hin will.“
In diesem Zusammenhang ist für Anhänger des Blinkers die Verwirrungstaktik populär geworden: rechts blinken, links fahren. Auch beliebt und vollkommen legitim ist die Variante, erst nach dem Abbiegen zu blinken.

2. Tempo-Limits

Tempo-Limits werden hierzulande durch ein rundes weißes Schild, mit einem roten Rand und einer großen, meist 2- selten 3-stelligen Zahl dargestellt. Das Fahrverhalten, welches einzunehmen ist, wenn man ein solches Schild sieht, entspricht dem einer Person  im angegebenen Alter.
Tempo-30 verlangt vom Fahrer also das Fahrverhalten eines 30-Jährigen: Er trauert der Zeit nach, als er noch 20 war, indem er nochmal richtig Gas gibt.
Tempo-50 ist etwas schwieriger, da das Verhalten eines 50-Jährigen nicht immer altersgemäß ist. Die einen sind die Ruhe selbst, die anderen drehen nochmal richtig auf. Dementsprechend ist ein gelassener Fahrstil anzubringen oder der eines Junggebliebenen. Spontane Wechsel sind dabei gängig.
Tempo-80 ist für gerade junge Leute schwierig umzusetzen, da sie nicht über die physischen Voraussetzungen arthrose-geschädigter Füße verfügen und kaum in der Lage sind, ihre Reaktionsfähigkeit auf das notwendige Minimum runter zu fahren, das dieser äußerlich unsicher wirkende Fahrstil verlangt.
Als äußerst schwierig gestalten sich Tempolimits im 3-stelligen Bereich. Da es beispielsweise nur wenige 120-jährige Autofahrer gibt, fehlt vielen jüngeren Autofahrern schlichtweg die Vorstellung, wie man in diesem Alter Auto fährt. Hier ist vielmehr die Fantasie des Verkehrsteilnehmers gefragt, welche von anderen respektiert werden muss.
Kritisch ist das Verkehrszeichen, welches Tempo-Limits aufhebt – dargestellt durch das jeweilige Tempo in grau mit Querstreifen. Anstatt zu fahren, wie es dem eigenen Alter entspricht (man muss sich nun nicht mehr wie ein 80-Jähriger benehmen), neigen viele Verkehrsteilnehmer dazu, dieses Schild zu ignorieren, weil sie sich in ihrer Rolle des 30-, 50- oder 80-Jährigen so wohl fühlen.

3. Überholen

Beim Überholen ist eines ganz wichtig: Das Tempo des Überholenden darf das des Überholten nur um wenige Stundenkilometer überschreiten. Nur auf diese Art und Weise ist sichergestellt, dass der Fahrer die Insassen des überholten Fahrzeugs sich genau einprägen kann, denn es heißt ja: Man sieht sich immer zweimal im Leben und um diesen Moment nicht zu verpassen, sollte man sich alle Menschen gut merken. Das ist mit 20 km/h oder mehr Geschwindigkeitsüberschuss nicht möglich. Im Falle von LKWs kann man auch so viel besser die Beschriftung (Firma, Telefonnummer) lesen und bei ausländischen LKWs an den eigenen Fremdsprachenkenntnissen arbeiten.

4. Behindertparkplatz

Ein Behindertenparkplatz ist mitnichten für behinderte Menschen vorgesehen. Es ist viel mehr als Aufforderung zu sehen, möglichst schief und platzeinnehmend zu parken, um dann als behindert tituliert zu werden.

5. Abstand

Da nicht auf jeder Strecke das Überholen möglich ist und dem Fahrer der Blick auf die fahrzeuginsassen verwehrt ist, muss er ersatzweise möglichst dicht auffahren, damit er zumindest die Hinterköpfe und andere Details sehen kann, durch die er dann die Insassen wiedererkennt (siehe Punkt 3).

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