HdRO: Seconds per Frame

17:35 Uhr: Ich steig vom Pferd. Es sind noch 2 Stunden bis zum Raid

18:06 Uhr: Ich roll auf die Autobahn – vor mir liegt die A8 Augsburg Richtung München und ca. 20 Minuten Fahrt

18:11 Uhr: So ein dämlicher Sonntagsfahrer bremst mich aus – dabei ist doch Dienstag.

18:27 Uhr: Noch schnell durch den Supermarkt flitzen.

18:44 Uhr: Die Dame vor mir an der Kasse findet ihr Portemonaise nicht. Ich hätte mich doch an der andern Kasse anstellen sollen.

18:56 Uhr: Ich stelle am Wertstoffhof fest, das der nur bis 17 Uhr offen hat – dann kutsch ich halt den alten Katzenkratzbaum noch eine Woche durch den Landkreis.

19:05 Uhr: Wegen der Kälte krieg ich nur mühsam die Haustür aufgeschlossen.

19:06 Uhr: Blitzschnell schießt Pille an mir vorbei und will in den Keller spurten. Ich bin schneller und nagel ihn auf der Türschwelle fest. Spocky schaut dem Treiben distanziert zu.

19:11 Uhr: Kaffeemaschine und Rechner sind hochgefahren. Die Badewanne läuft voll.

19:15 Uhr: Ich bin ins Spiel eingeloggt und direkt afk. Im TS hab ich mich vorsichtshalber auch schonmal eingeloggt. Der erste Kaffee ist durchgelaufen. Die Badewanne halbvoll.

19:22 Uhr: Der TS füllt sich langsam. Ich schlürf meinen Kaffee in der Badewanne.

19:27 Uhr: Ich kletter aus der Badewanne. Der TS ist voll. Während ich in meine Schnellfickerhose Trainingshose schlüpfe, begrüße ich die anderen Raid-Teilnehmer und setze meinen Punkt für den Invite.

19:35 Uhr: Ich erblicke mich als Zielvorgeber während ich schnell das Abendbrot in mich stopfe.

19:45 Uhr: Ich spül das Abendbrot noch eben mit einem Schluck Rosé runter, während wir schon mal den Barad Guldur hochlaufen (ID 2)

19:48 Uhr: Die ersten Mobs stehen vor uns. Sie wissen es nicht, vielleicht ahnen sie es, aber sie werden den heutigen Abend nicht überleben.

20:140 Uhr: Das erste Lag. Kurz darauf folgt ein Lag-Hagel, der an Kyrill im RL erinnert. Turbine hat anscheinend den FPS invertiert – wir zählen jetzt die Sekunden pro Frame.

20:31 Uhr: Der Barde fragt ob er noch lebt. Tut er nicht so wie die Hälfte des Raids. Irgendjemand fragt, ob der Rest auch Lags hat.

20:32 Uhr: Das Symbol in der Infoleiste informiert uns nun offiziell über Performanceprobleme, weil – Überraschung – gerade Stoßzeit ist und sämtliche Spieler des Realms gleichzeitig zocken wollen.

20:36 Uhr: Keiner weiß wie, weil es keiner gesehen hat, aber wir haben die letzten Trash-Mobs ins Jenseits befördert.

20:37 Uhr vielleicht auch später: Wir haben den Hubschrauberlandeplatz vom Leutnant von Dol Guldur erreicht. Jetzt ist er fällig.

20:42 Uhr: Der Leutnant ist anderer Meinung und befördert uns ins Jenseits. Ärgerlich aber nicht so schlimm: Immerhin ist der Dienstagsraid die letzten Wochen ausgefallen und wir müssen den Leutnant erstmal wieder neu beschnuppern.

20:45 Uhr: Zweiter Versuch.

21:10 Uhr: Dritter Versuch.

21:45 Uhr: Vierter Versuch. Der Leutnant verpasst mir 8’500 Schaden. Blöd, dass ich als Jäger nur 7’500 Moral hab. Den anderen 11 geht es ähnlich.

22:00 Uhr: Fünfter Versuch. Ein Hauptmann hat Disconnect. Dann wirft er sich eben nicht in den Weg. Wir stolpern trotzdem.

22:35 Uhr: Sechster Versuch. Der Leutnant hat eine neue Waffe – Lags – und seine Fellbestie frisst genüsslich uns.

22:56 Uhr: Wir wünschen uns eine gute Nacht und freuen uns am Donnerstag auf Durchest und die Zwillige Morgaraf und Cargaraf. Die zicken weniger rum.

23:00 Uhr: Ein Gedanke keimt in mir: Wozu hab ich mich vorhin nochmal so beeilt?

(Dieser Beitrag wurde von Namidhs gestriger Erzählung seiner vorgestrigen Modern-Warfare-2-Erfahrung inspiriert.)

Die Willis dieser Welt oder Noch ein Artikel über Netztrolle

Ich trau es mir gar nicht zu sagen. Ich tu es dennoch. Nicht der Rechtfertigung wegen oder um jemanden durch den Kakao zu ziehen, sondern um einen Blickwinkel zu öffnen.

Während sich aktuell diverse Blogs zurecht mit den Gepflogenheiten manch eines Lesers und den damit einhergehenden Verfall des guten Umgangs im virtuellen Leben beschäftigen, kenne ich so einen Troll persönlich.

Er gehört zur handzahmen Gattung der Netztrolle. Seine Kommentare sind provokant und für zartbesaitete vielleicht auch beleidigend, aber nicht im Stile „Ihr Arschlöcher“ wie es derzeit bei der RSS-Kürzung von Basic Thinking schallt. Das mir bekannte Exemplar – ich nenn es mal Willi – ist da subtiler. Willi konstruiert willkürlich Episoden über einen Autor und begründet damit dessen Einstellung zu einem Thema. Das faszinierende für ihn – für mich eigentlich auch – ist, dass viele Menschen darauf anspringen wie ein scharfer Hund. Da giften sich auf einmal Menschen wegen Willis Bemerkung über unendliche viele Seiten im Foren-Thread oder Blog-Kommentaren an, während Willi sich daheim zurücklehnt und genüsslich mitliest. Er braucht das Feuer auch gar nicht mehr schüren, es entwickelt sich meist von selbst zum Selbstläufer. Oder wie Robert Basic es prägnant ausdrückt:

Sie steigen ins Geblöcke mit ein, labern den Dünnpfiff gedankenlos nach, halten sich an ihren Eiern und schaukeln sich gegenseitig hoch.

So gesehen ist Willi eigentlich ein Voyeur. Und im Umkehrschluss machen wir gerade alles falsch. Wir schaukeln uns in Foren hoch, schreiben unzählige Blogbeiträge und wofür? Das wir uns alle einig sind über die Willis dieser Welt, während die vorm Bildschirm sitzen und sich einen von der Palme wedeln selbstbefriedigen und dann im Freundeskreis posaunen, dass sie es XY mal so richtig gezeigt haben?

 

HdRO: Brainignore ist nicht mehr

Aus Brainignore wurde Raignore

Da erholt man sich mal 2 Stunden von den Strapazen Mittelerdes und kaum schlägt man die Augen wieder auf ist alles anders. Statt Brainignore lächelte mir Raignore entgegen und das kleine Briefsymbol schrie förmlich „GM“:

Hallo, leider mussten wir deinen Namen ändern, da dieser gegen unsere Richtlinien verstossen hat. Bitte wähle dir in Zukunft Namen aus, die zu den Richtlinien und auf einen RP Server passen, da wiederholter Verstoss Accountstrafen zur folge haben kann und auch wird. Sollte dir dein neuer Name nicht gefallen, dann sende uns doch bitte ein Ticket mit 3 neuen Namensvorschlägen. Mit besten Grüssen, GM Ceallach

Und so ist das Projekt dann doch schneller zu Ende als ich dachte. Besonders überrascht es mich, da ich mich erstmal aus öffentlichen Kanälen (SNG, BeleSNG und so fort) rausgehalten hab und mich nur im Anfängergebiet rumgetrollt habe. Aber auch da scheint die Rollenspielpolizei aktiv zu sein, wie sich im Gespräch mit GM Ceallach ergab.
Denn ein automatisches System, dass nach Namensverstößen sucht, gibt es derzeit nicht. Die Meldungen von Spielern sind das einzige Mittel, Namensverstöße aufzudecken.
Was ich Schade finde, dass ich nicht persönlich angesprochen wurde von der Person, die mich angezeigt hat. Ich bin ja nun nicht pöbelnd und aggresiv durch die Gassen Brees gezogen und hab versucht China-Gold via eBay zu verkaufen. Aber da erwarte ich wohl zu viel von der Spielergemeinde wie übrigens auch von Vertretern des RL.

Wie geht es weiter

Ich hab jetzt natürlich überlegt wie es weitergehen soll. Ob ich Brainignore, pardon Raignore, verwaisen oder löschen soll oder doch einfach weiterspielen? Ich hab mich für letzteres entschlossen, auch wenn Waffenmeister anscheinend kaum noch gebraucht werden – jedenfalls gibt es in unserem Setup für Barad Guldur keinen Waffenmeister mehr. Egal.
Raignore hat mir als Name dann aber weniger gefallen und ich hab per Ticket zwei Namensvorschläge gemacht – jeweils Twinks, die ich als Namensplatzhalter angelegt hatte. Der GM – übrigens wieder Ceallach – war sehr freundlich und hat Brainignore eine neue Identität gegeben, die keinerlei Rückschlüsse auf ihre Vergangenheit zulassen: Eroni.

Und aus Raignore wurde Eroni

HdRO: Brainignore goes Bree

Brainignore hat sich aus der Idylle der Vorstadtatmosphäre in Duillont gekämpft und steht nun vor den Toren Brees.

Einfach war der Weg nicht. Mit 12 verdrehte ihr der erste Mann den Kopf, um sie sofort wieder fallen zu lassen wie eine heße Kartoffel. Brainignore war so am Boden zerstört, dass sie das Hacken der Hendrovale über sich ergehen ließ, bis sie am Boden lag.
Gestärkt ging sie aus dieser Niederlage hervor und stürzte sich auf Bilwisse und Grimmhands.

Wie im Fluge durchquerte sie das Auenland und erreichte des Nachts das Breeland. Zum ersten Mal erblickte Brainignore einen Hobbit und erkannte sofort seine Natur: er schickte sie Essen holen.

Durch Zufall erfuhr Brainignore von einer Frau, der es in Mittelerde nicht leicht ergangen ist: Any Whimehouse. Viel Schmach musste sie erleiden und jeder wollte mit ihr Pfeifenkraut rauchen oder Dittmarschens Bier zischen, um sie dann hinterrücks als Aussetzige bei den Wachen in Bree anzuzeigen. Brainignore kannte das Gefühl. Schon jetzt spürte sie die Blicke auf sich ruhen, wenn sie durch den Keilerbrunnen in Bree lief oder auf den Tischen im „Tänzelnden Pony“ tanzte.
Brainignore wusste, wenn sie einer verstehen würde, dann Any Whimehouse. Ein kurzer Brief klärte alles. Any würde, sobald sich ihrer beider Wege in Mittelerde treffen, Brainignore adoptieren.

Decke –> Kopf. Jetzt!

Eigentlich wollt ich jetzt auf der CeBIT sein. Eigentlich. Aber nein. Ich werd krank. Ich bin schon am vergangenen Donenrstag krank geworden – wie immer pünktlich zum Wochenende. Aber als sei das nicht genug, hält dich diese Erkältung auch noch an ihren Terminplan – drei Tage kommen, drei Tagen bleiben, drei Tage gehen – und macht mir meinen kaputt. Jetzt sitze ich seit zwei Tagen bei besten Sonnenschein und fast frühlingshaften Temperaturen in der Bude. Bin begeistert – NOT!

Statt mich in Hannover also mit einem alten Freund zu treffen und mir das neueste von Neusten vom Neusten der IT-Branche anzusehen, sitze ich im trauten Heim und hab nen Katzenkratzbaum abgebaut, einen neuen Katzenkratzbaum aufgebaut, zweimal abgesaugt, das Bad geputzt, drei Häkeldecken gehäkelt, ein Stickbild angefangen, einen neuen Twink in HdRO angefangen, 200 Seiten in einem Frank-Schätzing-Roman gelesen, mit 2 Katzen gefühlte 10 Stunden gekuschelt (bis die sich befreien konnten), 100 SMS verschickt, fast ein Pferd gekauft, stattdessen Schuhe gekauft, mich von den Zeugen Jehovas bequatschen lassen und sämtliche neuen Folgen von Greys Anatomy, Vampire Diaries und Flash Forward auf Englisch geguckt.

Und jetzt blogge ich Belangloses aus Langeweile.

Und da soll ich mich erholen? Ich will wieder zur Arbeit.

HdRO: Projekt „Brainignore“ hat begonnen

Am 25. Februar 2010, ein Tag wie jeder andere, an dem @Namidh sein Befinden über Spieler unter Mittelerdes Sonne und deren Entwickler kundtat, äußerte @Valandir den Begriff /brainignore.
Ich habe schon die kuriosesten Namen, auch auf dem RP-Server Belegaer, gelesen, deren Sprechweise und Betonung vielfältig und oft ein Geheimnis des Spielers sind. Als ich „Brainignore“ las, meinte ich spontan, dass könnte der Name einer elbischen Bardin auf Belegaer sein. @Amano3 entwickelte weitere Abwandlungen wie „Brainig Nore“ (Zwergen-Waffi?) oder „Brai Nignore“ (Menschen-Kundi?) und auch der Sippenname „Brain I Gnore“ schien nicht abwegig.

Gesagt getan.

Brainignore mit 7 in Duillont

Am 25. Februar 2010 erblickte Brainignore als 7. Kind unbekannter Eltern das Licht von Mittelerde. Böse Zungen könnten behaupten, Brainignore könnte die Tochter von Any Whimehouse sein, aber das ist unbestätigt.
Eigentlich sollte Brainignore Musiker werden. Ihre Eltern, so viel weiß man, entschieden sich aber, Brainignore zwei Schwerter in die Hände zu drücken. Für einen Elb ihres Intellekts schien es die weisere Wahl zu sein.

Die ersten Tage ihres Lebens verbrachte Brainignore noch im Schutze der prologischen Zuflucht Edhelion. Am gestrigen Tage jedoch – es war der 28. Februar im 10. Jahr des 21. Zeitalters schaltete Brainignore erstmals ihren elbischen Verstand ab und metzelte sich aus dem Schutz der Zuflucht in die harte Welt Belegaers.

Dort angekommen quatschte sie fast jeden an, der ziellos in Duillont stand und versprach Aufgaben zu erfüllen, deren Sinn und Zweck ihr fremd waren. Die Auftragszettel warf sie ungelesen ins Hafenbecken. Wichtig war nur die kurze Randnotiz, die ihr sagte, wohin sie laufen soll, um dort Bilwissen, Wölfe oder Grimmhands zu töten.
Der erste Schritt zum Söldnerdasein war getan, doch insgeheim fragte Brainignore sich schon, wie lange es dauern würde, bis man ihr auf die Schliche kam und sie von dieser Welt verbannen würde.

Der Gedanke keimte nur kurz und Brainignore lief stumpf los, um ihre Aufträge abzuarbeiten.

Reiten: Idole Im Viereck?

Normalerweise fällt mir ein Artikel im Sportteil der Süddeutschen Zeitung nicht ins Auge und lesen tu ich ihn noch seltener. Brav blätter ich aber dennoch alle Seiten der heutigen SZ um und mein Blick fiel auf Seite 34 auf das Bild eines mächtigen Rappen in der Galopppirouette und der zugehörige Artikel trug den Namen „Ein unglaubliches Pferd“.
Mein erster Gedanke war: Noch so ein sensationelles Dressurpferd, dass vielleicht spektakulär aussieht, aber dann doch arm dran ist. Skeptisch habe ich angefangen, den Artikel zu lesen.

Totilas unter Edward Gal bei der EM 2009 – spektakulär aber nicht reell [1]
Es handelt sich um Totilas. Ein niederländischer Hengst unter Edward Gal, der vielerorts als Wunderpferd gepriesen wird und mancherorts schon für die Goldmedaille bei Olympia 2012 gesetzt ist. Das sind gewaltige Vorschusslorbeeren, die in dieser Dressurszene aus meiner Sicht jedoch nichts Gutes erahnen lassen, wenn ich so auf Anky van Grunsven und Isabell Werth blicke.
BTW: Das ich mich mit der Turnierszene befasst habe, ist schon sehr lange her und ich hab es selten als schön empfunden, zumal es mit der Zeit immer weniger entspannt wirkte, was Spring- und Dressurreiter dargeboten haben. Spätestens seit einem Vortrag des Rollkur-Kritikers Dr. Gerd Heuschmann im Juli 2009 hab ich mich voll abgewendet von diesem Kommerz und registriere nur noch die Sensationsmeldungen, die zumeist negativer Natur sind.

Positiv an dem Artikel der SZ hab ich empfunden, dass auf die extreme Vorhandaktion kritisch hingewiesen wurde, die Totilas wohl noch vor Kurzem zeigte und die immernoch auffällt, und dass er nun nicht mehr schweißgebadet das Viereck betrete, was als „Schritt zurück zur Natur“ positiv gewertet wurde. Obwohl dies ein kleiner Lichtblick ist, lässt es erahnen, dass Totilas doch eher ein Trugbild ist.

Die Bilder von ihm sind allesamt spektakulär, doch beim Betrachten will sich kein so rechtes Harmoniegefühl einstellen. Die Vorhandaktion von Totilas blendet und lenkt von der rausgeschobenen Hinterhand ab. Verglichen mit manch anderem Dressurpferd, dass in der Piaffe die Hinterhand nur nachzieht und nicht wirklich Gewicht aufnimmt, ist Totilas schon ansehnlicher, aber wie Dr. Gerd Heuschmann es zusammenfasst dennoch „ein falsches Signal an die gesamte Reiterszene„.

Falsche Ideale

Und da liegt doch der eigentliche Hund begraben. Wie in vielen anderen Sportarten auch, werden die Stars der Szene als Idealbilder verklärt und Turnier- und Freizeitreiter eifern dem nach. Rollkur auf dem Abreitplatz, Psychopharmaka, Chili, Barren u.v.m. verursachen ein Raunen innerhalb und außerhalb der Reiterszene, aber verhallt dann doch scheinbar ungehört. Das fällt auch an dem Artikel der SZ auf. Da werden kommentarlos Isabell Werth und Paul Schockemöhle erwähnt, die m.E. auf verachtenswürdige Weise dem Reitsport geschadet haben – die eine durch Doping mit Psychopharmaka und der andere durch Barren im Training.
Im Spitzensport scheint man unter sich zu sein und niemand wird aus dem Nest gestoßen und so schauen weiterhin Generationen von Reitern zu ihnen auf. Was man dann in manchem Stall um die Ecke sehen muss, wundert einen dann kaum noch. Pferde ohne Muskulatur werden durch das Viereck gescheucht und ihnen werden Lektionen abverlangt, die selbst für trainierte Pferde Schwerstarbeit sind. Reelle Arbeit mit (!) dem Pferd sieht man leider immer seltener und auch das vermeintliche Wunderpferd Totilas, das laut SZ-Redakteurin Gabriele Pochhammer ein „Schritt zurück zur Natur“ sei, scheint ein Opfer der Turnierszene zu sein.

Obwohl es mir um jedes Pferd, das stirbt oder sich schwer verletzt, leid tut, freu ich mich für manch designiertes Nachwuchspferd, das auf der Koppel unglücklich stürzt oder an einer Kolik eingeht: Ihm bleibt dieser Zirkus erspart.

 

[1] Quelle: http://www.horsesandsports.de/2009/08/30/em-windsor-2009-edwar-gal-und-totilas-ein-dressurmarchen/

HdRO: Ein Teufelskreis

Nachdem ich es wie immer hab schleifen lassen, die epischen Quests abzuschließen, hab ich es doch getan – zumindest mit meinem Main-Char. Ich befinde mich im Epilog von Band 2 Buch 9 und fühle mich zumindest am Ende angelangt. Die paar offenen Quest mal dahingestellt, denn was bringen sie mir denn außer Malledrim-Blätter, von denen ich hunderte in diversen Kisten liegen habe. Mit den vielen Silberzweigen, bronzenen und goldenen Blättern könnte ich problemlos meinen eigenen Herbst inszenieren, aber dann würde der Winter ja schon wieder vor der Tür stehen – also stapeln.

Nun ja. Da saß ich gestern nun und wusste nicht, was ich machen soll. Der Main ist durch, ist m.E. bestens equipped, … . Die Twinks sind auch am End-Content angelangt und es fehlen nur noch Feinheiten und die epischen Quests – wie immer.
Ach ja – ich hab ja noch einen Jungspunt von Barden (zarte 15), aber so wirklich konnte ich mich nicht überwinden mich zum vierten Mal im Alten Wald zu verlaufen oder die Mückenwassermoore von Bilwissen zu befreien.

Also werd ich wieder warten, dass neuer Content kommt, dem ich mich dann 2 Wochen lang verschließe, weil Gott und die Welt sämtliche Flora und Fauna in Mittelerde an den Rand der Ausrottung bringt. Innerhalb einer weiteren Woche wird mein Main-Char dann auch das aufgeholt haben. Ich werd wie immer mit Fragezeichen im Gesicht den diversen Channeln folgen und nur Bahnhof verstehen. Wiederrum eine Woche später werd ich auch endlich kapieren, was die da für horrende Summen verticken und nur den Kopf schütteln.

Manchmal frag ich mich schon, wozu ich den Aufwand betreibe. Dank Lifetime-Account verblasst diese Erkenntnis aber wieder recht schnell und die gemeinsamen Raid-Abende sind dann doch der Lichtblick, der meine Motivation und den Spaß am Spiel am Leben erhält.

Und schließlich fang ich wieder an, die Twinks nachzuziehen, dann die Feinheiten beim Main und …

Und der Kreis schließt sich wieder.

Reiten: Liebe Autofahrer, …

Verkehrszeichen kennzeichnet einen Reiterweg (Quelle: Wikipedia)

ich bin in der glücklichen Lage auf vielfältige Art und Weise Teilnehmer am Straßenverkehr zu sein. Ich fahre ein flottes Auto, ab dem Frühjahr trete ich wieder in die Pedale, ab und an bin ich Fußgänger und ganz nebenbei bin ich auch Reiter.

„Reiter? Verkehrsteilnehmer?“

Ja. Als Reiter bin ich mit meinem Pferd auch ein Verkehrsteilnehmer. Ich bin sogar mit einem Fahrzeug gleichzusetzen, wenn ich mich im Straßenverkehr bewege. Damit gilt für mich neben diversen anderen Vorschriften auch die Straßenverkehrsordnung, nach der ich mich zu richten habe. Das heißt aber für andere Fahrzeuge, und damit will ich mich hauptsächlich an Autofahrer richten, dass sie auch auf mich Rücksicht zu nehmen haben.

Ein Pferd ist ein Fluchttier und reagiert auf vermeintlich unbedeutende Dinge vielleicht panisch und auf weitaus gewaltigere Dinge nur gleichgültig. Zudem ist ein Pferd nicht gleich Pferd. Die einen sind es gewöhnt sich im Straßenverkehr zu bewegen und sind vollkommen abgeklärt, andere sind immer hellhörig und müssen den Straßenverkehr erst kennernlernen. Ich habe schon erlebt, dass mein Pferd vor einem Maiskolben weggesprungen ist, während ein Traktor egal war.
Als Reiter muss ich dafür Sorge tragen, das Ausrüstung, Konstitution von mir und Pferd und nicht zuletzt mein eigenes Können mich dazu befähigen, ein Pferd im Straßenverkehr zu bewegen. Ich stecke aber nicht im Pferdekopf drin und kann nur schlecht erahnen, wie es reagieren wird. Ich kann nur die Zeichen wie Ohrenspiel, Anspannung, Schrittfolge beobachten und entsprechend reagieren.

Wenn ich allerdings von einem LKW mit gefühltem Tempo 80 auf einer Landstraße überholt werde, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass mein Pferd weiter gelassen dahertrottet. Die Erfahrung zeigt, dass Autofahrer sich nicht überwinden können, im Schritttempo ein Reiter-Pferd-Paar zu überholen oder ihm entgegen zu fahren. Genauso wenig hilfreich ist es, neben dem Pferd zu hupen oder sofort nach dem Überholen mit durchdrehenden Rädern die verlorene Zeit wettzumachen.
Solches Fahrverhalten ist perfekt dazu geeignet ein Pferd in Panik zu versetzen und dann setzen sich 600kg Pferd mit 70kg Reiter (oder auch mal 1000kg Pferd mit 50kg Reiter) in Bewegung. Im Idealfall kommt das Pferd nach wenigen Metern wieder zur Ruhe, sobald es Abstand zwischen sich und dem gefährlichen Auto gebracht hat. Im schlimmsten Fall knallen dem Pferd die Sicherungen durch und es läuft und läuft und läuft. Ein durchgegangenes Pferd ist kaum steuerbar und stellt eine Gefahr für sich, den Reiter und alles andere in der Nähe dar. Um ein durchgegangenes Pferd wieder zum Stehen zu bringen braucht es einen kühlen Kopf, Geduld und Selbstbeherrschung nicht selbst in Panik zu geraten. Bis es zum Stehen kommt, kann es schonmal ein paar hundert Meter dauern. Begeistertes Hupen oder rasantes Hinterherfahren ist da nicht hilfreich, denn ein Pferd hat nahezu 360° Rundum-Blick und sehr gute Ohren. Einfach Weiterfahren, nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“ kann im schlimmsten Fall Fahrerflucht sein, wenn es doch noch zum Sturz oder schlimmeren kommt.
(Das ganze lässt sich übrigens auch wunderbar auf Fahrradfahrer übertragen, denn viele Pferde finden Drahtesel mehr als suspekt.)

Deshalb bitte ich euch Auto- und Fahrradfahrer: Wenn ihr das nächste Mal einem Reiter oder auch einer Kutsche begegnet. Geht vom Gas, haltet ggf. an, wenn ihr merkt, das Pferd wird unruhig oder steigt vom Fahrrad ab. Jeder Reiter wird euch dankbar sein.

PS: Nordic-Walking-Stöcke kann man für 100m auch mal hochheben. Die meisten Nordic-Walker nutzen sie eh nicht richtig. Aber das nur am Rande.

Gelesen: Verliebt in einen Vampir von Lynsay Sands

Quelle: Egmont Lyx Verlag

Nachdem in der Midnight-Breed-Buchreihe erstmal Pause bis Mitte des Jahres ist, hab ich mich einer weiteren Vampir-Buchreihe aus dem Hause Egmont-Lyx zugewandt. Aufmerksam darauf bin ich durch eine Leseprobe in einem der Bücher der Midnight-Breed-Serie geworden.
Die Argeneau-Reihe von Lynsay Sands startet im Deutschen mit dem Roman „Verliebt in einen Vampir“. Im Englischen startete die Reihe mit „Eine Vampirin auf Abwegen“ welches im Deutschen als dritter Teil veröffentlicht wurde. Dieser Teil hier ist also eigentlich der zweite.

Da jetzt alle Klarheiten beseitigt sind, komme ich zum Inhalt. Dr. Rachel Garrett ist Pathologin und eines Tages liegt eine unheimlich gutaussehende Leiche auf ihrem Tisch. Nachdem sie die tödliche Kugel entfernt hat, die ihren Patienten zu ihr geführt hat, erwacht die Leiche zum Leben. Da Rachel sich eine Grippe eingefangen hat, schiebt sie die sprechende Leiche ihren Fieberträumen zu. Erst recht, nachdem sie zusammenklappt und niemand im Krankenhaus je etwas von dieser Leiche gehört oder gesehen hat. Wenige Wochen später liegt ein ‚Rostbraten‘, eine verkohlte Leiche wie Rachel sie nennt, auf ihrem Tisch. Als plötzlich die verkohlte Schicht abbrökelt, stellt sie eine verblüffende Ähnlichkeit mit der lebenden Leiche aus ihren Fieberträumen fest. Doch bevor sie die Leiche weiter untersuchen kann, stürmt ein schwer bewaffneter Mann in den Sektionssaal und will ihre Leiche köpfen. Stattdessen trifft die Axt des Mannes Rachel, die sich selbstlos in den Weg geworfen hat, um die Leiche zu beschützen.

Die Leiche, Etienne Argeneau, ist ein Vampir oder das, was die Menschheit als Vampir definiert. Denn eigentlich, und das ist eine sehr interessante Idee von Lynsay Sands, leben in Etiennes und seinesgleichen Blutkreislauf hochentwickelte Nano-Roboter, die unentwegt den Verfall des Körpers und somit das Altern verhindern. Blut ist die Energiequelle dieser Nanos, weshalb Etiennes Rasse auf den stetigen Konsum von Blut angwiesen sind.
Es kommt wie es kommen muss: Etienne wandelt Rachel in einen Vampir und beginnt sie in ihrem neuen Dasein zu unterrichten. Dass die beiden eine leidednschaftliche Beziehung eingehen ist quasi vorprogrammiert.

Im Gegensatz zu Lara Adrian, die einen recht derben bis vulgären Wortschatz an den Tag legt, umschreibt Lynsay Sands gerade erotische Szenen eher zaghaft. Aber dabei gelingt es ihr trotzdem, die richtige Atmosphäre zu schaffen. An anderen Stelle wirkt der Schreibstil (oder die Übersetzung) eher holprig, was den Lesefluss bei mir zumindest leicht eingeschränkt hat.
Nichts desto trotz ist die Geschichte schön erzählt und an nicht wenigen Stellen werden die Kommunikationsprobleme zwischen Mann und Frau in wunderbaren Dialogen dargestellt, was mir den ein oder anderen Schmunzler herausgekitzelt hat. Gleich zu Beginn des Buches, hab ich vor Lachen fast auf dem Boden gelegen, da Lynsay Sands wirklich amüsante Situationen erzeugt, die auch markant für das Buch und vielleicht die ganze Serie sind.

Jedes Buch soll laut Verlag für sich selbstständige Handlungen sein. Zwar handeln alle Bücher von der Familie Argeneau und somit mit wiederkehrenden Charakteren, einen Handlungsstrang, der sich über die gesamte Serie zieht, gibt es aber nicht. Das macht es natürlich leichter aus der Serie auszusteigen oder schwieriger dabei zu bleiben (je nachdem, ob man das Glas lieber halbvoll oder halbleer sieht). Obwohl mich der holprige Schreibstil etwas abschreckt, bin ich trotzdem gewillt, den nächsten Teil der Serie zu lesen.

Insgesamt umfasst die Serie nunmehr 6 Teile (im Deutschen). Zwei weitere sollen noch dieses Jahr bei Egmont-Lyx erscheinen.